Metallicapplikationen mittels Kalttransfer sind der neue Popstar unter den Veredelungen. Nicht nur bei Nassleimetiketten, sondern verstärkt auch bei Inmould-Etiketten (IML) und Verpackungen aller Art.

Denn hier eröffnet ein neues Verfahren von Heidelberg eine breite Effektvielfalt für faszinierende Markenerlebnisse und ein Mehrgeschäft. Wie das funktioniert und welche Vorteile der Kalttransfer mit FoilStar in puncto Differenzierung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit bietet, das erläutert Jochen Pecht, Produktmanager Sheetfed bei Heidelberg.

Was hat es mit dem Trend zum Kalttransfer bei Etiketten auf sich?

Am POS hervorzustechen, das gleicht inzwischen einem Hase-Igel-Rennen. Kaum ist ein Produkt in einem neuen Verpackungsdesign in den Regalen, kommen schon die ersten Nachahmer, und die Veredelungsspirale dreht sich weiter. Das heißt: Ich brauche stetig neue, markante Hingucker, um frische Kaufimpulse zu setzen. Dies gilt vor allem für die Premiumprodukte der jeweiligen Marken. Hinzu kommt: Bei der Heißfolienprägung schmilzt mit sinkenden Auflagen die Marge weg. Bei alukaschierten Materialien hapert es an der Recyclingfähigkeit. All dies befeuert den Trend zum Kalttransfer, der mittlerweile weltweit unverkennbar ist.

Warum war für Inmould-Etiketten ein neues Verfahren notwendig?

Weil Metalliceffekte auf Folie bisher nur mit Abstrichen bei Qualität und Produktivität realisierbar waren. Metallicdruckfarben erreichen nicht denselben metallischen Glanz wie Kaltfolie. Und im bisherigen Bogenoffset-UV-Verfahren ließ sich der Kalttransfer nicht prozessstabil umsetzen. Daher haben wir ein etabliertes Verfahren aus dem Schmalbahnbereich in unsere Speedmaster XL 106 adaptiert. Glanz, Haftung und Prozesssicherheit setzen nun neue Maßstäbe für den Sheetfed-Bereich.

Was ist das Besondere an FoilStar Cure?

Zum einen der Einsatz von LED-UV-Technologie. Damit erreichen wir eine höhere Trockenleistung, während gleichzeitig der Wärmeeintrag auf die IML-Folie sowie der Energieverbrauch reduziert werden. Zusätzlich haben wir an den entscheidenden Stellen Anpassungen bei der Applikation vorgenommen. Dadurch konnten wir den Kalttransfer für die industrielle IML-Produktion perfektionieren.

Wie funktioniert das?

Die IML-Folie wird im ersten Druckwerk mit einem LED-UV-Kleber versehen. Im zweiten Druckwerk werden die Aluminiumpigmente appliziert. Durch eine geänderte Führung der Kaltfolienbahn verbleibt diese länger auf dem Druckzylinder. Dort wird die Folie mit unserem DryStar LED Pro Trockner von oben hindurch getrocknet, sodass sich die applizierten Aluminiumpigmente und der Kleber beim Aushärten stärker im Verbund vernetzen. Das Resultat: deutlich besser haftende und stärker glänzende metallische Pigmente sowie eine hohe Prozessstabilität.

Für welche Produkte bzw. in welchen Märkten ist FoilStare Cure besonders gefragt?

Markeninhaber und Handel schätzen die zusätzlichen Differenzierungsmöglichkeiten vor allem bei Lebensmitteln. Zwei Drittel der weltweit produzierten Inmould-Etiketten gehen in diesen Markt. Im Feldtest haben wir migrationsarme LED-UV-Verbrauchsmaterialien – Farben, Kleber und Glanzlack – sowie für den Lebensmitteleinsatz zertifizierte Kaltfolien verwendet. Die erste Maschine ging zwar nach Russland, doch diente sie auch für eine Reihe weiterer Kunden aus Europa und Nordamerika als Projektträger. Auch China ist im Kommen.

Warum setzt sich der Kalttransfer verstärkt gegenüber anderen Verfahren wie Heißfolienprägung oder Alukaschierung durch?

Der Kalttransfer kombiniert eine breite Effektvielfalt mit einer hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit von bis zu 15.000 Bogen/h. Jeder gewünschte Metalliceffekt ist inline in einem Maschinendurchgang realisierbar. Kaltfolie ist meist silberfarben, aber auch andere Farben wie Gold, Bronze oder Kupfer sowie holografische oder Rainbow-Effekte sind bereits vorkonfektioniert erhältlich. Alternativ lassen sich die Aluminiumpigmente direkt nach dem Auftrag im selben Maschinendurchgang mit Prozess- oder Sonderfarben überdrucken. Sogar ein abschließender Lackauftrag für besondere optische oder haptische Effekte wie Matt/Glanz oder Soft Touch ist inline möglich. Wartezeiten oder zusätzliche Werkzeugkosten, etwa für Prägestempel, entfallen. Damit ist das Kalttransferverfahren deutlich schneller, flexibler und günstiger als die Heißfolienprägung und angesichts sinkender Auflagen klar im Vorteil.

Stichwort Nachhaltigkeit: Wo liegen hier die Vorteile?

Im Kalttransfer veredelte Verpackungen sind recycelbar, da sich die auf den Bedruckstoff übertragenen Alupigmente beim Recyclingprozess ablösen lassen. Darüber hinaus sind beim FoilStar die Taktungslängen individuell auf das Drucksujet angepasst werden. Der Transfer der Aluminiumpigmente erfolgt nur an den definierten Stellen der Verpackung. Das spart je nach Sujet bis zu 80 Prozent Material ein, schont die Umwelt und senkt die Materialkosten. Markeninhaber müssen sich daher mit Blick auf die Nachhaltigkeit keine Sorgen machen.

Für welche Maschinen ist der FoilStar verfügbar?

Das sind die Speedmaster-Baureihen XL 75, CX 102, CD 102 und XL 106. Nachrüsten lässt sich der FoilStar bei den Baureihen Speedmaster XL 105 und CD 74. Foilstar Cure ist bisher für die Speedmaster XL 106 verfügbar.


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