Eine aktuelle Studie der Heidelberger Druckmaschinen AG
(Heidelberg) belegt, dass 40 Prozent aller Druckereien den
Umweltschutz als wichtiges Thema ansehen. "Umweltschutz ist
wichtig für unsere Kunden", bestätigt Dr.
Jürgen Rautert, Vorstand für Produkte und Technik bei
Heidelberg. "Wir können aufzeigen, dass Engagement
für die Umwelt nicht nur der Sicherung einer besseren Zukunft
für unseren Globus dient, sondern sich damit sogar Geld
verdienen lässt und dass sich entsprechende Investitionen
schnell amortisieren."
Seit 1992 ist der Umweltschutz ein Unternehmensziel. So
erhielt Heidelberg 1996 das erste Ökozertifikat der Branche
für seine Gießerei in Amstetten. Seitdem sind an allen
Entwicklungs- und Produktionsstandorten von Heidelberg
Umweltmanagementsysteme nach EMAS, später ISO 14001,
installiert worden. Unabhängige Gutachter überprüfen
jedes Jahr, ob gesetzliche Vorgaben und freiwillige
Selbstverpflichtungen eingehalten wurden.
"Wir wollen dafür sorgen, dass Drucken grüner
wird und so auch in der Öffentlichkeit empfunden wird",
erklärt Dr. Rautert. "Nach elf Jahren kontinuierlichem
Engagement im Umweltschutz haben wir bei der Fertigung der
Druckmaschinen bereits ein sehr hohes Niveau erreicht. Doch noch
wichtiger ist der Einsatz der Maschinen bei unseren Kunden. Deshalb
arbeiten unsere Entwickler daran, die Umweltbelastung im
Druckbetrieb auf das unvermeidbare Minimum zu reduzieren. Dazu
gehört auch die Unterstützung bei der Einführung
entsprechender Produktionsmethoden durch unser Print Media Academy
Netzwerk", so Rautert weiter.
Werden alle Maßnahmen umgesetzt, die Heidelberg seinen
Kunden zur umweltfreundlichen Produktion vorschlägt, so kann
der durch Material-verbrauch und Drucken verursachte CO
2-Ausstoß um über fünf Prozent, die
Makulatur um bis zu 80 Prozent, der Energieverbrauch um mehr als 15
Prozent und der Abfall um bis zu fünf Prozent reduziert
werden. Aufsummiert entspricht dies bei einer Speedmaster XL105-6+L
einer jährlichen Einsparung von etwa 210.000 Euro - ohne die
Einsparungen auf der Maschinenseite durch Reduktion der
Rüstzeiten.
Der größte Beitrag zum Umweltschutz ist die Reduktion
der Makulatur
Der wichtigste Umweltfaktor im Bogenoffset ist die
Anlaufmakulatur - keine andere Größe geht derart stark in
die Umweltbilanz einer Druckmaschine ein. Geht man von
durchschnittlich 600 Bogen Anlaufmakulatur pro Job aus, verursacht
eine drei-schichtig laufende Druckmaschine im 3B-Format pro Jahr
eine Makulatur von über 280 Tonnen. Dies entspricht einem CO
2-Ausstoß von ca. 300 Tonnen pro Jahr. Die
Zuschussmakulatur für die Weiterverarbeitung ist dabei noch
nicht berücksichtigt.
Um diesen Ausschuss zu verringern, bietet Heidelberg
zahlreiche Lösungen. An erster Stelle stehen die Module des
Prinect Workflows, Prinect Prepress Interface für das
Voreinstellen der Farbzonen an der Druckmaschine, Prinect Color
Assistant, der Kennlinien für Farben und Papier abspeichert,
sowie das spektralphotometrische Inline Farbmess- und Regelsystem
Prinect Inpress Control. Die Kombination dieser Prinect Module
reduziert die Zahl der nötigen Abzüge beim Einrichten auf
ein bis zwei. Je nach Druckjob kann dies bis zu 400 Bogen
Makulatur, oder übers Jahr verteilt bis zu 190 Tonnen
Makulatur, ausmachen.
