(Es gilt das gesprochene Wort!)
Sehr geehrte Damen und Herren,
herzlich willkommen bei Heidelberg auf der CeBIT. Ein
Standardsatz, den Sie kennen, der aber in diesem Jahr einen
anderen, neuen Stellenwert hat. Denn unser Auftritt bei der welt-
größten Computermesse hat sich stark
verändert. Und dies aus gutem Grund.
Heidelberg auf der CeBIT. Vor zwei, drei Jahren noch hatte
unsere Präsenz hier in Hannover den Charme eines
Nischenplayers. Heute haben wir die Standfläche
verfünffacht.
Heidelberg auf der CeBIT. Entscheidende Veränderungen in
unserem Produktportfolio haben für uns eine erweiterte
Klientel mit sich gebracht.
Historisch - aus heutiger Sicht - war unser
Einstieg in das digitale Umfeld vor rund zehn Jahren und konkret
mit der Quickmaster DI auf der drupa 1995. Diese Lehr- und
Wanderjahre, und wir hatten dabei keine Wettbewerbsbegleiter, quer
durch die grafische Industrie haben sich bezahlt gemacht.
Jüngst konnten wir die 1.500. Quickmaster DI, unsere digitale
Offsetdruckmaschine, an einen Kunden in England ausliefern.
Für Heidelberg Bedeutet dies nicht nur Akzeptanz, sondern auch
Erfahrung im digitalen Umfeld unserer Industrie. Ich darf hier
Charles Pesko, den CEO von CAP Ventures, das zu den führenden
Marktforschungsinstituten und Analysten der Branche zählt,
zitieren: "Im Grunde genommen hat Heidelberg in den neunziger
Jahren die Wirtschaftlichkeit des Offsetdrucks neu definiert. Die
DI-Technologie verschaffte den Akzidenzdruckern den problemlosen
Eintritt in den Quickprintmarkt" - mit den kleinsten
Turn-Around-Zeiten.
Dieser so positive Einstieg hat uns nicht nur Mut gemacht,
vielmehr war er Anstoß zu weiteren Aktivitäten. So ist
Heidelberg in den digitalen s/w-Markt durch die Übernahme des
Office-Imaging-Bereichs von Kodak eingestiegen und hat dort in
knapp 20 Monaten mit der inzwischen 2000. verkauften Digimaster die
eigenen Erwartungen bei weitem übertroffen. Der nächste
und konsequente Schritt ist die Ausweitung unseres Engagements
Richtung digitaler Farbe. Noch in diesem Jahr, auf der Print im
September in Chicago, gehen wir mit der Digitaldruckmaschine
NexPress, dem Produkt aus dem Joint Venture zwischen Heidelberg und
Kodak, in die Marktauslieferung.
Heidelberg auf der CeBIT. Nicht nur ein neuer Stellenwert,
auch ein neues Gesicht. Wir haben uns mit rund 900 Quadratmetern
Standfläche in Halle 1 auch optisch verändert. Kein
Facelifting, sondern eine strategische Neuausrichtung! Wir zeigen
das integrierte Druck- und Medienhaus mit den Schwerpunkten
Datenmanagement und Datenhandling.
Heidelberg auf der CeBIT. Wir spielen eine maßgebliche
Rolle in der Entwicklung der Schnittstellen zum Internet für
die grafische Industrie. Und wir sprechen die Unternehmen der
grafischen Industrie speziell auf diesem Sektor an, denn immer mehr
Drucker befassen sich mit diesen Themenkomplexen. Aber nicht nur
die Drucker stehen bei uns im Focus. Wir beginnen bereits bei
Kreativen und Agenturen, also denen, die am Anfang des
Medienerstellungsprozesses stehen - sie werden hier ebenso
gezielt angesprochen.
Heidelberg auf der CeBIT. Wir stehen für offene
Schnittstellen in der Industrie. Wir sind überzeugt,
Insellösungen führen zur Abhängigkeit der Kunden und
beschränken damit auch zwangsläufig deren Freiräume.
Wir demonstrieren hier deutlich unser Commitment zur grafischen
Industrie. Rechtzeitig zur CeBIT haben wir eine Software vom
Karlsruher Softwarehaus CSP erworben, die es uns ab sofort
ermöglicht, im Interesse unserer Kunden Monopolstellungen
anderer Hersteller aufzubrechen. Mit diesem Tool wird die
Digimaster steckerkompatibel zu den Hochleistungs-Digital-
Drucksystemen der anderen Hersteller, die bisher den Markt der
Corporate Rechenzentren beherrscht haben. Heidelberg eröffnet
sich dadurch ein Markt von mehr als weltweit 12.000 Xerox Systemen.
