Vor dem Hintergrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise
sowie den dramatischen Auftragseinbrüchen im
Maschinenbausektor verzeichnete die Heidelberger Druckmaschinen AG
(Heidelberg) ein äußerst schwieriges Geschäftsjahr
2008/2009 (1. April 2008 bis 31. März 2009).
Der vorläufige Auftragseingang im abgelaufenen
Geschäftsjahr erreichte trotz hoher Nachfrage auf der
Branchenmesse drupa im Frühjahr 2008 insgesamt 2,906
Milliarden Euro und lag damit rund 20 Prozent unter dem
Vorjahreswert (3,649 Milliarden Euro). Der vorläufige Umsatz
der Heidelberg Gruppe lag in der Folge bei 2,999 Milliarden Euro
und damit um 18 Prozent unter dem Vorjahreswert von 3,670
Milliarden Euro. Dementsprechend verzeichnete Heidelberg für
das Geschäftsjahr ein vorläufiges operatives Ergebnis auf
EBIT-Basis (inklusive Restrukturierungskosten) in Höhe von
minus 228 Millionen Euro (Vorjahr: 268 Millionen Euro). Ohne
Berücksichtigung der Restrukturierungskosten ergibt sich ein
EBIT von minus 49 Millionen Euro. Das vorläufige
Jahresergebnis ist mit minus 249 Millionen Euro ebenfalls - wie
erwartet - negativ ausgefallen (Vorjahr: 142 Millionen Euro).
"Wir haben frühzeitig mit verschärften
Kostensenkungsmaßnahmen auf die schwierige Lage reagiert.
Erste Erfolge werden bereits sichtbar: So konnten wir wieder einen
positiven Free Cashflow im vierten Quartal ausweisen und haben
unsere Vorräte in den letzten Monaten deutlich reduziert. Als
Marktführer können wir in der Krise unsere erheblichen
Wettbewerbsvorteile halten und sogar ausbauen, was bei wieder
anspringender Konjunktur entsprechend gute Wachstumsaussichten
verspricht", sagte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender
des Unternehmens.
Der Aufwand für das Kostensenkungsprogramm fällt
mit 179 Millionen Euro nahezu vollständig im abgelaufenen
Geschäftsjahr an. Heidelberg geht davon aus, Einsparungen in
Höhe von 350-380 Millionen Euro bereits im laufenden
Geschäftsjahr 2009/2010 zu realisieren.
Der globale wirtschaftliche Abschwung hat sich auch im
vierten Quartal (1. Januar bis 31. März 2009) fortgesetzt und
zu einem deutlichen Auftragsrückgang um 43 Prozent auf 474
Millionen Euro im Jahresvergleich geführt (Vorjahr: 825
Millionen Euro). Der Umsatz lag mit 788 Millionen Euro 28 Prozent
unter dem Vorjahresquartal (Vorjahr: 1,102 Milliarden Euro). Der
Auftragsbestand zum 31. März 2009 betrug 649 Millionen Euro
(Vorjahr: 874 Millionen Euro).
Durch die frühzeitig eingeleiteten
Restrukturierungsmaßnahmen ist es Heidelberg gelungen, im
vierten Quartal ein annähernd ausgeglichenes operatives
Ergebnis (ohne Einmalaufwand) trotz rückläufiger
Umsätze zu generieren. Zudem konnte Heidelberg in dieser
wirtschaftlich schwierigen Lage einen deutlich positiven Free
Cashflow in Höhe von 76 Millionen Euro erzielen und die im
Gesamtjahr gestiegenen Nettofinanzverbindlichkeiten im vierten
Quartal gegenüber dem Vorquartal von 729 Millionen Euro auf
657 Millionen Euro senken. Auch die Vorräte konnten im
Quartalsvergleich deutlich um 177 Millionen Euro auf 1,034
Milliarden Euro reduziert werden (Vorräte zum 31.12.2008:
1,211 Milliarden Euro).
Seit Anfang des Geschäftsjahres 2008/2009 haben
inklusive der Leiharbeitnehmer bereits rund 1.400 Mitarbeiter das
Unternehmen verlassen. Zum 31. März 2009 betrug die
Mitarbeiterzahl der Heidelberg Gruppe inklusive Neukonsolidierungen
18.926 Personen.
Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr
2008/2009 veröffentlicht Heidelberg am 9. Juni 2009.
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