Rede Holger Reichardt, Vorstand Marketing und Vertrieb Heidelberger Druckmaschinen AG, auf der CeBIT-Pressekonferenz am 22.03.2001 in Hannover |
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| 22.03.2001 |
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(Es gilt das gesprochene Wort!)
Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen bei Heidelberg auf der CeBIT. Ein Standardsatz, den Sie kennen, der aber in diesem Jahr einen anderen, neuen Stellenwert hat. Denn unser Auftritt bei der welt- größten Computermesse hat sich stark verändert. Und dies aus gutem Grund.
Heidelberg auf der CeBIT. Vor zwei, drei Jahren noch hatte unsere Präsenz hier in Hannover den Charme eines Nischenplayers. Heute haben wir die Standfläche verfünffacht.
Heidelberg auf der CeBIT. Entscheidende Veränderungen in unserem Produktportfolio haben für uns eine erweiterte Klientel mit sich gebracht.
Historisch - aus heutiger Sicht - war unser Einstieg in das digitale Umfeld vor rund zehn Jahren und konkret mit der Quickmaster DI auf der drupa 1995. Diese Lehr- und Wanderjahre, und wir hatten dabei keine Wettbewerbsbegleiter, quer durch die grafische Industrie haben sich bezahlt gemacht. Jüngst konnten wir die 1.500. Quickmaster DI, unsere digitale Offsetdruckmaschine, an einen Kunden in England ausliefern. Für Heidelberg Bedeutet dies nicht nur Akzeptanz, sondern auch Erfahrung im digitalen Umfeld unserer Industrie. Ich darf hier Charles Pesko, den CEO von CAP Ventures, das zu den führenden Marktforschungsinstituten und Analysten der Branche zählt, zitieren: „Im Grunde genommen hat Heidelberg in den neunziger Jahren die Wirtschaftlichkeit des Offsetdrucks neu definiert. Die DI-Technologie verschaffte den Akzidenzdruckern den problemlosen Eintritt in den Quickprintmarkt“ - mit den kleinsten Turn-Around-Zeiten.
Dieser so positive Einstieg hat uns nicht nur Mut gemacht, vielmehr war er Anstoß zu weiteren Aktivitäten. So ist Heidelberg in den digitalen s/w-Markt durch die Übernahme des Office-Imaging-Bereichs von Kodak eingestiegen und hat dort in knapp 20 Monaten mit der inzwischen 2000. verkauften Digimaster die eigenen Erwartungen bei weitem übertroffen. Der nächste und konsequente Schritt ist die Ausweitung unseres Engagements Richtung digitaler Farbe. Noch in diesem Jahr, auf der Print im September in Chicago, gehen wir mit der Digitaldruckmaschine NexPress, dem Produkt aus dem Joint Venture zwischen Heidelberg und Kodak, in die Marktauslieferung.
Heidelberg auf der CeBIT. Nicht nur ein neuer Stellenwert, auch ein neues Gesicht. Wir haben uns mit rund 900 Quadratmetern Standfläche in Halle 1 auch optisch verändert. Kein Facelifting, sondern eine strategische Neuausrichtung! Wir zeigen das integrierte Druck- und Medienhaus mit den Schwerpunkten Datenmanagement und Datenhandling.
Heidelberg auf der CeBIT. Wir spielen eine maßgebliche Rolle in der Entwicklung der Schnittstellen zum Internet für die grafische Industrie. Und wir sprechen die Unternehmen der grafischen Industrie speziell auf diesem Sektor an, denn immer mehr Drucker befassen sich mit diesen Themenkomplexen. Aber nicht nur die Drucker stehen bei uns im Focus. Wir beginnen bereits bei Kreativen und Agenturen, also denen, die am Anfang des Medienerstellungsprozesses stehen - sie werden hier ebenso gezielt angesprochen.
