Alles für den Output.

Modernes Equipment, intelligente Prozesse und engagierte Mitarbeiter sind die Zutaten für das, was Aumüller Druck in Regensburg wie kaum ein zweiter beherrscht: den industriellen Akzidenzdruck. Abgesehen von zwei klugen Köpfen an der Spitze, die dafür sorgen, dass das Erfolgsrezept aufgeht.

Regensburg boomt. Seit 2006 ist das historische Zentrum der süddeutschen Stadt UNESCO-Weltkulturerbe. Und seitdem schlängeln sich noch mehr Touristen durch die malerischen Gassen, um all die mittelalterlichen Bauwunder zu bestaunen, an denen sich das Auge kaum sattsehen kann.

Zwei bis drei Millionen Besucher zieht es jährlich in die „nördlichste Stadt Italiens“, wie Regensburg oft genannt wird. Doch nicht alle machen hier nur Sightseeing. Immer wieder sind auch Printmedia-Experten aus dem In- und Ausland in der Stadt, um sich eine Sehenswürdigkeit der etwas anderen Art anzuschauen: das Familienunternehmen Aumüller Druck im nahe gelegenen Industriegebiet Haslbach. Denn die Art und Weise, wie die Brüder Christian und Stefan Aumüller mit ihren 150 Mitarbeitern hier den industriellen Bogenoffsetdruck für Kunden wie BMW, Adidas, Audi oder den Onlinedrucker Flyeralarm in Perfektion zelebrieren, hat sich herumgesprochen – und macht neugierig.

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„Innerhalb weniger Wochen müssen wir manchmal in 26 Sprachen insgesamt 400 Versionen von Bedienungsanleitungen für unterschiedliche Automodelle produzieren und an die Produktionswerke der Hersteller in Europa ausliefern.“

Stefan and Christian Aumüller
Geschäftsführer der Aumüller Druck GmbH & Co. KG

Platz für Produktivität.

Was also ist es, das Erfolgsrezept der beiden Brüder, die sich seit ihrem Einstieg in den 1888 gegründete Familienbetrieb vor 30 Jahren ein gemeinsames Büro teilen?

Zum Teil genau das. „Es hat sich schnell gezeigt, dass die Zusammenarbeit in einem Raum viele positive Effekte hat, weil jeder von uns weiß, woran der andere gerade arbeitet“, erklärt Christian Aumüller, der das Unternehmen heute zusammen mit seinem Bruder Stefan in vierter Generation leitet. Eher ungewöhnlich ist auch ein zweiter Erfolgsfaktor, den beide nennen: Platz. Als es im Stammhaus in der Altstadt zu eng geworden war, zog Vater Georg Aumüller 1972 am heutigen Standort in einen sorgfältig geplanten Neubau, der bis 2011 nach und nach auf 12 000 Quadratmeter erweitert wurde. „Der Umzug und der Ausbau waren und sind wichtige Bausteine für unsere industrielle Produktion, denn Platz ist die Voraus-setzung für Produktivität“, erklärt Stefan Aumüller. „Ich kann ja nicht einfach eine Maschine mit dem doppelten Output anschaffen, ohne Platz für doppelt so viel Papier und Druckprodukte zu haben.“

Durchdachtes Maschinenkonzept.

„Produktivität“ ist der Begriff, um den sich bei Aumüller alles dreht, „unser Credo“, wie die Brüder sagen, nicht um die Kosten zu optimieren, sondern den Output.

Die Basis dafür ist, neben einer komplett digitalisierten Produktionssteuerung unter anderem mit Prinect, ein cleveres Maschinenkonzept für die durchgängige Fertigung im Format 70 × 100. So reihen sich im Drucksaal sechs Wendemaschinen mit 50 Druckwerken aneinander, allesamt Speedmaster der Peak Performance Klasse mit acht und zehn Druckwerken, darunter auch eine Speedmaster XL 106 der neuesten Generation. Um Makulatur zu sparen und höchste Farbstabilität im laufenden Betrieb zu gewährleisten, ist jede Maschine mit Prinect Inpress Control ausgestattet. Das simultane Plattenwechselsystem AutoPlate XL sorgt für ein schnelles Rüsten.