Die neue Farbwerktechnologie Anicolor ist der derzeit
radikalste Ansatz zur Reduzierung der Makulatur. Anicolor ist auf
der Plattform der Speedmaster SM 52 verfügbar und erhielt
dieses Jahr den renommierten PIA/GAFT Award.
Neue Star Peripheriegeräte zur Reduktion des
Energieverbrauchs
Der Stromverbrauch einer Druckmaschine ist der
zweitwichtigste Umwelteinfluss nach der Makulatur. Eine
Druckmaschine im 3B-Format mit sechs Farben, Lackierwerk und
Trockner hat eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von 140
Kilowatt. Die Stromerzeugung hierfür ist für den
Ausstoß von 290 Tonnen CO
2 pro Jahr verantwortlich. Den größten Anteil
daran haben der Hauptantrieb, die Trockner und die Luftversorgung.
Hier unterstützt Heidelberg umweltfreundliche Produktion
mit seinem Konzept der Star Peripheriegeräte, die in Summe zu
einer deutlichen Reduktion des Energieverbrauchs beitragen. So wird
beim neu entwickelten Luftversorgungsschrank AirStar 3000 ein
Turboradialgebläse eingesetzt, das bis zu 50 Prozent weniger
Strom als bisherige Systeme benötigt. Der Wirkungsgrad
beträgt mittlerweile nahezu 80 Prozent, ein einmaliger Wert in
der Branche. Mit dem CombiStar 3000 Pro hat Heidelberg zudem ein
Kombigerät im Programm, welches in gemäßigten
Klimazonen während des größten Teils des Jahres die
Druckwerke der Maschine ohne zusätzliche aktive Kälte,
das heißt allein aus der Umgebungsluft der Druckerei,
kühlt.
Bei der Preset Plus Auslage wurde der Abstand zwischen
Trockner und Bogen um mehr als zwei Zentimeter verringert. Jeder
Zentimeter bedeutet einen geringeren Energieverlust bei der
Trocknung. In der Praxis bedeutet das eine Energieeinsparung im
konventionellen Druck von zehn Prozent, im UV-Druck sogar bis zu 25
Prozent gegenüber dem nächstbesten Wettbewerbssystem.
Beim neuen DryStar 3000 LYYL wird zudem bis zu 30 Prozent der
heißen Abluft rückgeführt - dies reduziert noch
einmal deutlich den Energieeinsatz.
Immer zwischen Anschlussleistung und Energieverbrauch
differenzieren
Wichtig ist, zwischen Anschlussleistung und wahrem
Energieverbrauch zu differenzieren. "Unsere innovative
Energierückgewinnung am DryStar 3000 LYYL führt dazu,
dass wir die Luft bei Produktionsstart mit maximaler Energie
aufheizen, danach aber die Leistung im Dauerbetrieb wieder
reduzieren können, schließlich wird die Wärme aus
der Abluft optimal genutzt", erklärt Dr. Rautert. Das
Gleiche gilt für zahlreiche andere Komponenten an den
Maschinen: Es wird immer die Leistung für den kritischsten
Job, die anspruchsvollste Form bereitgestellt, in der Praxis dank
Frequenzregelung und innovativer Steuertechnologie aber nur in
wenigen Situationen abgefordert. So belegen zahlreiche Messungen,
dass die Speedmaster pro Bogen erheblich weniger Strom verbrauchen
als andere Maschinen - und das trotz höherer
Spezifikationswerte. Deshalb wird Heidelberg sich zukünftig
für die Normierung der Angaben zum Stromverbrauch einer
Druckmaschine in der Branche einsetzen.