Heidelberg auf der CeBIT. Wir stehen für offene Schnittstellen in der Industrie. Wir sind überzeugt, Insellösungen führen zur Abhängigkeit der Kunden und beschränken damit auch zwangsläufig deren Freiräume. Wir demonstrieren hier deutlich unser Commitment zur grafischen Industrie. Rechtzeitig zur CeBIT haben wir eine Software vom Karlsruher Softwarehaus CSP erworben, die es uns ab sofort ermöglicht, im Interesse unserer Kunden Monopolstellungen anderer Hersteller aufzubrechen. Mit diesem Tool wird die Digimaster steckerkompatibel zu den Hochleistungs-Digital- Drucksystemen der anderen Hersteller, die bisher den Markt der Corporate Rechenzentren beherrscht haben. Heidelberg eröffnet sich dadurch ein Markt von mehr als weltweit 12.000 Xerox Systemen. Die waren uns aufgrund der proprietären Xerox Datenformate bisher verschlossen. Schon heute freuen wir uns wegen der Druckqualität der Digimaster und der damit verbundenen Alleinstellungsmerkmale auf diesen Wettbewerb. Mit diesem Softwaretool sind wir in der Lage, die Digimaster in den verschiedensten Industriebereichen wie Handel, Banken und Versicherungen zu installieren. Zur strategischen Bedeutung dieser neuen Situation nun einige Anmerkungen. Heidelberg geht bei der Entwicklung und dem Vorantreiben von offenen Standards dabei immer einen Schritt weiter als die traditionellen IT-Hersteller. Mit JDF (Job Definition Format), CIP 3 und CIP 4 (Computer Integrated Printprocess) auf Basis von PDF (Portable Document Format) betrachten wir immer den gesamten Datenworkflow der Druckwertschöpfungskette von der Kreation bis zum fertig gebundenen Produkt. Wir bringen damit industrielle Druckqualität ins Rechenzentrum.
Heidelberg auf der CeBIT. Nicht mehr in der Nische. Wir bieten durchgehend digitale Lösungen und sind nunmehr unserem Ziel, in fünf Jahren 30 Prozent Marktanteile im Bereich des Digitaldrucks zu erreichen, ein großes Stück näher gekommen. Ich sage Ihnen, meine Damen und Herren, dass wir sogar schon weiter sind als unsere internen Planungen dies vorgesehen haben. Wir sind mit mehr als 16 Prozent Marktanteil schon bei der Hälfte unserer ursprünglichen Vorgabe (nach erst zwei Jahren) und werden noch schneller neue Anteile hinzugewinnen.
Heidelberg auf der CeBIT: Die Software macht den Unterschied. Wie wichtig die Digitalisierung gerade in der heutigen Zeit und der Zukunft sein wird, zeigen die Veränderungsprozesse in der grafischen Industrie. Wenn man sich den gesamten Druckprozess, also Prepress, Press und Postpress anschaut, so beansprucht der eigentliche Druckvorgang in der Regel nur noch rund ein Drittel der Gesamtzeit. Folglich verlagern sich die Verbesserungspotentiale zunehmend auf Prepress und Postpress. Grund: Die Anzahl der Aufträge steigt bei sinkender Auflage. Und dieser Trend nimmt weiter zu. Deshalb unser Engagement in diesen Bereichen, deshalb unser Engagement hin zum integrierten Druck- und Medienhaus, deshalb unser starker Auftritt auf der CeBIT.
Viele Druckereien warten darauf, dass ein Universalanbieter für Software in der grafischen Industrie mit komplettem Produktprogramm, hohem Qualitätsniveau und Zukunftssicherheit antritt. Somit sichern wir mit unserem Software-Engagement nicht nur unser Kerngeschäft und die Zukunft der Druckindustrie, sondern erschließen uns damit auch neue Wachstumsfelder.
Allein im Bereich Business Workflow (Kalkulation, Ordermanagement, PPS [Produktions- und Planungssysteme]) werden weltweit jährlich in der grafischen Industrie ca. 1,1 Mrd. Mark in Software investiert. Die Masse dieser Investitionen, nämlich mehr als dreiviertel der Gesamtsumme, wird von kleinen und mittleren Akzidenzdruckern aufgebracht. Allein in Deutschland investieren mittelständische Druckbetriebe mit 10 bis 100 Mitarbeitern ca. 250 Mio. Mark in Software mit Schwerpunkt PPS (Studie der Pragma IS GmbH von 1999). Heidelberg auf der CeBIT: Was tun wir konkret? Wir machen die Druck- und Medienbetriebe fit. Wir unterstützen unsere Kunden aktiv beim Informationsmanagement. Dies bedeutet:
- 24-Stunden Erreichbarkeit
- ein umfassendes Technologieangebot wie E-Portale
- Kundeninformation-Tools (z.B. Websites und Call-Center)
- Kontinuierlichen Support durch Verbrauchsmaterialien
- Beratung bei Softwarelösungen
- Fernwartungsmöglichkeit für komplexe Systeme
Die Druckereien der Zukunft müssen über ihr traditionelles Angebot hinausgehen und ihren Kunden zusätzliche Dienste wie eine nutzbare Kombination aus Hardware, Software und Brainware zur Verfügung stellen. Speziell gilt es, das Internet für die grafische Industrie bewusst und sinnvoll zu nutzen, um so definierte Abläufe zu verbessern. Bei kleinen Auflagen und schneller Verfügbarkeit wird es immer mehr Druckjobs geben, die über das Internet transportiert und gehandelt werden. Für das Marketing ein großes Feld. Visitenkarten und Briefpapier können direkt vom Auftraggeber via Internet ausgesucht, Korrektur gelesen und bezahlt werden. Vorteil: schneller und preisgünstiger.
