Color Gruppe München realisiert integrierten JDF-Workflow mit Prinect-Lösungen von Heidelberg |
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Wechsel auf JDF wird sich binnen eines Jahres amortisieren
Es war eine Optimierung auf hohem Niveau: Die Münchner Color-Firmengruppe - mit rund 14 Millionen Euro Jahresumsatz eine feste Größe in der Branche - hat seit Jahresbeginn 2005 die Migration ihrer wesentlichen Prozesse auf einen JDF-basierten Workflow vollzogen. Die Einführung der Prinect Lösungen der Heidelberger Druckmaschinen AG erfolgte parallel zum laufenden Betrieb. Den Kosten der Umstellungsphase stehen mittlerweile konkrete Berechnungen des Amortisationszeitraumes gegenüber: Binnen zwölf Monaten, so die konservativ angelegte betriebswirtschaftliche Betrachtung des Unternehmens, werden sich die Investitionen in den JDF-Workflow amortisiert haben.
Früher stand vor allem eine historisch gewachsene, nicht integrierte und aus proprietären Insellösungen bestehende Produktionsumgebung einer betriebswirtschaftlich effizienten Jobabwicklung im Wege. Entsprechend hoch waren die Prozesskosten für die Auftragsabwicklung, primär aufgrund fehlender Transparenz und zu hoher Fehlerquoten bei den Produktionsdaten.
Wider das Turnschuhnetzwerk Die hohe Fehlerquote in der Auftragsabwicklung hatte vor allem eine Ursache: Nicht integrierte Systeme machten die manuelle Eingabe von Jobdaten immer wieder aufs Neue erforderlich. Hinzu kam die Tatsache, dass die Jobs innerhalb des Unternehmens nicht durchgängig und nur mit vergleichsweise hohem zeitlichem und personellem Aufwand nachzuverfolgen waren. "Früher dienten schätzungsweise rund 60 Prozent der internen Telefonate dazu, den aktuellen Status eines bestimmten Jobs irgendwo im Unternehmen zu erfragen", konstatiert Wolfgang Huber, einer der Geschäftsführer der Offset-Gruppe. Ein Zustand, der in einem vollstufigen Betrieb mit ausgesprochen anspruchsvollen Kunden aus Industrie und Handel nicht haltbar erschien. "Zur drupa 2000 beschäftigten wir uns daher erstmals näher mit dem Thema JDF", skizziert Huber den Zeithorizont.
Schrittweise Integration der Prozesse Die Entscheidung zugunsten eines durchgängig auf JDF basierenden Workflows fiel schließlich 2001, um unter anderem den in der Vorstufe vorhandenen Prinergy Workflow abzulösen. Über die letzten Jahre wurden schrittweise einzelne Komponenten der Heidelberg Prinect Produktfamilie eingeführt, zunächst allerdings ohne diese vollständig miteinander zu integrieren: Die Einführung von Prinect Prinance als MIS-Lösung für die Kalkulation erfolgte bereits 2001. Ab Mitte 2002 kam die Anbindung der Produktion und die Erfassung der Produktionsdaten im MIS hinzu; noch im selben Jahr folgte die Anbindung der Weiterverarbeitung. Der erste Einsatz von JDF - zur Anbindung von Prinect Printready und der Prinect Signa Station an Prinance - fand schließlich im Frühjahr 2004 statt. "Diese dosierte Herangehensweise an das Thema JDF-Workflow war aus unserer Sicht der einzig richtige Weg, um die Integration parallel zum laufenden Betrieb überhaupt schaffen zu können", erläutert Huber weiter. 2005 folgte dann zeitgleich mit dem Update auf die Version 4.5 von Prinect Prinance die Einführung des Moduls zur Internet Anbindung der Kunden. "Damit können sich unsere Kunden bald online über den Status ihres Auftrags informieren - ein entscheidender Schritt in Sachen Service, Transparenz und Effizienz.", resümiert Huber. Darüber hinaus werden sukzessive weitere Workflow-Komponenten Schritt für Schritt auf JDF-Lösungen umgestellt.
