Die Fontana Print AG verfolgt eine klare Strategie auf mehreren Ebenen: Innovation, die sich streng am Markt orientiert; eine langfristig geplante Nachfolge in der Unternehmensführung; partnerschaftliche Verbindungen, die von einem starken gegenseitigen Vertrauen getragen sind. Damit ist das Unternehmen seit bald siebzig Jahren erfolgreich unterwegs. Die Fontana Print SA ist für die Zukunft gut aufgestellt.
Seit 1967 ist die Fontana Print SA an der Via Giovanni Maraini 23 in Pregassona, einem Quartier im Norden der Stadt Lugano, zuhause. Das Unternehmen wechselte damals von den früheren zwei Standorten in einen eigens für den Druckereibetrieb erstellten Neubau. Dort entwickelte sich die Fontana Print SA in den vergangenen fast sechs Jahrzehnten von einer Lokaldruckerei zu einem schweizweit aktiven und anerkannten Druckdienstleister. Seit dem Hinschied von Renato Fontana im Jahr 2011, dem Gründer des Unternehmens, führen Ruben und sein Bruder Raoul das Unternehmen. Während Ruben für den Produktionsbetrieb verantwortlich ist, leitet Raoul den Buch- und Zeitschriftenverlag „Fontana Edizioni“.
An einer Wand im Büro von Ruben Fontana hängt eine Schwarzweißfotografie im Großformat. Sie zeigt Vater Renato, wie er an einem Tiegel „Original Heidelberg“ arbeitet. Das Bild markiert nicht nur den Beginn einer unternehmerischen Erfolgsgeschichte. Es steht ebenso für den Beginn einer Partnerschaft mit einem Lieferanten, die bis heute anhält und sich, um es in den Worten von Ruben Fontana zu sagen, „zu einer Freundschaft entwickelt hat“. Im Büro nebenan, dem früheren Arbeitsplatz von Renato Fontana, sitzt Colin, Rubens Sohn. In diesem Moment sind hier drei Generationen vereint. Die Fontana Print SA ist für die Zukunft gut aufgestellt. Mit Colin wird sie weiterhin inhabergeführt bleiben, in der Hoffnung, dass künftig weitere Mitglieder der Familie in das Unternehmen eintreten werden.
Der Druckmarkt hat sich verändert, und er fordert Druckereiunternehmen heraus, ihr Geschäftsmodell zu überdenken. Seit der Gründung im Jahr 1957 haben über siebzig Jahre hinweg Geschäftsdrucksachen, Akzidenzen, im Eigenverlag herausgegebene Bücher und Zeitschriften den Geschäftsgang der Fontana Print SA geprägt. Dann, im Jahr 2024, wurde mit dem Einstieg in die Faltschachtelproduktion und den Druck von Packungsbeilagen ein neuer strategischer Meilenstein gesetzt und eigens dazu die Unternehmensdivision „Fontana Packaging“ geschaffen. Neben Druckprozess und Weiterverarbeitung sind die Verpackungsentwicklung mit strukturellem Design und visueller Gestaltung im eigenen Haus angesiedelt. „Wir wollen ein Druckdienstleister sein, der alle Bedürfnisse des Marktes aus einer Hand erfüllen kann“, so formuliert Ruben Fontana das anvisierte Ziel.
Das Verpackungssegment entwickelt sich gut. Bereits hat die Fontana Print SA die Aufmerksamkeit der Pharmabranche auf sich gezogen. Für zwei Kunden wurden erfolgreich die erforderlichen anspruchsvollen Qualitäts-Audits absolviert.
Anfang 2024 hat die Fontana Print SA eine weitgehende Erneuerung und den Ausbau der Produktionstechnik eingeleitet. Seit etwas mehr als einem Jahr produziert das Unternehmen auf einer Speedmaster XL 106. Wenige Monate später kamen eine Stanz- und Prägemaschine Easymatrix 106 CS mit Ausbrechstation und eine Faltschachtelklebemaschine Diana Go hinzu. Die kompakt gebaute Diana Go arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 300 Metern pro Minute und ermöglicht die Herstellung von Faltschachteln mit Längsnaht und mit Automatikboden (Faltboden).
In der Weiterverarbeitung für die Akzidenzproduktion wurde eine bestehende Stahlfolder KH 82 Kombifalzmaschine durch ein neues Hochleistungsmodell KH 82-P mit PFX-Anleger ergänzt. Dank der patentierten geschuppten Verarbeitung wird auf dieser Maschine die Produktionsleistung bei gleichbleibender Maschinengeschwindigkeit um bis zu fünfzig Prozent gesteigert.