Neues Produkt DryingMonitor: weltweit erstes Messsystem zur
Erfassung der Trocknungsgüte im Bogenoffset
Mit dem neuen Star Produkt DryingMonitor wird die
Trocknungsgüte eines Bogens beurteilt. Damit ist es erstmals
möglich, die Leistung und den Energieverbrauch der
patentierten DryStar Trockner an das untere Limit heranzufahren,
ohne ein Verblocken des Stapels zu riskieren. Da der DryingMonitor
eine Trocknung mit weniger Wärmeeintrag sichert, reduziert
sich auch das Risiko, dass der Lack durch übermäßige
Hitze vergilbt oder sich der Bedruckstoff verzieht.
Durchbruch bei der Reduktion von Puder und Alkohol
Ein weiterer entscheidender Parameter für
umweltfreundliche Produktion ist die Reduktion von Emissionen,
seien es leichtflüchtige organische Kohlenwasserstoffe (VOCs)
oder Puder. So ist ab sofort ein neues CleanStar
Prozessabluftsystem an der Speedmaster CD 102 und der Speedmaster
XL 105 verfügbar, das den Feinstaubeintrag in die Druckerei
auf einen Bruchteil des gesetzlichen Grenzwertes reduziert.
Auch der Alkoholeinsatz im Feuchtmittel steht im
Fokus."In Deutschland drucken gerade einmal 15 Prozent aller
Druckereien alkoholreduziert, beim Rest sind 8 bis 15
Prozent Alkohol im Feuchtmittel leider immer noch die Regel",
betont Dr. Rautert. "Wenn es gelänge, alle Druckereien
auf stabile drei Prozent Alkohol im Feuchtmittel umzustellen,
würde am meisten für die Umwelt erreicht werden. Der
ökologische "sweet spot" im Offset-Druck, also die
Balance zwischen VOC-Emission und umweltrelevanten
Zusatzaufwänden für Energie, erhöhte
Reinigungsaufwände oder Anlaufmakulatur, liege eher bei einer
Konzentration von drei Prozent und nicht bei den vielfach
publizierten null Prozent."
Eine jüngste Marktbefragung zeigte, dass von den hundert
in Deutschland verkauften Speedmaster XL 105 immerhin bereits 60
Prozent alkoholreduziert bei null Prozent bis sechs Prozent
Alkoholgehalt laufen, der größere Teil davon im
"sweet spot" von drei Prozent.
Hinweis:
Der neue Nachhaltigkeitsbericht kann unter
environment@heidelberg.com unter der Faxnummer
+49 (0)6221 92 50 69 bestellt werden. Die Publikation kann auch im
Internet abgerufen werden.
Umweltdaten, Ansprechpartner und allgemeine Informationen über
die Produktions- und Entwicklungsstandorte des Unternehmens stehen
im
Download Center bereit.
Erläuterung der Abkürzungen:
EMAS: Eco-Management and Audit Scheme, auch bekannt als
EU-Öko-Audit oder Öko-Audit. EMAS wurde von der
Europäischen Union entwickelt und ist ein Gemeinschaftssystem
aus Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung für
Organisationen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen. Die
EMAS-Verordnung (Öko-Audit-Verordnung) misst der
Eigenverantwortung der Wirtschaft bei der Bewältigung ihrer
direkten und indirekten Umweltauswirkungen eine entscheidende Rolle
zu.
ISO: International Organisation for Standardization,
Internationale Organisation für Normung
VOCs: Volatile organic compounds sind flüchtige
organische Verbindungen, also Kohlenstoffhaltige Stoffe, die leicht
verdampfen (flüchtig sind) beziehungsweise schon als Gas bei
niedrigen Temperaturen (zum Beispiel Raumtemperatur) vorliegen.
B2-Format: 70 x 100 Zentimeter-Format
Bild 1:
Mögliche Einsparungen durch ökologisches
Drucken.
Bild 2:
Input-/Output-Analyse einer Druckmaschine am Beispiel
einer Speedmaster XL 105 Sechsfarben mit Lackierwerk und Trockner.
Weitere Informationen für Journalisten:
Heidelberger Druckmaschinen AG
Unternehmenskommunikation
Hilde Weisser
Tel.: +49 (0)6221 92 50 66
Fax: +49 (0)6221 92 50 69
E-Mail:
hilde.weisser@heidelberg.com