„Heidelberg goes digital“- auch in der Ausbildung

04.07.2018

  • Heidelberg zu Gast beim „Festival für digitale Bildung“ der baden-württembergischen Landesregierung
  • Virtual Reality fester Bestandteil der technischen Ausbildung
  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Digitalisierungsminister Thomas Strobl überzeugen sich am Heidelberg Stand von der Digitalisierungsinitiative des Unternehmens

Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) durchläuft derzeit einen tiefgreifenden digitalen Wandlungsprozess. Dieser umfasst das gesamte Unternehmen und damit auch die Berufsausbildung. Welche digitalen Instrumente und Methoden das Unternehmen bei der Qualifizierung junger Medientechnologen, Mechatroniker und Industriemechaniker einsetzt, wurde beim „Festival für digitale Bildung“ am 4. Juli in der Heidelberger Halle 02 deutlich. Die Veranstaltung unter dem Motto „Bildung ist Zukunft und Zukunft ist digital“ geht zurück auf eine Initiative der Baden-Württembergischen Landesregierung und ist Teil der ressortübergreifenden Digitalisierungsstrategie „digital@bw“. Im Mittelpunkt des Festivals stand ein aktueller Blick auf die Potenziale digitaler Technologien für die breitgefächerte Bildungslandschaft. Welchen Stellenwert die Strategie für das Land besitzt, war an der Gästeliste zu erkennen: In Heidelberg präsent war nahezu die Hälfte der Ministerriege, darunter an der Spitze Ministerpräsident Winfried Kretschmann und sein Stellvertreter Thomas Strobl. Dieser ist innerhalb der Landesregierung u.a. verantwortlich für das Thema Digitalisierung.

Heidelberg war als eines von nur wenigen Unternehmen zu diesem Festival eingeladen und mit einem eigenen Stand aus dem Bereich der beruflichen Bildung vertreten. Auszubildende des Unternehmens präsentierten dort zum Beispiel, wie sich die angehenden Mechatroniker unter Einsatz sogenannter „Virtual Reality (VR)“ das Innenleben einer Druckmaschine erschließen können. „Das Produkt wird dadurch gläsern und für unsere Auszubildenden leichter begreifbar“, erklärt Christian Beck, Leiter der beruflichen Bildung bei Heidelberg und verantwortlich für die technischen Berufe. Mittels einer speziellen VR-Brille werden die Auszubildenden in die Lage versetzt, sich in einer virtuellen Umgebung zu bewegen und dabei Montage-, Wartungs- und Reparaturarbeiten zu simulieren. Bevor die Auszubildenden solche Aufgaben an einem realen Produkt ausführen, können sie sich in der virtuellen Welt bereits einen guten und praxisorientierten Überblick verschaffen. Zukünftig können die jungen Mitarbeiter mithilfe eines speziellen Autorentools zudem bestimmte Aufgaben bearbeiten, die ihnen die Ausbildungsmeister stellen.

In einem nächsten Schritt wird diese Technologie bei der Montage eines Apium P220 3-D-Druckers zum Einsatz kommen, den Heidelberg im Auftrag des Karlsruher Start-up-Unternehmens fertigt und gemeinsam weiterentwickelt. Bereits Auszubildende montieren diesen Drucker und sind somit frühzeitig in das Projekt und die komplette Produktionskette eingebunden. Dabei setzt Heidelberg auch die selbst entwickelte Software View2Connect ein. Dieses macht es u.a. möglich, aus den CAD-Daten von Apium digitale Arbeitspläne abzuleiten.

„Bei unseren Auszubildenden und Studierenden, also den ‘Digital Natives‘ bei Heidelberg, kommen diese Instrumente generell gut an“, hat Andreas Blum, Leiter der beruflichen Bildung für die kaufmännischen Berufe und verantwortlich für die Studienausbildung bei Heidelberg festgestellt. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, die Attraktivität als Ausbildungsbetrieb weiter zu steigern. „Derzeit prüfen wir den Einsatz weiterer digitaler Instrumente“, erklärt Blum. Dabei schaue man aber genau hin, wo dies im Sinne einer effizienteren Ausbildung sinnvoll sei und wo nicht. In die gleiche Richtung argumentierte auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seiner Begrüßungsansprache: „Die Pädagogik bestimmt den Einsatz der digitalen Mittel und nicht umgekehrt.“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Digitalisierungsminister Thomas Strobl am Stand von Heidelberg

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