Die waren uns aufgrund der proprietären Xerox Datenformate
bisher verschlossen. Schon heute freuen wir uns wegen der
Druckqualität der Digimaster und der damit verbundenen
Alleinstellungsmerkmale auf diesen Wettbewerb. Mit diesem
Softwaretool sind wir in der Lage, die Digimaster in den
verschiedensten Industriebereichen wie Handel, Banken und
Versicherungen zu installieren. Zur strategischen Bedeutung dieser
neuen Situation nun einige Anmerkungen. Heidelberg geht bei der
Entwicklung und dem Vorantreiben von offenen Standards dabei immer
einen Schritt weiter als die traditionellen IT-Hersteller. Mit JDF
(Job Definition Format), CIP 3 und CIP 4 (Computer Integrated
Printprocess) auf Basis von PDF (Portable Document Format)
betrachten wir immer den gesamten Datenworkflow der
Druckwertschöpfungskette von der Kreation bis zum fertig
gebundenen Produkt. Wir bringen damit industrielle
Druckqualität ins Rechenzentrum.
Heidelberg auf der CeBIT. Nicht mehr in der Nische. Wir
bieten durchgehend digitale Lösungen und sind nunmehr unserem
Ziel, in fünf Jahren 30 Prozent Marktanteile im Bereich des
Digitaldrucks zu erreichen, ein großes Stück näher
gekommen. Ich sage Ihnen, meine Damen und Herren, dass wir sogar
schon weiter sind als unsere internen Planungen dies vorgesehen
haben. Wir sind mit mehr als 16 Prozent Marktanteil schon bei der
Hälfte unserer ursprünglichen Vorgabe (nach erst zwei
Jahren) und werden noch schneller neue Anteile hinzugewinnen.
Heidelberg auf der CeBIT: Die Software macht den Unterschied.
Wie wichtig die Digitalisierung gerade in der heutigen Zeit
und der Zukunft sein wird, zeigen die Veränderungsprozesse in
der grafischen Industrie. Wenn man sich den gesamten Druckprozess,
also Prepress, Press und Postpress anschaut, so beansprucht der
eigentliche Druckvorgang in der Regel nur noch rund ein Drittel der
Gesamtzeit. Folglich verlagern sich die Verbesserungspotentiale
zunehmend auf Prepress und Postpress. Grund: Die Anzahl der
Aufträge steigt bei sinkender Auflage. Und dieser Trend nimmt
weiter zu. Deshalb unser Engagement in diesen Bereichen, deshalb
unser Engagement hin zum integrierten Druck- und Medienhaus,
deshalb unser starker Auftritt auf der CeBIT.
Viele Druckereien warten darauf, dass ein Universalanbieter
für Software in der grafischen Industrie mit komplettem
Produktprogramm, hohem Qualitätsniveau und Zukunftssicherheit
antritt. Somit sichern wir mit unserem Software-Engagement nicht
nur unser Kerngeschäft und die Zukunft der Druckindustrie,
sondern erschließen uns damit auch neue Wachstumsfelder.
Allein im Bereich Business Workflow (Kalkulation,
Ordermanagement, PPS [Produktions- und Planungssysteme]) werden
weltweit jährlich in der grafischen Industrie ca. 1,1 Mrd.
Mark in Software investiert. Die Masse dieser Investitionen,
nämlich mehr als dreiviertel der Gesamtsumme, wird von kleinen
und mittleren Akzidenzdruckern aufgebracht. Allein in Deutschland
investieren mittelständische Druckbetriebe mit 10 bis 100
Mitarbeitern ca. 250 Mio. Mark in Software mit Schwerpunkt PPS
(Studie der Pragma IS GmbH von 1999).
Heidelberg auf der CeBIT: Was tun wir konkret? Wir machen die
Druck- und Medienbetriebe fit. Wir unterstützen unsere Kunden
aktiv beim Informationsmanagement.
Dies bedeutet:
- 24-Stunden Erreichbarkeit
- ein umfassendes Technologieangebot wie E-Portale
- Kundeninformation-Tools (z.B. Websites und Call-Center)
- Kontinuierlichen Support durch Verbrauchsmaterialien
- Beratung bei Softwarelösungen
- Fernwartungsmöglichkeit für komplexe Systeme
Die Druckereien der Zukunft müssen über ihr
traditionelles Angebot hinausgehen und ihren Kunden
zusätzliche Dienste wie eine nutzbare Kombination aus
Hardware, Software und Brainware zur Verfügung stellen.
Speziell gilt es, das Internet für die grafische
Industrie bewusst und sinnvoll zu nutzen, um so definierte
Abläufe zu verbessern. Bei kleinen Auflagen und schneller
Verfügbarkeit wird es immer mehr Druckjobs geben, die
über das Internet transportiert und gehandelt werden. Für
das Marketing ein großes Feld. Visitenkarten und Briefpapier
können direkt vom Auftraggeber via Internet ausgesucht,
Korrektur gelesen und bezahlt werden. Vorteil: schneller und
preisgünstiger.
