Neben der Optimierung der Produktion ist auch der Bau einer neuen
Monatagehalle am Standort Wiesloch für die Herstellung der
neuen Großformat-Klasse im Bogenoffsetdruck geplant. Der
Spatenstich dazu wird im ersten Halbjahr dieses Jahres stattfinden.
Die neue Formatklasse dient der weiteren Stärkung der
Marktposition von Heidelberg. Auch in der
Großformat-Produktion wird das Produktionssystem zur Anwendung
kommen.
Heidelberg hat die veränderten Rahmenbedingungen in der
Printmedien-Industrie bis 2005 genutzt, um seine
Produktionsstrukturen für die Zukunft neu aufzustellen.
Vordringlichstes Ziel von "HPP 2006" war die Steigerung
der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt. Erreicht wurde dies
durch die Neugestaltung der Abläufe und Systeme im Prozess der
Produktentstehung.
Es wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass
veränderte Markt- und Kundenanforderungen wie kürzere
Lieferzeiten oder spezielle Druckmaschinenkonfigurationen noch
effizienter erfüllt werden können. Eine Synchronisierung
der Prozesse nach dem Pull-Prinzip wurde umgesetzt. Dadurch konnte
die Konzentration auf die wertschöpfenden Tätigkeiten
erhöht, die Durchlaufzeiten und Materialbevorratung deutlich
reduziert werden.
"Es ist Heidelberg in den vergangenen drei Jahren
gelungen, die Produktion wesentlich zu verschlanken und zu
modernisieren", sagte Dieter Stempnewicz, Leiter des
Standortes Wiesloch. "Angesichts der guten Auftragslage zeigen
sich jetzt die Erfolge des Projektes".
Das Projekt "HPP 2006" hat die Abläufe an
definierten Produktionsabschnit- ten entlang der
Wertschöpfungskette kontinuierlich analysiert und verbes-
sert. "Jedes einzelne der zwölf Teilprojekte hat zu
positiven Ergebnissen geführt. So wurde für die
Mittelformat-Montage (Druckmaschinen im Format DIN A2) eine
"Vorzeigefabrik" realisiert, die zu einer
Produktivitäts- steigerung bis zu zehn Prozent
führte", so Dieter Stempnewicz weiter.
"Außerdem ist es gelungen, die Materialbevorratung von
bisher 60 Arbeitstagen auf 41 Arbeitstage um rund 30 Prozent zu
reduzieren".
Insgesamt liegt der nachhaltige Einspareffekt für das
Unternehmen im mittleren zweistelligen Millionenbereich, wobei
"HPP 2006" ein Investitionsvolumen von rund neun
Millionen Euro in Anspruch nahm.
Zum April wird "HPP 2006" in das Heidelberg
Produktionssystem HPS überführt. Was im
überschaubaren Rahmen von Teilprojekten erarbeitet wurde, wird
jetzt zu einem Gesamtsystem. Erreichte Verbesserungen werden
konsolidiert, ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der
weitere Einsparungen hervorbringen wird, für die nächsten
Jahre initiiert.
"Um auf Dauer erfolgreich zu sein, müssen wir
unsere Lohnstückkosten international wettbewerbsfähig
halten", sagte Stephan Plenz, verantwort- lich für HPS
und künftiger Leiter des Standortes Wiesloch. "Dies
erfordert eine signifikante Produktivitätssteigerung Jahr
für Jahr bei gleich bleibend hoher Qualität". Mit
der Einführung des Heidelberg Produktionssystems stelle sich
das Unternehmen richtig auf und lege die Basis für den
weiteren Erfolg im globalen Wettbewerb.
Daten zu den Standorten:
Wiesloch
Fertigung von Kurven, Zahnrädern, Hebeln und der
Elektronik. Montage aller Druckmaschinen und Belichter.
Mitarbeiterzahl: 6.135 (Stand: 31.12.2005)
Amstetten
Gießerei und Großteilefertigung.
Mitarbeiterzahl: 1.282 (Stand: 31.12.2005)
Brandenburg
Fertigung Drehteile. Mitarbeiterzahl: 668 (Stand:
31.12.2005)
Fakten zu HPP 2006:
HPP 2006 - Hauptergebnis
Im Rahmen von HPP 2006 wurden seit 2003 in zwölf
Projekten alle Produktionsprozesse analysiert. Der erzielte
nachhaltige Einspareffekt liegt im mittleren zweistelligen
Millionenbereich.
HPP 2006 - Beispiele (Standort Wiesloch)
Teilprojekt "Montage 2006" im Mittelformat (A2)
- Reduzierung der Teilebestände um 30 Prozent
- Reduzierung des Flächenbedarfs um 20 Prozent
- Produktivitätsanstieg um 7,5 Prozent
Teilprojekt Reduktion des Maschinenparks
- Reduzierung der Durchlaufzeiten um 30 Prozent
- Reduzierung der Bestände um 50 Prozent
Fazit:
HPP 2006 ist die Weiterentwicklung einer hochproduktiven
Produktion und macht die Heidelberg Produktionsstandorte zu
"atmenden Fabriken", die flexibel und schnell auf die
Herausforderungen des Marktes reagieren können und sich
synchron an den Kundenbedarf anpassen.
Bild:
Montage im Werk Wiesloch: Die Zylinder werden in eine
Druckmaschine für das Mittelformat montiert.
Für weitere Informationen:
Heidelberger Druckmaschinen AG
Unternehmenskommunikation
Thomas Fichtl
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