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»Für die langfristige Ausrichtung braucht es Offset«

14.03.2022

In den letzten Jahren hat druck.at stark in den Digitaldruck investiert. Anfang des Jahres wurde eine Heidelberger Speedmaster XL 106-8-P installiert. Wir haben mit Gerhard Patek und Markus Graf von druck.at über die Beweggründe für die ­Investition, die Positionierung des Offsetdrucks im Technologiemix bei druck.at und die Rolle von »Service & Support« für einen Onlinedrucker gesprochen.

Graphische Revue: Wie hat sich das Geschäft in diesen herausfordernden Zeiten für druck.at verändert, und was sind die größten Herausforderungen?

Gerhard Patek: Wenn man die wirtschaftliche Entwicklung unserer Produktgruppen betrachtet, so haben wir in den letzten zwei Jahren ein stetiges Auf und Ab beobachtet. Einerseits haben sich neue Produktgruppen wie Etiketten in den letzten zwei Jahren gut entwickelt und wachsen weiterhin im Jahresvergleich. Andererseits sind die klassischen Drucksorten wie Flyer, Folder, Magazine und Teile der Werbetechnik sehr von der Pandemie betroffen. Der Schlüssel liegt im ständigen Anpassen an die neuen Gegebenheiten. Wir müssen dynamisch bleiben, auf den Markt eingehen und uns anpassen.

In den letzten Jahren hätte man fast den Eindruck gewinnen können, dass druck.at in Zukunft nur noch auf den Digitaldruck setzt. Vor welchen Herausforderungen standen Sie im Offsetdruck, und was war ausschlaggebend für die Investition?

Markus Graf: Tatsächlich haben wir uns in den letzten Jahren stark auf den Digitaldruck fokussiert, da wir diesen Bereich von Grund auf neu aufgestellt haben. Vor allem im Bereich des Inkjetdrucks starteten wir eine Innovationsoffensive. Hauptsächlich aus der Motivation heraus, die Einsatzbereiche zwischen Offsetdruck und Digitaldruck für uns abzustecken. Im nächsten Schritt richten wir unser Augenmerk auf den Ausbau des Offsetdrucks. Wir verfolgen mit vielen Projekten die Strategie der langfristigen Ausrichtung für den Produktionsstandort. Einige davon erfordern Offsetkapazitäten.

Welche Parameter stehen bei einer Investition in den Offsetdruck im Onlinedruck an oberster Stelle, und mit welchen Funktionen konnte Sie Heidelberg überzeugen?

Markus Graf: Gerade im Onlinedruck gehen die durchschnittlichen Auflagen immer weiter zurück, dadurch gewinnt die Rüstzeit immer mehr an Bedeutung. Mit einer deutlichen Reduktion des Rüstanteils erwarten wir uns eine drastische Steigerung der Effizienz. Mit der neuen Heidelberg XL 106-8P erhöht autonomes Drucken mit vordefinierter Job Queue die Produktivität, und die Makulatur wird reduziert. Weiters können wir die Produktivität mittels OEE transparent visualisieren, ein Schritt, der vor allem fürs interne Benchmarking wichtig ist.

Sie setzen jetzt im Gegensatz zu früher auf eine Wende­maschine. Welche Überlegungen sind mit diesem Schritt verbunden, und was erwarten Sie konkret von der Speedmaster XL-106-8-P?

Markus Graf: Wir sehen, dass ein Großteil der Produktionen doppelseitig bedruckt wird. Die Investition in eine Wendemaschine ist nur die logische Folge, wenn ein Unternehmen Produktivität und Effizienz erzielen möchte. Die Speedmaster XL-106-8-P soll uns genau hier unterstützen, langfristig eine schnelle Produktionsgeschwindigkeit und somit eine höhere Druckkapazität sicherzustellen.

Kommt es mit der Achtfarbenmaschine von Heidelberg zu einer Verlagerung einzelner Produktionssegmente zwischen dem Digital- und Offsetdruck, und können Sie dazu Beispiele nennen?

Gerhard Patek: Mit dieser Investition werden wir auch in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis interessant für größere Auflagen. So gesehen passen wir uns als druck.at wieder ein Stück näher dem üblichen Onlinedruck-Markt an. Wir gehen davon aus, dass die Produktionssegmente dieselben bleiben und eher eine Verschiebung der Auflagenhöhe stattfinden wird.

Neben der Technik – welche anderen Themen stehen für druck.at im Rahmen einer Investitionsentscheidung im Vordergrund?

Markus Graf: Das lässt sich ganz leicht zusammenfassen. An erster Stelle stehen, wie schon erwähnt, die Effizienz und die Reduktion der Herstellungskosten von Druckprodukten. Wichtig ist auch, wie uns die Technik, egal ob Maschine oder Software etc., bei der Digitalisierung von Prozessen unterstützt. Ebenso arbeiten wir ständig daran, unser Sortiment auszubauen. Wenn uns Technik dabei unterstützen kann, ist sie herzlich willkommen.