Ein Schlüsselmoment war die Inbetriebnahme der Speedmaster XL 106 im Mai 2024. Mit dieser Investition in das Peak-Performance-Achtfarbensystem der neusten drupa-Generation wechselte die Fontana Print SA von vormals zwei auf nur noch eine Bogenoffsetmaschine. Früher wurden die Akzidenzen, die Zeitschriften und die Bücher auf einer Speedmaster SX 102-8-P, die Verpackungsaufträge auf einer Speedmaster CD 102-4+L produziert. Neu sollte das ganze Volumen auf einer Maschine der höchsten Leistungsklasse aus dem Hause HEIDELBERG konzentriert werden.
Anfangs war vorgesehen, beim Zweimaschinenkonzept zu bleiben und auf der Speedmaster SX 102 und der Speedmaster CD 102 weiter zu produzieren. Berechnungen mit dem Bizmodel von HEIDELBERG zeigten aber, dass mit der neuen Speedmaster XL 106 ausreichend Kapazität für sämtliche Aufträge vorhanden sein würde. „Schon bei der Speedmaster SX 102 haben wir gesehen, welch enormes Leistungspotenzial in dieser Technologie steckt“, sagt Ruben Fontana. Die Maschine war mit jener umfassenden Steuerungsintelligenz ausgestattet, wie HEIDELBERG sie mit der Generation 2020 der Speedmaster-Technologie am Markt eingeführt hatte. Gegenüber der Vorgängermaschine aus dem Jahr 2013 hatte die neue Achtfarbenbogenoffsetmaschine in der Leistung um das Doppelte zugelegt.
Bei der neuen Speedmaster XL 106 stellt Ruben Fontana jetzt eine weitere spürbare Leistungssteigerung und eine deutliche Kostenminderung fest. Der größte Hebel dazu bilden die schnell ausgeführten Auftragswechsel mit vergleichsweise wenig Makulatur. Vollautomatisch aktivierte Rüstsequenzen, gesteuert durch KI-gestützte Software-Assistenten, befähigen das Drucksystem, annähernd autonom zu produzieren. In der Regel läuft die Speedmaster XL 106 im Zweischichtbetrieb. Die Reserven für einen weiteren Auftragszuwachs sind vorhanden.
Aber die Technik allein macht die verbesserten Resultate nicht aus. Ebenso entscheidend seien die Menschen, die hinter der Technik stehen, sagt Ruben Fontana, und weist auf das Engagement und die „großartige Unterstützung“ hin, die er besonders von Dr. David Schmedding, Vorstand Technologie & Vertrieb bei HEIDELBERG, und von Michael Knörle, Geschäftsleiter der Heidelberg Schweiz AG, erfahren darf.
Die Fontana Print SA investiert weiter in den Fortschritt. Demnächst wird das Unternehmen eine Jetfire 50 in Betrieb nehmen. Das Bogen-Inkjet-System soll hauptsächlich den Bogenoffset bei den kleineren und mittleren Auflagen entlasten, seien es Briefschaften, Akzidenzen, Zeitschriften oder Verpackungen. Der Entscheidung gingen akribisch durchgeführte Testdrucke bei HEIDELBERG in Wiesloch-Walldorf voraus, „ohne dass wir die Daten speziell aufbereitet haben“, wie Ruben Fontana betont. In beiden Druckverfahren, Bogenoffset und Inkjet, stimmten die Muster farblich überein. Selbst die Kunden aus der Pharmabranche, die bekannt sind für ihre hohen Ansprüche, haben die Ergebnisse akzeptiert.
Die Jetfire 50 wird Teil der neu geschaffenen „Fontana Digital Solutions“ sein. Neben der Inkjet-Maschine von HEIDELBERG sind dort weitere Systeme für den Digitaldruck, unter anderem eine Scodix für die digitale Veredelung, untergebracht.
Schon mehrmals tat sich die Fontana Print SA als Pionier hervor. Im Jahr 2013 wurde eine Speedmaster SM 102-5 durch eine Speedmaster SX 102-10-P ersetzt. Bei der 18 Meter langen Maschine handelte es sich um den ersten Zehnfarbenlangperfektor für den Kanton Tessin, und es war die schweizweit erste umstellbare Bogenoffsetmaschine der damals neuen SX-Baureihe in dieser langen Konfiguration. Mit der Inbetriebnahme der Speedmaster XL 106 im April 2024 und der jetzt bevorstehenden Installation der Jetfire 50 ist die Fontana Print SA im Kanton Tessin wiederum Erstanwenderin fortschrittlicher Technologie von HEIDELBERG. Der Markt darf gespannt sein, was als Nächstes an der Via Giovanni Maraini 23 in Pregassona Einzug halten wird.
Fontana Print S.A.
Via Giovanni Maraini 23
6963 Lugano
Schweiz