Welch ein großes Feld noch vor uns liegt, unterstreicht
eine Zahl besonders deutlich: Der variable Inhalt des Digitaldrucks
liegt heute erst bei etwa sechs Prozent. Das bedeutet, dass die
Möglichkeiten einer digitalen Maschine längst nicht
völlig ausgeschöpft werden. Wir leisten hier
Pionierarbeit und unterstützen unsere Kunden dabei, sich diese
Möglichkeiten zu erschließen.
Heidelberg auf der CeBIT. Ich habe die Brainware
angesprochen, unser Wissen. Dies geben wir weiter. Ich erinnere
Sie, meine Damen und Herren, an unser zweijähriges
Aufbaustudium mit dem Abschluss zum Print Manager mit MBA. Neu ist
ab Herbst 2001 der Print Manager als Zertifikat der Print Media
Academy. Damit kommen wir unseren Kunden entgegen, die kein Studium
absolviert haben, aber langjährige Berufserfahrung nachweisen
können.
Lassen Sie mich nun zu Einzelheiten bei den Produkten kommen.
Digimaster 9110
Wie ich bereits erwähnt habe, hat Heidelberg nach 20
Monaten die 2000. Digimaster verkauft. Und das nur acht Monate nach
der 1000. Maschine. Hier auf der CeBIT präsentiert Heidelberg
zusätzliche Erweiterungen zur Digimaster. Zu nennen sind
für die Vorstufe der Hochleistungsscanner Imagedirect 665 und
für das Finishing der Inserter und der Perfect Binder.
Außerdem ist jetzt auch die Software ImageSmart 1.5 für
das Dokumentenmanagement erhältlich. Welchen Stellenwert
digitales Finishing mittlerweile bei Heidelberg genießt,
bringen wir mit einem eigenen Standort in Mühlhausen bei
Stuttgart zum Ausdruck. Hier haben wir entscheidende Schritte nach
vorne getan. So konnten wir den Workflow deutlich verbessern. Die
Digimaster ist daher auch durch ihre Leistungsfähigkeit im
Finishing ein besonders attraktives Angebot gegenüber den
Produkten des Wettbewerbs.
Der Inserter schießt farbige Dokumente in den
Schwarz-Weiß-Druckjob ein, ohne den Workflow zu verlangsamen.
Das heißt, weiterhin kann mit einer Geschwindigkeit von 110
Seiten pro Minute auf verschiedenfarbiges Papier gedruckt werden.
Der Perfect Binder sorgt dafür, dass sich Broschüren und
Bücher bis zu einer Stärke von 40 Millimetern anfertigen
lassen und zwar in verschiedenen Formaten.
Wie erfolgreich die Maschine personalisiert druckt,
können Sie gleich selbst feststellen, wenn Sie Ihren
persönlichen Marco Polo Reiseführer im Anschluss an diese
Pressekonferenz on-demand erhalten. Sie können Ihr Exemplar
aber auch bei uns am Stand entgegennehmen. Selbstverständlich
sind alle Anwesenden eingeladen, Heidelberg in Halle 1 zu besuchen.
Unser Stand ist ja dieses Jahr so groß, dass Sie uns auch
mühelos ohne Reiseführer finden.
NexPress 2100
Auch im Farbdigitaldruck, und damit komme ich zum letzen
Punkt, startet Heidelberg jetzt voll durch. NexPress, also unser
Joint Venture mit Eastman Kodak, befindet sich sehr gut im
Zeitplan. Auf unserem CeBIT-Stand können Sie die NexPress 2100
in Produktion sehen. Die Vertriebsfreigabe der Maschine erfolgt im
kommenden September auf der Print 2001 in Chicago. Zuerst wird
Heidelberg die Maschine in bestimmten Testmärkten in USA und
Europa installieren. Wenn diese Phase abgeschlossen ist, beginnt
schrittweise der weltweite Vertrieb. Produziert wird die
volldigitale Farbdruckmaschine an unserem deutschen Standort in
Kiel. Ich bin angesichts der hohen Nachfrage nach kleinen, aber
hochwertigen und personalisierten Farbauflagen, also im
Produktionsbereich von rund 200.000-500.000 Seiten im Monat, sehr
optimistisch, dass es Heidelberg in den nächsten fünf
Jahren gelingen wird, die Marktführerschaft im
Farbdigitaldruck zu übernehmen. Die NexPress 2100 ist
jedenfalls die optimale Maschine, um die Marktanforderungen zu
befriedigen. Abschließend möchte ich noch erwähnen,
dass Heidelberg durch die Entwicklungszeit von lediglich vier
Jahren von der ersten Zeichnung bis zur Marktreife der Maschine
Standards setzt: Und zwar in Bezug auf Qualität, Service und
Verfügbarkeit.