Während der JDF-Integration traten naturgemäß einige Herausforderungen auf. "Da wir den Wechsel im laufenden Betrieb vollziehen mussten, entschlossen wir uns dazu, jeweils die vorhandene Software und die neue Lösung so lange parallel laufen zu lassen, bis der reibungslose Betrieb der JDF-Komponenten sichergestellt werden konnte", skizziert Huber die Vorgehensweise. "So liefen beispielsweise die bisher eingesetzten Vorstufensysteme kurze Zeit parallel zur neuen Heidelberg Prinect Printready Lösung, bis wir die alte Software dann sukzessive ganz abschalten konnten."
Messbare Ergebnisse "Die Erfolge der JDF-Integration lassen sich messen, wenn man die notwendigen Ressourcen für einen Job beispielweise in Form von Stückkosten auf eine einzelne CtP-Platte bezieht", erklärt Huber. "Hier konnten wir durch die Prinect Lösungen Kostensenkungen von rund 40 Prozent erreichen." Die betriebswirtschaftliche Gesamtbetrachtung der Integration brachte jedoch noch beeindruckendere Ergebnisse: Durch glattere Abläufe und transparenten Zugriff auf Jobinformationen konnten nicht nur in den Prozessen signifikante Einsparungen erzielt werden. Auch ein mittlerweile deutlich gestiegenes Auftragsvolumen konnte mit derselben Mitarbeiterzahl problemlos realisiert werden. "Insgesamt haben unsere Berechnungen einen Amortisationszeitraum für die Gesamtinvestitionen von rund 12 Monaten ergeben", so Huber weiter. "Dabei sind wir in der Berechnung von einer ausgesprochen konservativen Betrachtungsweise ausgegangen." Hinzu kommt außerdem die Möglichkeit, die über Prinect Prinance erfassten Produktionsdaten aus dem Drucksaal für die Nachkalkulation zu nutzen. "Mit der Betriebsdatenerfassung werden wir etwa ab Mitte nächsten Jahres dann auch die automatisierte Nachkalkulation einführen, die bisher noch manuell erfolgt - ein weiterer wichtiger Beitrag in Sachen Transparenz gegenüber unseren Kunden. Dann werden die Rückmeldungen der Maschinen automatisch erfasst, womit wir unseren Aufwand für die auftragsbezogene Kosten- und Ergebniskontrolle noch einmal deutlich absenken werden."
JDF-Integration braucht klare Zuständigkeiten Während der gesamten Dauer des Integrationsprojektes standen je ein dedizierter Projektmanager und ein Systemadministrator zur Verfügung. "Wir haben mit diesem zentralisierten Ansatz sehr gute Erfahrungen gemacht", berichtet Huber. "Ohne Frage ist ein Integrationsprojekt in unserer Größenordnung mit einer gewissen Komplexität verbunden. Klare Zuständigkeiten und ein sauberes Projektmanagement haben aus unserer Sicht entscheidend dabei geholfen, dass die neuen Lösungen schnell produktiv eingesetzt und die notwendige Akzeptanz bei den Mitarbeitern geschaffen werden konnte."
Höhere Effizienz in den Prozessen und der Produktion haben sich bei der Color-Gruppe seither in einem rund 50 Prozent höheren Job-Durchsatz niedergeschlagen - mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Prozesskosten. "Natürlich bleiben auch wir vom Problem der sinkender Margen nicht gänzlich verschont - aber wenn wir die JDF-Integration in den letzten Jahren nicht in dieser Form vollzogen hätten, wäre die Rentabilität des Unternehmens möglicherweise in Gefahr gewesen", ist sich Huber sicher. "Zudem haben wir mit den Prinect Management Lösungen und JDF den Grundstein gelegt, um unseren Kundenservice weiter auszubauen - mehr Transparenz und stabile Prozesse tragen aus unserer Sicht erheblich dazu bei, die Kundenbindung zu erhöhen und damit den langfristigen Erfolg für unser Unternehmen sicherzustellen."
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Die Color-Gruppe
Die Color-Gruppe in München bündelt mit ihren vier Unternehmen Color-Medienservice, Color-Offset, Color-Press und Color-Falz das Know-how aus Grafik, Medienvorstufe, Druckverarbeitung und Logistik zu Full Service-Angeboten. Die Angebots- palette umfasst die gesamte Bandbreite an Druckpro- dukten. Das Unternehmen mit rund 140 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 14 Millionen Euro (2004) wurde für seine Leistungen unter anderem mit dem "Sappi European Printer of the Year Award" in Gold der Kategorie Kalender & Plakate ausgezeichnet.
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