Beide Ausstattungsmerkmale sind wichtig für Aumüller. Häufige Jobwechsel bestimmen das Tagesgeschäft. Immerhin belichtet das Unternehmen pro Jahr rund 350 000 Platten. Zudem kommen praktisch keine Proofs mehr zum Einsatz. Stattdessen wird meist nach Prozess Standard Offset (PSO) gedruckt. „Das muss sicher beherrscht werden, und dafür ist Inpress Control absolut notwendig“, erklärt Christian Aumüller.

Industriell drucken ist für den Feldtester und Entwicklungspartner von Heidelberg allerdings nicht nur gleichbedeutend mit modernstem Equipment. „Es heißt für uns auch, dass wir alles doppelt haben, und zwar immer Maschinen der gleichen Generation“, erklärt Stefan Aumüller. Das hat mehrere Vorteile. So gewinnt Aumüller enorme Rüstzeitenvorteile, weil sich viele Aufträge auf vorgerüstete Maschinen verteilen lassen. „Vor allem aber stellen wir sicher, dass wir jederzeit lieferfähig sind.“

Falls Produktivitätsgewinne damit verbunden sind, tauscht das Unternehmen möglichst schnell die Maschinen aus. Zwischen 2006 und 2008 zum Beispiel wurden alle Speedmaster SM gegen Speedmaster XL ausgetauscht. „Wir wollen mit der leistungsfähigsten Technologie arbeiten, die es jeweils am Markt gibt“, sagt Christian Aumüller. „Das ist unser Ziel.“ Dies zeigt auch die entsprechende Investitionsquote. Sie liegt bei 15 Prozent – dreimal so hoch wie im Durchschnitt.

Stefan Aumüller
im Interview.

Intelligente Fehlervermeidung.

So wichtig die Produktivitätsgewinne für Aumüller auch sind: Das Management der Druckerei erleichtern sie nicht gerade. „Weil wir jedes Jahr bei der Produktivität und bei den Mitarbeitern zulegen, müssen wir auch jedes Jahr mehr Output generieren“, sagt Stefan Aumüller. „Wir sind zum Wachsen verpflichtet.“

In der Vergangenheit sorgten vor allem automobile Qualitätsführer wie BMW und Audi für das nötige Wachstum. BMW ist bereits seit über 60 Jahren Kunde von Aumüller, während die Druckerei bei Audi die Lieferantennummer 89 hat; heutige Lieferanten erhalten eine Zahl, die deutlich über 100 000 liegt.

Für die Hersteller der Premiumautos produziert Aumüller in erster Linie Kataloge und Bedienungsanleitungen. Gerade beim Wechsel oder zum Marktstart von neuen Modellen verlangen diese Druckprodukte absolute Höchstleistungen von Mensch, Maschine und Organisation. Allein im Februar 2016 bedruckte Aumüller mit 1 344 belichteten Platten auf allen sechs Druckmaschinen mehr als 1,4 Millionen Bogen – an einem einzigen Tag!

„Industriell Drucken heißt für uns, dass wir alles doppelt haben, und zwar immer Maschinen der gleichen Generation.“

Stefan Aumüller
Geschäftsführer der Aumüller Druck GmbH & Co. KG

Zudem bringen gerade die Bedienungsanleitungen enorme logistische Herausforderungen mit sich. „Innerhalb weniger Wochen müssen wir manchmal in 26 Sprachen insgesamt 400 Versionen von Bedienungsanleitungen für unterschiedliche Modelle produzieren und an die Produktionswerke der Hersteller in Europa ausliefern“, erklärt Stefan Aumüller. „Dabei dürfen keine Fehler passieren, auch wenn hier gut 1 000 Paletten stehen, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen.“

Um die Fehlerquote zu minimieren, hat Aumüller ein eigenes Barcodesystem implementiert, das den Echtzeit-Stellplatz jeder einzelnen Palette in einer Datenbank hinterlegt. Zusätzliche Produktionssicherheit bringen Barcodes auf den Druckbogen, die vom Klebebinder ausgelesen werden, der sofort Alarm schlägt, wenn Bogenteile fehlen, die Reihenfolge nicht stimmt oder ein Bogen mit abweichender Sprache eingelegt worden ist.

