Viele Prozesse rund um den Farbauftrag laufen bereits automatisiert ab.
Die Feuchtung blieb bislang jedoch bei allen
Druckmaschinenherstellern außen vor.

Heidelberg stellt mit Hycolor Pro jetzt erstmals automatisierte
Funktionen bereit, mit denen sich der Feuchtfilm
gezielter steuern und überwachen lässt.

Die Funktionsweise und wie Hycolor Pro die Wirtschaftlichkeit und den Output erhöht sowie die Makulatur
reduziert, das erläutert Produktmanager Arnd Westermann.

Herr Westermann, eine optimale Feuchtung ist zentral für eine wirtschaftliche Produktion. Warum automatisiert Heidelberg mit Hycolor Pro erst jetzt auch das Feuchtwerk?

Das liegt daran, dass wir mit Alcolor ein sehr produktives und zuverlässiges Filmfeuchtwerk anbieten können. In den letzten Jahren haben wir jedoch die Automatisierung der Speedmaster XL 106 ständig vorangetrieben. So wurden bei der neuen Generation 2020 vom Anleger bis zur Bogenauslage alle Automatisierungslücken geschlossen, damit Druckereien trotz häufiger Jobwechsel ihre Produktivitätspotenziale realisieren können. Deshalb haben wir auch das Feuchtwerk der Speedmaster XL 106 mit Hycolor Pro an entscheidender Stelle automatisiert.

Welche Stelle ist entscheidend?

Der Feuchtmittelfilm entsteht maßgeblich im Spalt zwischen der Tauch- und Dosierwalze des Feuchtwerks. Genau hier haben wir die Speedmaster XL 106 mit zwei digitalen Motoren ausgerüstet – einen auf der Antriebs- und einen auf der Bedienungsseite. Das erlaubt ein sehr feinfühliges Dosieren des Feuchtmittels, schnelle Korrekturen und ein exakteres Anfahren der Schmiergrenze direkt vom Leitstand Prinect Press Center XL 3 aus – alles während der Produktion. So können beispielsweise Drucker bei einem Schmieren der Farbe statt wie bisher nicht länger nur im Gesamten mehr Wasser zu geben, sondern ganz gezielt links oder rechts vom Bogen.

Worum geht es bei der angesprochenen Intelligenz, etwa in Bezug auf die Kontrolle und Druckqualität?

Hierbei geht es um die digitale Überwachung der Grundeinstellung des Feuchtwerks, der sogenannten Schränkung zwischen Tauch- und Dosierwalze. Über sie wird die Verteilung des Feuchtfilms gesteuert. Um die Einstellung der Schränkung für eine gleichmäßige Feuchtung über die gesamte Breite zu optimieren, haben wir Sensoren im Feuchtwerk verbaut. Diese messen die exakte Stellung der Walzen zueinander und visualisieren diese am Prinect Press Center XL 3. Die Schränkung muss zwar nur selten geändert werden. Falls aber doch einmal Anpassungen nötig sind, kann der Drucker dank der sensorischen Überwachung und optischen Anzeige jetzt ganz gezielt eingreifen und Makulatur minimieren. Die genaue Funktionsweise veranschaulicht unsere Animation zu Hycolor Pro.

Inwieweit steigert Hycolor Pro den Output?

Der Trend zu Kleinstauflagen bei steigender Auftragsvarianz stellt in Bezug auf die Feuchtung deutlich höhere Anforderungen an die Druckbetriebe. Denn jeder Wechsel beim Format oder Substrat, bei Applikationen oder Sonderfarben erfordert eine Anpassung der Feuchtung, damit der Job mit wenig Makulatur durch die Maschine läuft.

Ein stabiles Farb-Wasser-Gleichgewicht ist jedoch nicht nur Voraussetzung für eine hohe Fortdruckqualität, sondern begünstigt auch eine schnelle Trocknung der Druckbogen – und trägt somit zu kürzeren Durchlaufzeiten bei. Genau diese Vorteile lassen sich dank Hycolor Pro einfacher und schneller erzielen. So spart jede direkt vom Prinect Press Center XL 3 automatisiert vorgenommene Einstellung Laufwege ein und beschleunigt die Produktion. Stillstandzeiten an der Maschine entfallen.

Hycolor Pro als Teil der Heidelberg User Experience, kurz UX, entlastet durch den hohen Bedienkomfort den Maschinenführer und erhöht die Produktionssicherheit. Ein gutes Beispiel ist der optimierte Roller-Check-Assistant. Damit lassen sich die Feuchtwalzen jetzt sogar separat mithilfe von Press-Streifen ganz einfach überprüfen.

Wie sind die Reaktionen im Markt?

Vorteile wie Zeit- und Makulaturersparnis, Bedienkomfort und mehr Kontrolle kommen natürlich sehr gut an. Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber den Neuerungen sind unsere Feldtestkunden im Akzidenz- und Verpackungsdruck begeistert von der Technik und deren Möglichkeiten. Das zeigt beispielsweise unser Anwenderportrait des Mediahauses Ahaus. Die Verpackungsdruckerei hat dank Hycolor Pro die Makulatur halbiert.

Welche Betriebe profitieren am meisten von Hycolor Pro?

Allen voran Verpacker beim Nutzendruck. Aber auch alle anderen Druckbetriebe haben lohnende Vorteile. Hierzu zählt auch die digitale Erfassung der Einstellungen im Feuchtwerk. Diese lassen durch unseren Remote-Service unkompliziert online prüfen, um bei Färbungsproblemen unsere Kunden zu unterstützen. Der Nutzen von Hycolor Pro wird künftig sogar noch steigen. Denn wir können die sensorisch erfassten Einstelldaten zur Schränkung sowie zur Pressung zwischen Tausch- und Dosierwalze auswerten. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz werden wir daraus in Zukunft Empfehlungen für die optimale Feuchtmitteleinstellung für das ganze Auftragsspektrum einer Druckerei ableiten.


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Arnd Westermann

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