Lifecycle Solutions von Heidelberg

07.10.2019

Heidelberg will die digitale Zusammenarbeit mit seinen Kunden über den gesamten Lebenszyklus vertiefen. Wie Heidelberg Austria diesen Ansatz umsetzen will und wie die Kunden davon profitieren, darüber haben wir mit dem Management von Heidelberg Austria ausführlich gesprochen.

„Wir befinden uns im Übergang von der analogen Ökonomie der Produkte zur digitalen Ökonomie der Dinge“, erklärte Dr. Ulrich Hermann, Vorstand Lifecycle Solutions und Chief Digital Officer von Heidelberg in einem Interview mit der Graphischen Revue im vergangenen Jahr (Ausgabe 6/2018). Auch für die Druckindustrie entstünden damit neue Chancen – vor allem für Produktivitätssteigerungen im gesamten Produktionsprozess. Dafür müssen Hard- und Software sowie Prozesse und Verbrauchsgüter optimal aufeinander abgestimmt sein. Die Grundlage dafür bilden eine soliden Datenbasis, ein proaktives Service und die kontinuierliche Beratung. Daraus hat Heidelberg verschiedene Lifecycle-Pakete geschnürt, die alle darauf abzielen, die Verfügbarkeit und somit in letzter Konsequenz die Produktivität zu steigern.

Heidelberg Cloud, die Basis für Lifecycle Solutions

Nach dem geglückten Rollout in Ländern wie Deutschland und der Schweiz wurde der Heidelberg Assistant im Frühjahr 2019 am österreichischen Markt eingeführt und das damit verbundene Angebot erfreut sich zunehmender Beliebtheit, wie Timotheus Stocker versichert, der bei Heidelberg Austria den neu geschaffenen Bereich Digital Marketing Sales Center (DMSC) leitet.

Die Basis dafür hat Heidelberg bereits vor Jahren mit der Einführung des Remote Controls gelegt, an das heute mehr als 10.000 Maschinen und 15.000 Softwaremodule weltweit angebunden sind. Maschinendaten, Service- und Erfahrungsberichte sind dann in der Heidelberg Cloud zusammengeführt worden. Daraus sind in weiterer Folge datenbasierte Services wie etwa Predictive Monitoring oder Performance Services entstanden.

So lässt sich auf die jeweilige Auftragsstruktur ein optimales Angebot aus Equipment, Software, Verbrauchsmaterialien und Service erstellen. „Wir nutzen dieses Tool verstärkt für den datenbasierten Vertrieb und wenden uns ganz gezielt mit Lösungen an den Kunden, die ihm eine konkrete Performancesteigerung ermöglichen“, so Timotheus Stocker.

Die zentrale digitale Plattform

Der Heidelberg Assistant ist die zentrale Plattform und Schnittstelle, über die der Kunde Zugriff auf alle Lifecycle Solutions hat. Gegliedert in die Bereiche Druckerei, Service, Einkauf und Verwaltung kann der Kunde sehr tief in die Datenwelt seiner Druckerei eintauchen und sie zur Prozessoptimierung nutzen. Wobei Timotheus Stocker an dieser Stelle betont, das IT-Sicherheit und Datenschutz großgeschrieben werden und beispielsweise für eine Performance-Analyse keine persönlichen Daten übermittelt werden. Der Zugriff auf die hinterlegten Daten erfolgt über eine Authentifizierung und kann je nach Benutzer auf einzelne Bereiche eingeschränkt werden. „Unsere Kunden behalten die volle Kontrolle über ihre Daten, das ist uns ganz wichtig.“

Anregungen zur Verbesserungskultur

Im Bereich Druck etwa kann sich der Kunde einen Gesamtüberblick über den Service- und Wartungsstatus seiner Druckerei verschaffen und sich eine datengestützte Ausfallvorhersage liefern lassen. Denn ein geplanter Service ist besser als ungeplanter Service, da es sich um planbare Kosten handelt. Bei unvorhersehbaren Stillständen sorgt die Ersatzteilversorgung innerhalb von 24 Stunden für eine rasche Produktionsaufnahme. „Die 24-Stunden-Lieferung von Ersatzteilen ist bei uns Standard und die Fulfillment-Rate liegt bei 98 Prozent.“ Performanceanalysen zeigen im Vergleich zu anderen Druckereien weitere Potenziale zur Produktivitätssteigerung im Drucksaal auf – auch hier werden nur anonymisierte Daten verwendet. Darauf aufbauend gibt es Anregungen zur Schaffung einer internen Verbesserungskultur. Insgesamt lässt sich auf diesem Weg die Netto-Produktivität nach den vorliegenden Erfahrungen um 10 bis 40 Prozent steigern.

