Artikelserie "Star-Peripheriegeräte von Heidelberg", Teil I
Kleiner, stärker, effizienter - Heidelbergs neues
Luftversorgungssystem AirStar 3000
Das Star-Konzept der Heidelberger Druckmaschinen AG
(Heidelberg) umfasst die komplette Systemlösung mit
Peripheriegeräten für Speedmaster Druckmaschinen. Die
Anbindung der wesentlichen Peripheriegeräte an die
Druckmaschine erfolgt mittels CANopen-Datenbus über den
Leitstand Prinect CP2000 Center.
Alle Peripheriegeräte entwickelt Heidelberg selbst oder
in enger Zusammenarbeit mit namhaften Zulieferern. Dies bietet den
Kunden viele Vorteile: weitreichende Automatisierungsfunktionen,
einheitliche und leicht verständliche Bedienerführung
sowie Installation und Wartung aus einer Hand.
Mit dem Luftversorgungsschrank AirStar 3000, dem
Kombinationsgerät CombiStar 3000 sowie den Trocknern DryStar
3000 LYL und DryStar 3000 UV hat Heidelberg vor kurzem eine neue
Generation von Peripheriegeräten vorgestellt. Hiermit kann der
Drucker einen Produktivitätszuwachs von bis zu 30 Prozent
erzielen.
Grund genug, in einer Artikelserie diese Neuheiten rund um
die Peripheriegeräte darzustellen. Der erste Teil
beschäftigt sich mit der Luftversorgung.
AirStar 3000 - Bis zu 50 Prozent weniger Stromverbrauch, 45
Prozent weniger Wärmeeintrag und 50 Prozent weniger
Platzbedarf
Jede Druckmaschine benötigt Luft, zum Beispiel zum
Vereinzeln der Bogen im Anleger, zur Bogenführung zwischen den
Druckwerken oder um eine optimale Stapelbildung im Ausleger
sicherzustellen. Während viele Druckmaschinenhersteller die
hierfür erforderlichen Gebläse unter der Maschine
"verstecken", setzt Heidelberg seit langem auf das
Konzept eines dezentralen, leistungsfähigen und gut
zugänglichen Luftversorgungsschranks. Seit 1995 hat Heidelberg
bereits über 15.000 dieser Schränke an Speedmaster
Druckmaschinen installiert. Mit dem neuen Luftversorgungssystem
AirStar 3000 wird diese Erfolgsgeschichte mit einem Quantensprung
im Hinblick auf Energieeffizienz und neuer Gebläsetechnologie
fortgesetzt. Im AirStar 3000 befinden sich zwei neuartige
Lufterzeuger: Eine zweistufige Klauenpumpe und - erstmals in der
Printmedien-Industrie - ein Turboradialgebläse mit einem sehr
hohen Wirkungsgrad von 70 Prozent.
So werden zukünftig alle Speedmaster XL 105 und ab
Herbst dieses Jahres auch die meisten anderen Speedmaster
Maschinenmodelle mit dem Luftversorgungsschrank AirStar 3000 im
Standard ausgestattet sein. Mit der innovativen Technologie
können an einer Speedmaster XL 105-6+LX im
Drei-Schicht-Betrieb jährliche Stromkosten-Einsparungen von
bis zu 8.000 Euro realisiert werden.
Wegweisende Technologie von Heidelberg
"Druckmaschine und Peripheriegeräte müssen
heute eng aufeinander abgestimmt sein", erklärt Ruben
Schmitt, Leiter des Entwicklungsbereiches "Luftsysteme"
bei Heidelberg. "So erfordert die hohe
Fortdruckgeschwindigkeit einer Speedmaster XL 105 einen optimalen
Bogenlauf. Diesen stellt die Druckmaschine sehr komfortabel ein,
indem sie die Luftmengen automatisch an Bedruckstoff und
Druckgeschwindigkeit anpasst. Diese automatische Einstellung sowie
die Abspeicherbarkeit aller Lufteinstellungen mit dem Druckjob
haben ein völliges neues Konzept erforderlich gemacht. Ein
Luftversorgungssystem "von der Stange" oder die
Installation einer zentralen Lufterzeugungsanlage für die
gesamte Druckerei kann das nicht mehr leisten", so Schmitt
weiter.
Oberstes Ziel der Entwicklung ist es, eine möglichst
hohe Verfügbarkeit der Druckmaschine sicherzustellen. Deswegen
werden die einzelnen Luftverbraucher wie zum Beispiel die
Blaseinrichtungen in den Druckwerken oder an den
Umführtrommeln nicht direkt aus den Gebläsen versorgt:
Vielmehr ist entlang der Druckmaschine ein zentrales
Luftverteilerrohr installiert, aus dem fast alle
Blasluft-Verbraucher der Druckmaschine versorgt werden. Das
Luftverteilerrohr wird von mehreren identischen Gebläsen des
AirStar 3000 gespeist. Fällt eines dieser Gebläse aus, so
springt ein anderes automatisch ein - das Risiko eines
Maschinenstillstands wird deutlich minimiert.
Innovative Turboradialgebläse
Heidelberg setzt im AirStar 3000 eine komplett neu
entwickelte Gebläsetechnologie auf Basis von
Turboradialgebläsen ein. Diese High-Tech-Gebläse laufen
mit Geschwindigkeiten von bis zu 15.000 Umdrehungen in der Minute -
ein vor wenigen Jahren noch unvorstellbar hoher Wert.
