Die Wendung
ohne Wenn und Aber

10.07.2017

„Wir stehen erst am Anfang der Automatisierung“, wie es der Geschäftsführer von Heidelberg Austria Roland Spatt im Interview mit der Graphischen Revue auf den Punkt brachte.

Graphische Revue | 02.2017

Heidelberg nutzt hier die Möglichkeiten der Digitalisierung, die zu einem Paradigmenwechsel in der industriellen Druckproduktion führen und ein autonomes Drucken ermöglichen. In der Praxis gibt es bereits Unternehmen, die davon Gebrauch machen und die Übergabe von letzten auf den ersten Gutbogen vollkommen autonom erledigen lassen.

Der Trend zur Automatisierung und höherer Produktivität spiegelt sich auch in den internationalen und nationalen Verkaufszahlen wider. Reine Akzidenzdruckereien, aber auch solche mit einem Verpackungsanteil investieren in lange Wendemaschinen mit acht oder sogar zehn Druckwerken. Auffallend ist hier, dass bereits 45 Prozent aller Wendemaschinen von Heidelberg mit Lackierwerk ausgeliefert werden. Was noch vor ein paar Jahren als exotische Konfiguration galt, ist heute schon fast eine Standardausstattung. Dies liegt sicherlich auch daran, dass die Wendemaschinen in den letzten Jahren alle Limitationen aus der Vergangenheit punkto Qualität im Schön- und Widerdruck, aber auch der Produktivität hinter sich gelassen haben.

Das Flaggschiff von Heidelberg, die Speedmaster XL 106, erreicht im Wendebetrieb eine maximale Geschwindigkeit von 18.000 Bogen, die selbst durch ein Lackierwerk nicht in die Knie gezwungen wird. Sogar eingefleischten Printproducern fällt es heute schwer noch einen Unterschied zwischen der Vorder- und Rückseite eines Bogens auszumachen. Diese Entwicklung haben unter anderem der modulare Ausleger, die Luftkennlinien für Schmal- und Breitbahnpapiere und das Trocknerkonzept beflügelt.

Seit Jänner 2016 hat Heidelberg in Österreich insgesamt 60 Druckwerke, verteilt auf sieben Wendemaschinen, ausgeliefert. Die sieben Maschinen produzieren schon, vier davon sind mit einem Lackierwerk und zwei sind mit UV-Komponenten ausgestattet, der Rest sind konventionelle Maschinen. Die Zahlen der letzten 14 Monate zeigen, dass trotz dem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld immer noch viel investiert wird und die Unternehmen an ihre Zukunft glauben.

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