Know-how-Transfer und Beratung

Im Support-Bereich lassen sich Störungsmeldungen absetzen, die entweder im Remote-Modus behoben werden können oder einen Einsatz eines Services-Technikers vor Ort auslösen. Der Status einer Servicemeldung lässt sich gezielt nachverfolgen und anstehende Servicetermine besser koordinieren. Eine riesige Datenbank steht für den Know-how-Transfer zu Verfügung, in denen viele Ansätze zu Problemlösungen dokumentiert sind. Der Bereich Verwaltung verschafft einen Überblick über alle bestehenden Verträge und Rechnungen und erleichtert somit die Zusammenarbeit auf beiden Seiten.

Heidelberg eShop

Seit Oktober 2018 ist der eShop (shop.heidelberg.com/at) auch für österreichische Kunden freigeschalten und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. „Mittlerweile nutzen mehr als 30 Kunden regelmäßig unseren Online-Shop und kaufen dort über ihre individualisierte Einkaufsliste unterschiedlichste Verbrauchsmaterialien ein, wodurch der gesamte Bestellvorgang vereinfacht wird“, betont Reinhard Stefan, der den Bereich Verbrauchsmaterial bei Heidelberg Austria leitet. Getestete und optimal auf die Maschinen abgestimmte Verbrauchsmaterialien würden für deutliche Kosteneinsparungen sorgen und darüber hinaus die Umwelt schonen. Sein breites Know-how setzt das Unternehmen auch bei der Beratung ein und kann hier auf einen eigenen Anwendungstechniker zurückgreifen, was heutzutage schon als Alleinstellungsmerkmal angesehen werden kann. Im nächsten Schritt will Heidelberg über den Online-Shop auch in eingeschränktem Umfang Ersatzteile verkaufen.

Komplettes Portfolio

Im Bereich der Verbrauchmaterialien bietet Heidelberg Austria außer Druckwalzen das komplette Portfolio – von Druckplatten über Farben bis hin zu Lacken – an. Reinhard Stefan verweist bei dieser Gelegenheit darauf, dass das Geschäft mit Sonderfarben deutlich angezogen hat. Mit einer eigenen Farbmischstation, die gemeinsam mit der Flint-Group unterhalten wird, könne man hier sehr flexibel auf die Anforderungen des Marktes reagieren. „Wir liefern Sonderfarben in der Regel innerhalb von 24 Stunden aus. Das Spektrum erstreckt sich von konventionellen über Low-Migration- bis hin zu Low-Energie-Druckfarben“, versichert Reinhard Stefan. Wobei er an dieser Stelle betont, dass die 24-Stunden-Lieferzeit nicht in alle Bundesländer wie etwa Tirol und Vorarlberg möglich sei. Aktuell produziert man am Standort in Wien 50 Tonnen Sonderfarben pro Jahr bei steigender Nachfrage. Kunden würden hier vor allem die Flexibilität und rasche Verfügbarkeit schätzen.

Subskription Light
Heidelberg weitet aber auch sein nutzungsabhängiges Subskriptionsangebot weiter aus. Neben dem Gesamtpaket aus Equipment, Services, Verbrauchsmaterialien und Software wird es künftig auch möglich sein, Einzelkomponenten dieses Angebots über eine gewisse Laufzeit nach festgelegten Standards zu kombinieren und zu nutzen. Details dazu folgen!

((ZITATE))
Timotheus Stocker
leitet bei Heidelberg Austria das Digital Marketing Sales Center. Er ist schon seit siebzehn Jahre bei Heidelberg beschäftigt und hat zuvor Positionen im Bereich Order- und Produktmanagement bekleidet.

Reinhard Stefan
leitet seit Kurzem das Verbrauchsmaterialgeschäft bei Heidelberg Austria. Er ist gelernter Drucker, war über viele Jahre als Anwendungstechniker tätig. Stefan versteht sich als Schnittstelle für den Kunden, um für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete die passenden Verbrauchsmaterialien zur Verfügung zu stellen.

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