Welch ein großes Feld noch vor uns liegt, unterstreicht eine Zahl besonders deutlich: Der variable Inhalt des Digitaldrucks liegt heute erst bei etwa sechs Prozent. Das bedeutet, dass die Möglichkeiten einer digitalen Maschine längst nicht völlig ausgeschöpft werden. Wir leisten hier Pionierarbeit und unterstützen unsere Kunden dabei, sich diese Möglichkeiten zu erschließen.
Heidelberg auf der CeBIT. Ich habe die Brainware angesprochen, unser Wissen. Dies geben wir weiter. Ich erinnere Sie, meine Damen und Herren, an unser zweijähriges Aufbaustudium mit dem Abschluss zum Print Manager mit MBA. Neu ist ab Herbst 2001 der Print Manager als Zertifikat der Print Media Academy. Damit kommen wir unseren Kunden entgegen, die kein Studium absolviert haben, aber langjährige Berufserfahrung nachweisen können.
Lassen Sie mich nun zu Einzelheiten bei den Produkten kommen.
Digimaster 9110 Wie ich bereits erwähnt habe, hat Heidelberg nach 20 Monaten die 2000. Digimaster verkauft. Und das nur acht Monate nach der 1000. Maschine. Hier auf der CeBIT präsentiert Heidelberg zusätzliche Erweiterungen zur Digimaster. Zu nennen sind für die Vorstufe der Hochleistungsscanner Imagedirect 665 und für das Finishing der Inserter und der Perfect Binder. Außerdem ist jetzt auch die Software ImageSmart 1.5 für das Dokumentenmanagement erhältlich. Welchen Stellenwert digitales Finishing mittlerweile bei Heidelberg genießt, bringen wir mit einem eigenen Standort in Mühlhausen bei Stuttgart zum Ausdruck. Hier haben wir entscheidende Schritte nach vorne getan. So konnten wir den Workflow deutlich verbessern. Die Digimaster ist daher auch durch ihre Leistungsfähigkeit im Finishing ein besonders attraktives Angebot gegenüber den Produkten des Wettbewerbs.
Der Inserter schießt farbige Dokumente in den Schwarz-Weiß-Druckjob ein, ohne den Workflow zu verlangsamen. Das heißt, weiterhin kann mit einer Geschwindigkeit von 110 Seiten pro Minute auf verschiedenfarbiges Papier gedruckt werden. Der Perfect Binder sorgt dafür, dass sich Broschüren und Bücher bis zu einer Stärke von 40 Millimetern anfertigen lassen und zwar in verschiedenen Formaten.
Wie erfolgreich die Maschine personalisiert druckt, können Sie gleich selbst feststellen, wenn Sie Ihren persönlichen Marco Polo Reiseführer im Anschluss an diese Pressekonferenz on-demand erhalten. Sie können Ihr Exemplar aber auch bei uns am Stand entgegennehmen. Selbstverständlich sind alle Anwesenden eingeladen, Heidelberg in Halle 1 zu besuchen. Unser Stand ist ja dieses Jahr so groß, dass Sie uns auch mühelos ohne Reiseführer finden.
NexPress 2100 Auch im Farbdigitaldruck, und damit komme ich zum letzen Punkt, startet Heidelberg jetzt voll durch. NexPress, also unser Joint Venture mit Eastman Kodak, befindet sich sehr gut im Zeitplan. Auf unserem CeBIT-Stand können Sie die NexPress 2100 in Produktion sehen. Die Vertriebsfreigabe der Maschine erfolgt im kommenden September auf der Print 2001 in Chicago. Zuerst wird Heidelberg die Maschine in bestimmten Testmärkten in USA und Europa installieren. Wenn diese Phase abgeschlossen ist, beginnt schrittweise der weltweite Vertrieb. Produziert wird die volldigitale Farbdruckmaschine an unserem deutschen Standort in Kiel. Ich bin angesichts der hohen Nachfrage nach kleinen, aber hochwertigen und personalisierten Farbauflagen, also im Produktionsbereich von rund 200.000-500.000 Seiten im Monat, sehr optimistisch, dass es Heidelberg in den nächsten fünf Jahren gelingen wird, die Marktführerschaft im Farbdigitaldruck zu übernehmen. Die NexPress 2100 ist jedenfalls die optimale Maschine, um die Marktanforderungen zu befriedigen. Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass Heidelberg durch die Entwicklungszeit von lediglich vier Jahren von der ersten Zeichnung bis zur Marktreife der Maschine Standards setzt: Und zwar in Bezug auf Qualität, Service und Verfügbarkeit.
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