Hauptversammlung 2008 - Rede Bernhard Schreier
18.07.2008
Sperrfrist bis Beginn der Rede!
Rede zur Ordentlichen Hauptversammlung der Heidelberger
Druckmaschinen AG
Freitag, 18. Juli 2008 Congress Center Rosengarten, Mannheim
Bernhard Schreier
Vorsitzender des Vorstands
Es gilt das gesprochene Wort!
Chart: Titel
Chart: Willkommen
Teil 1:
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
sehr geehrte Aktionärsvertreterinnen und
Aktionärsvertreter,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Medien,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
im Namen des Vorstands der Heidelberger Druckmaschinen AG
darf ich Sie zu unserer Ordentlichen Hauptversammlung hier in
Mannheim sehr herzlich willkommen heißen.
Das Geschäftsjahr 2007/2008 liegt hinter uns - und wir
schauen mit sehr gemischten Gefühlen auf diese 12 Monate
zurück. Es war ein sehr durchwachsenes Jahr. Wir haben
zweifellos viel Positives erlebt in dieser Zeit - etwa die
Serienreife unserer Maschinen für das ganz große Format,
mit der wir einen Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens
gesetzt haben. An der Schnittstelle gegenüber unseren
Aktionären wurde dieses Geschäftsjahr aber leider dadurch
geprägt, dass wir unsere Prognosen nicht erreicht und
deutliche Kursverluste zu verzeichnen haben.
Wir haben dadurch viel Vertrauen vor allem bei Ihnen, unseren
Investoren, und bei den Analysten eingebüßt. Und wir
haben dafür harsche Kritik einstecken müssen. Diese
Kritik ist angekommen, meine sehr verehrten Damen und Herren, und
wir haben unsere Lehren daraus gezogen. Dieses verloren gegangene
Vertrauen wollen wir durch die konsequente Umsetzung unserer
Strategie und des Maßnahmenprogramms zur Kostenreduzierung
wieder zurückgewinnen. Wie unsere auf Langfristigkeit
ausgelegte Strategie aussieht und welche Maßnahmen wir kurz-
bis mittelfristig auf der Kostenseite implementieren werden, darauf
werde ich im Laufe meiner Rede ausführlich eingehen.
Kommen wir jedoch zunächst zum Rückblick auf das
Geschäftsjahr 2007/2008.
Rückblick GJ 2007/2008
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Druckmaschinenbranche und mit ihr Heidelberg befindet
sich seit einigen Monaten in einem sehr schwierigen konjunkturellen
Marktumfeld. Die Entwicklung auf dem Druckmaschinensektor ist unter
anderem belastet von Rezessionsängsten in den USA, von der
steigenden Inflation in Europa, von einem nahenden Ende des
Aufschwungs in Deutschland, von einem schwachen Dollar und einem
ebenso schwachen japanischen Yen sowie von stark steigenden
Energie- und Rohstoffkosten. All dies hatte Auswirkungen auf die
Konjunktur im Allgemeinen und auf die Druckmaschinenbranche im
Besonderen. Und damit natürlich auch auf Heidelberg.
Besonders die zweite Hälfte unseres Geschäftsjahres
wurde von deutlich schwächeren Aussichten auf zahlreichen
wichtigen Märkten beeinflusst. Dies hat in einigen Regionen zu
einer merklichen Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen
unserer Kunden geführt. Die Folge davon waren sinkende
Auftragseingänge und Umsätze, steigender Preisdruck und
niedrigere Margen. Angesichts des hart umkämpften Marktes
konnten wir weder die Energie- und Rohstoffkosten noch die
Währungseffekte in nennenswerter Weise an unsere Kunden
weitergeben.
Chart: Umsatz/Auftragseingang
Meine Damen und Herren, Heidelberg ist seit langer Zeit mit
seinen Technologien, seinen Produkten und seiner Qualität der
weltweit führende Hersteller von Lösungen im Bereich
Bogenoffset einer Branche, die besonders stark von der
allgemeinwirtschaftlichen Lage und insbesondere der Werbekonjunktur
abhängig ist und bereits in der Vergangenheit so manches Auf
und Ab erlebt hat.
Ursprünglich hatten wir für das abgelaufene
Geschäftsjahr ein "moderates Wachstum"
prognostiziert. Dieses Ziel haben wir jedoch verfehlt: Der Umsatz
sank um rund 3,5 Prozent auf 3,67 Milliarden Euro. Die ersten
Monate verliefen zunächst durchaus erfolgversprechend. Von
Quartal zu Quartal trübte sich dann jedoch das Konjunkturklima
und mit ihm die Geschäftsentwicklung immer weiter ein. Im
vierten Quartal, traditionell unserem umsatzstärksten, lagen
die Erlöse um fast zehn Prozent unter denen des gleichen
Vorjahreszeitraums.
Mit ausschlaggebend hierfür war, dass sich die
Rahmenbedingungen auf unserem zweitwichtigsten Markt - den
Vereinigten Staaten - unerwartet stark verschlechtert haben. Die
Angst vor einer immer wahrscheinlicher werdenden Rezession
lähmte förmlich die Investitionsbereitschaft unserer
Kunden jenseits des Atlantiks. Zusätzlich gedrückt wurde
die schlechte Stimmung zu Jahresbeginn durch die immer weiter um
sich greifende amerikanische Finanz- und Immobilienkrise.
Weiter verschärft wurde die Situation dadurch, dass sich
die Wechselkursverhältnisse von Euro zum Dollar und zum
japanischen Yen zunehmend zu unseren Ungunsten verschoben haben.
Dadurch erlangten unsere japanischen Konkurrenten weitere
erhebliche Wettbewerbsvorteile - und außer aus Deutschland
kommen ja unsere härtesten Wettbewerber aus Japan. Trotzdem
haben wir es geschafft, uns im Wettbewerb mit diesen Konkurrenten
zu behaupten.
Noch stärker als beim Umsatz wirkten sich die
schwierigen Rahmenbedingungen beim Auftragseingang aus. Dieser ging
um fast genau 200 Millionen Euro oder mehr als fünf Prozent
auf rund 3,65 Milliarden Euro zurück.
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