Ein neuer Wachstumskunde: Flyeralarm.

Neben BMW und Audi gehört seit 40 Jahren auch Adidas zum festen Kundenstamm der Druckerei, die für den Sportartikelhersteller vor allem Händlerkataloge produziert. Ein Meilenstein der jüngeren Erfolgsgeschichte ist dagegen die Zusammenarbeit mit der Onlinedruckerei Flyeralarm seit 2008. „Unsere sehr fruchtbare Zusammenarbeit basiert auf Handschlag und gegenseitigem Vertrauen“, erklärt Christian Aumüller.

Die Auftragsvergabe ist klar geregelt. Aumüller produziert für den Onlinedrucker alle Klebebindungen und Hardcover ab einer Auflage von 200 Stück. Sobald Flyeralarm die Daten geschickt hat, werden sie bei Aumüller geprüft. Eventuelle Probleme klären die Mitarbeiter von Aumüller direkt mit den Endkunden. Anschließend wird die bestellte Ware produziert und ohne Umweg an den Besteller geschickt. „Anfangs hat die Branche unsere Zusammenarbeit mit Flyeralarm sehr kritisch gesehen. Es hieß: ‚Der BMW-Drucker Aumüller macht jetzt billigen Ramsch‘“, sagt Stefan Aumüller. „Aber schon bald haben uns die meisten darum beneidet, weil es tatsächlich viele hochwertige Produktkataloge sind und weil wir an einem innovativen Marktsegment teilhaben, das viel Potenzial hat und für eine gute Auslastung sorgt.“

Innovativ ist Aumüller auch beim Management, denn die schlanken Produktionsprozesse werden von einer schlanken Verwaltung flankiert. „Wir sind bewusste Vermeider von Schnittstellen zwischen den Abteilungen und erzielen dadurch extrem kurze Kommunikationswege“, erklärt Stefan Aumüller. Deshalb sind alle Sachbearbeiter auch Einkäufer und Disponenten, während die Mitarbeiter in der Vorstufe als Datenprüfer, Ausschießer und Plattenmacher einen Job komplett bis zur Schnittstelle Druck abarbeiten, wo nicht der Abteilungsleiter, sondern der Drucker den Bogen abstimmt. Von 150 Mitarbeitern sind 125 in der Produktion beschäftigt. „Auch das zeigt, dass wir eine echte Produktionsfirma sind“, sagt Christian Aumüller.

Eine weitere Besonderheit des Unternehmens, das sich mit Schul- und Integrationspreisen sowie der Vergabe von Auslandsstipendien auch sozial stark in Regensburg engagiert: Gut 60 Prozent der Mitarbeiter sind stille Gesellschafter und damit direkt am Unternehmenserfolg beteiligt. Entsprechend groß ist auch die Bereitschaft, viel Verantwortung zu übernehmen. „Bei uns gibt der Mitarbeiter den Takt an“, sagt Stefan Aumüller selbstbewusst. „Das funktioniert sehr gut, weil jeder mit Herzblut und Sportsgeist bei der Sache ist.“

Für die Zukunft sieht sich das Unternehmen jedenfalls gut aufgestellt, auch wenn die Brüder davon ausgehen, dass der Akzidenzmarkt pro Jahr um zwei bis drei Prozent schrumpfen wird. Nicht zuletzt deshalb beschäftigen sich beide seit Jahren intensiv mit Themen wie Lean Management und Industrie 4.0. Zudem ist Aumüller über eine Beteiligung an der Druckerei Peschke seit 2014 jetzt auch direkt im wichtigen Wirtschaftsraum München vertreten. Und noch etwas spricht für die verantwortungsvollen Unternehmerqualitäten der beiden Brüder: ihr bodenständiger Lebensstil. „Teure Autos oder eine Villa in der Toskana sind uns einfach nicht so wichtig.“

Willkommen bei Aumüller Druck Regensburg.

www.aumueller-druck.de

Die Peak Performance Klasse:

Speedmaster XL 106.

Auf dem Weg zum Smart Print Shop:

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