Die daraus resultierenden Vorteile für die Druckerei
liegen auf der Hand: Dank eines Wirkungsgrades von 70 Prozent
(gegenüber 30 Prozent bis 35 Prozent bei herkömmlichen
Luftversorgungsschränken für Druckmaschinen anderer
Hersteller) wird die eingesetzte elektrische Energie effizient
umgesetzt. Der Stromverbrauch sinkt dadurch um bis zu 50 Prozent.
Durch den hohen Wirkungsgrad wird auch der Wärmeeintrag in den
Drucksaal um bis zu 45 Prozent reduziert.
Durch Einsatz neuer Werkstoffe gelang es den Entwicklern von
Heidelberg, äußerst verschleißarme und nahezu
wartungsfreie Gebläse zu konzipieren. Durch die
berührungslose Verdichtung ist kaum ein Laufgeräusch zu
hören. Auch dies ist ein großer Vorteil im
Druckereialltag.
Alle Turboradialgebläse verfügen über eine
dynamische Drehzahlregelung. Die Drehzahl der Gebläse
entspricht dabei immer exakt dem aktuellen Luftbedarf der
Druckmaschine. Diese Erkenntnis bedeutet Energieeinsparung und
für den Kunden letztlich bares Geld, da in der Praxis
häufig nur 30 Prozent bis 50 Prozent der tatsächlichen
Gebläseleistung benötigt wird. Erst wenn mit sehr dicken
Grammaturen oder mit hoher Druckgeschwindigkeit gefahren wird und
eine kräftige Saug- und Blasluft-Unterstützung für
den Bogenlauf erforderlich ist, wird die Gebläsedrehzahl
gesteigert.
Zusätzlich zu den Turboradialgebläsen wird im
AirStar 3000 eine neu entwickelte zweistufige Klauenpumpe
eingesetzt, die in jeder Stufe zwei Druckniveaus bilden kann. Mit
diesem System lassen sich vier unterschiedliche Druck-Niveaus
erzeugen - und das mit einem einzigen Antrieb. Dadurch ergeben sich
geringe Abmessungen, die sich im deutlich geringeren Platzbedarf
des AirStar 3000 widerspiegeln.
Voller Erfolg in der Praxis
Bereits mit dem bewährten AirStar 2000 hatte Heidelberg
im Bereich der Luftversorgung die Nase vorn: Die meisten
Wettbewerbssysteme sind doppelt so groß, verbrauchen deutlich
mehr Energie (im Vergleich zum AirStar 2000 kann dies schnell
10.000 Euro pro Jahr ausmachen) und erzeugen mehr Abwärme. Mit
dem AirStar 3000 baut Heidelberg seinen Vorsprung auf dem Gebiet
der Luftversorgung aus: Der Energieverbrauch reduziert sich
gegenüber dem Vorgängermodell um bis zu 50 Prozent, der
Platzbedarf ebenso und der Wärmeeintrag in die Druckmaschine
um bis zu 45 Prozent. Dies reduziert die Betriebskosten und
erleichtert den Druckprozess.
Hannes Manz, Produktionsleiter bei AZ-Druck und Datentechnik
in Kempten, ist überzeugt von der Star-Peripherie: "Die
besten Peripheriegeräte sind diejenigen, bei denen wir nach
zwei Monaten nicht mehr wissen, wo sie überhaupt in der
Druckerei stehen. Der AirStar 3000 gehört dazu. Er
funktioniert tadellos und zuverlässig, die Bedienung der
Lufteinstellungen über das Prinect CP2000 Center ist einfach
und spart viel Zeit. Unsere Stromrechnung ist seit seiner
Installation deutlich zurückgegangen - ich hätte nicht
gedacht, dass die Peripheriegeräte soviel Einfluss darauf
haben."
Zuverlässige Scroll-Kompressoren
Neben dem AirStar 3000 ist jede Speedmaster XL 105 mit einem
ScrollStar-Kompressor ausgestattet. Dieser erzeugt die hohe
Druckluft, mit der alle Pneumatikzylinder in der Maschine versorgt
werden, einschließlich der neuen Farbversorgung InkLine 3000.
Auch bei der Drucklufterzeugung verwendet Heidelberg eine andere
Technologie als seine Wettbewerber: Der Scroll-Verdichter arbeitet
berührungsfrei, wodurch er sehr leise und wartungsarm ist. Er
benötigt kein Öl zur Schmierung. Deshalb entfallen die
üblichen hohen Wartungsaufwände und es werden
letztendlich Stillstandzeiten der Druckmaschine reduziert.
Fortsetzung folgt...
Bild 1: Star-Konzept von Heidelberg
Das Star-Konzept von Heidelberg umfasst die komplette
Systemlösung mit Peripheriegeräten für Speedmaster
Druckmaschinen. Die Anbindung an die Druckmaschine erfolgt mittels
CANopen Datenbus über den Leitstand Prinect CP2000 Center.
Bild 2: Schaltschrank
AirStar 3000 ist der neue Luftversorgungsschrank für die
Blas- und Sauglufterzeugung.
Bild 3: Klauenpumpe
Die neuartige zweistufige Klauenpumpe kombiniert die Druck-
und die Vakuumstufe.
Bild 4: Turboradialgebläse
Im AirStar 3000 wird erstmals in der Printmedien-Industrie
ein Turboradialgebläse mit einem sehr hohen Wirkungsgrad von
70 Prozent eingesetzt. Der Stromverbrauch sinkt dadurch um bis zu
50 Prozent. Weiterhin wird der Wärmeeintrag in den Drucksaal
um bis zu 45 Prozent reduziert.
Bild 5: Grafik Wirkungsgrad
Wirkungsgrad von Turboradial- und Seitenkanalgebläsen im
Vergleich.
Druckversion