Wie entsteht eine Druckmaschine?
Präzision in Serie: Der Heidelberg Produktionsverbund
Amstetten, Brandenburg und Wiesloch-Walldorf - Offsetdrucksysteme
sind mechanisch-elektronische Mega-Uhrwerke aus bis zu 100.000
Teilen mit Genauigkeitsanforderungen bis auf einen
Tausendstelmillimeter.
Die edel-lackierte Auto-Broschüre, das Etikett auf dem
Mineralwasser, der Bildband, das Lexikon oder die Verpackungen
für Cornflakes, Cremes & Co. - Gedrucktes ist Information
und Kommunikation und alltägliches Medium von Bildung und
Lebensqualität. An einem Arbeitstag werden - ohne Zeitungen -
weltweit rund 60 Milliarden DIN-A4-Seiten bedruckt.
Über 70 Prozent aller weltweit hergestellten Drucksachen
werden im Offset produziert. Offset ist das qualitativ und
produktionstechnisch am weitesten ausgereifte Druckverfahren und
für Auflagen ab circa 500 bis über 500.000 Exemplaren das
günstigste. Das Marktvolumen für Maschinen der
Printmedien-Industrie liegt im Bogenoffset bei knapp fünf
Milliarden Euro, im Akzidenz-Rollenoffset bei rund einer Milliarde
Euro. Im Segment Bogenoffset ist die Heidelberger Druckmaschinen AG
mit einem Anteil von über 40 Prozent Weltmarktführer.
Die Offset-Technologie, vor rund 100 Jahren entstanden,
arbeitet mit Farbpunkten im Bereich von Hundertstel Millimetern,
die aus den Grundfarben Cyan (Blauton), Magenta (Rotton), Yellow
(Gelbton) und Schwarz bestehen und nach einem genauen Muster
präzise über- und nebeneinander liegen müssen.
Allerdings ist das menschliche Auge sehr sensibel. Liegen die
Farbpunkte nicht genau in der Raster-Anordnung, wird dies sofort
als Farbabweichung und Unschärfe wahrgenommen.
In der Offsetmaschine werden die Prozessfarben nacheinander
aufgebracht. Pro Farbe benötigt man ein Druckwerk und eine
Druckplatte, von der das Druckbild reproduziert wird. Die
Ansprüche an die Stabilität und Präzision der
Maschine sind enorm. Denn die Farbpunkte müssen auch nach dem
achten Druckwerk exakt sitzen - bei einer Geschwindigkeit von
15.000 oder 18.000 Bogen pro Stunde. Und dabei gilt es auch das
flatterhafte Wesen eines hauchdünnen Mediums Papier oder den
störrischen Charakter von Karton zu bändigen.
Produktionstoleranzen: Ein Tausendstelmillimeter - der
sechzigste Teil eines Haars
Übertroffen werden diese Präzisions- und
Qualitätsanforderungen für den Betrieb einer
Offsetmaschine allerdings noch von den Anforderungen für die
Entwicklung und den Bau solcher Drucksysteme. Eine Druckmaschine
von Heidelberg ist ein High-Tech-Gerät aus bis zu 100.000
Teilen und Komponenten. Dazu kommt eine anspruchsvolle Software zur
Steuerung von bis zu 600 einzelnen Antriebsachsen und bis zu 300
Pneumatikteilen. Das Gusseisen bringt die Stabilität.
Toleranzen im Bereich von Tausendstel Millimetern - das ist der
sechzigste Teil eines menschlichen Haars - und das exakte
Zusammenspiel der mechanisch-elektronischen Teile bis auf die
Millisekunde gewährleisten die Präzision. Bis zu 50
Tonnen Gusseisen und Elektronik müssen am Ende eines
Maschinenbau-Produktionsprozesses genauer funktionieren als ein
Schweizer Uhrwerk.
Druckversion
Produktionsverbund Heidelberg
Ausführliche Zahlen und Fakten über den
Produktionsverbund der Heidelberger Druckmaschinen AG. Mehr