Wie beurteilen Sie grundsätzlich die Servicequalität von Heidelberg punkto Verfügbarkeit von Technikern, Verfüg­barkeit von Ersatzteilen, Response-Zeiten usw.?

Markus Graf: Die Versorgung und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen sind exzellent. Ebenso bietet Heidelberg eine sehr gute Verfügbarkeit von Technikern. Fairerweise muss man festhalten: Natürlich sind auch Wartezeiten bei nicht so dringenden Einsätzen möglich. Im Gesamtpaket sind wir sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Heidelberg.

Sie haben sich schon früher, aber auch jetzt in Verbindung mit der Achtfarben für einen »Flexible Service«-Vertrag entschieden. Können Sie uns das Modell und die Vorteile, die sich daraus für druck.at ergeben, etwas näher erläutern?

Markus Graf: Bei uns ist Transparenz bei Kostenstrukturen wichtig. Es gibt einen Wartungsvertrag mit vorab festgelegter monatlicher Zahlung, quartalsweisen Zwischenabrechnungen und einer Endabrechnung am Ende des Jahres. Somit haben wir den perfekten Überblick über die tatsächlichen Kosten.

Wo liegen die Unterschiede zum »Full Service«-Vertrag? Oder anders gefragt, was ist nicht abgedeckt?

Markus Graf: In diesem Vertrag nicht abgedeckt sind Verbrauchsmaterialien. Da aber nur die tatsächlichen Kosten verrechnet werden, sind so gut wie alle Teile im Vertrag enthalten.

Ein wesentlicher Bestandteil der Serviceverträge ist die präventive Wartung. Wie hat sich die präventive Wartung bei druck.at bewährt?

Markus Graf: Die Jahreswartung wird direkt von Heidelberg durchgeführt. Vor allem vor der High Season hat sich eine umfangreiche Kontrolle und Reinigung bewährt, um für den Jahrespeak gerüstet zu sein. Die vom Hersteller vorgegebenen zusätzlichen Wartungen führen wir intern nach einem fixen Plan durch. Großes Augenmerk liegt zusätzlich auf der regelmäßigen Wartung der Plattenwechsler, da diese vom Onlinedruck besonders gefordert werden.

Was für ein administrativer Aufwand ist für Sie mit einem flexiblen Servicevertrag verbunden, lässt sich das beziffern?

Markus Graf: Der Aufwand hält sich dank optimierter Prozesse in Grenzen. Wir kontrollieren anhand interner Aufzeichnungen mit den gesammelten Arbeits- und Lieferscheinen von Heidelberg die Abrechnung. Sollten Unklarheiten oder Abweichungen auftreten, werden diese unbürokratisch besprochen und geklärt.

druck.at hat auch ein eigenes Serviceteam. Wie sind die Aufgaben aufgeteilt, und wie läuft die Zusammenarbeit mit Heidelberg Austria?

Markus Graf: Unser Serviceteam leistet sozusagen bei auftretenden Problemen Erste Hilfe bei der Maschine. Dadurch sind wir im Idealfall rasch handlungsfähig und müssen auf längere Ausfälle verzichten. Mit einem großzügig dimensionierten Ersatzteillager können viele Störungen sofort behoben werden. Bei Unklarheiten hilft Heidelberg auf kurzem Wege weiter, bzw. Techniker sind rasch vor Ort und übernehmen die Arbeiten, die wir intern nicht durchführen können.

Nutzen Sie die »Performance Packages« von Heidelberg zur Prozessoptimierung, und welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Markus Graf: Unser Team vom technischen Support nutzt den »Prinect Pressroom Manager«. Dadurch erhalten wir schnell einen Überblick über die Qualität der Drucke und können rasch bei möglichen Problemen gegensteuern. Das hilft natürlich im Alltag sehr, wenn es schnell gehen muss. Nicht zuletzt profitieren unsere Kunden so von einer erhöhten Qualitätskontrolle.

Was ist im Bereich Offsetdruck in der nächsten Zeit noch geplant?

Gerhard Patek: Unser Fokus liegt nun auf der effizienten Bewirtschaftung der Speedmaster XL 106-8-P. Diesen entstandenen Preis- und Qualitätsvorteil geben wir direkt an unsere Kunden weiter. Sie profitieren von höherer Qualität und Kosteneffizienz. Im Bereich Kuvertdruck sind wir zwar gut aufgestellt, aber auch hier steigt weiter die Nachfrage. Es könnte also sein, dass wir in diesem Bereich im kommenden Jahr über weitere Investitionen nachdenken.

Meine Herren, danke für das Gespräch!

Text aus der Graphischen Revue, Ausgabe Nr. 01/22

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