"Wir haben uns als klimaneutrale Druckerei aufgestellt und erheben
nicht nur für uns selbst den Anspruch, immer wieder einen
Schritt weiter zu gehen, sondern wir sehen das auch als
Verpflichtung gegenüber unseren umweltbewussten Kunden.
Folglich war nach der Maschinenumstellung und den diversen
umweltschonenden Zertifizierungen der alkoholfreie Offsetdruck der
nächste Schritt", erklärte Gerrit Schneider,
Produktionsleiter der Druckerei Bastian in Föhren bei Trier,
auf dem 32. druckforum in Stuttgart. Nahezu 400 Besucher
informierten sich am 23. Januar 2010 bei der Veranstaltung der
Heidelberger Druckmaschinen Vertrieb Deutschland GmbH (HDD)
über alkoholreduziertes Drucken. Seit Herbst 2009 laufen bei
Bastian zwei neue Speedmaster XL 105 mit null Prozent und die
Speedmaster SM 52 mit vier Prozent Alkohol. "Wir haben guten
Erfahrungen gemacht, vor allem mit den neuen Maschinen, und wir
drucken sowohl Akzidenzen, Verpackungen und Etiketten mit viel mehr
Glanz und Echtheit der Farben", fasst Schneider zusammen.
"Für uns ist der Umweltaspekt die Triebfeder für
den alkoholreduzierten Druck", erklärte Hansjörg Stark,
technischer Leiter und Gesellschafter bei Woge Druck in Karlsbad.
Seit 2009 wird auf der neuen Speedmaster SM 74 von Heidelberg mit
null Prozent und mit der Speedmaster SM 52 mit drei Prozent Alkohol
gedruckt. Stark beschrieb die Umstellung als Prozess, der dreimal
gescheitert ist, jetzt aber funktioniert. "Wir lassen nicht locker
und werden mit allen Maschinen auf null Prozent kommen", nimmt
Stark die Herausforderung an.
"Man muss wollen und Mut zur Änderung haben",
bestätigt auch Werner Semmler von der Schweizer Speck Print
AG, die in Baar im Kanton Zug ansässig ist. "Wichtig ist, dass
das Thema von der Geschäftsleitung vorgelebt, standardisiert
gedruckt und auf Sauberkeit und Disziplin geachtet wird", so
Semmler weiter. In der Schweiz kommt hinzu, dass dort eine
Umweltabgabe von zwei Euro pro Kilogramm VOC (flüchtige
Kohlenwasserstoffe) erhoben wird. Auf der Speedmaster XL 105 sind
bereits 35 Millionen Drucke gelaufen - ohne Probleme und ohne
Alkohol.
Beratung und Service sowie Verbrauchsmaterialien wichtige
Faktoren
Das Thema alkoholreduziertes Drucken wurde auf Kunden- und
Publikumswunsch der letzten druckforum-Veranstaltung aufgegriffen.
Die Praxisvorträge zeigten auf, dass Umwelt, Gesundheit und
Klima im Drucksaal angekommen sind und dass nachhaltiges und
ökologisches Drucken auch ökonomisch umsetzbar ist.
Vorträge von Experten lieferten dazu viele weitere
Informationen, beispielsweise welche Rolle Wasser als Feuchtmittel
im Offsetdruck spielt und wie optimierte Feuchtmittelzusätze
zur Alkoholreduzierung beitragen. Wichtig ist auch eine konstante
Wasserqualität, die beispielsweise über Umkehr-Osmose
erreicht werden kann.
Weiterhin wurde aufgezeigt, wie eine Feuchtmittelfiltration
und eine IPA-Messung (IPA = Isopropylalkohol) durchgeführt
werden. Hier bietet Heidelberg die Peripheriegeräte CombiStar
und AlcoSmart an. Bei der Druckmaschine selbst sind Faktoren wie
Walzen und Farbwerktemperierung entscheidend. Heidelberg hat eine
Feuchtetestform entwickelt, mit der die beste Einstellung des
Walzenstuhls und des Feuchtmittels herausgefunden werden kann. Ein
wichtiger Faktor sind die Verbrauchsmaterialien, wie
Feuchtmittelzusätze und Druckfarben. Mit seiner Saphira-Reihe
bietet Heidelberg hier Verbrauchsmaterialien für einen
stabilen Prozess an. "Heidelberg ist mit seinen Experten und
Servicetechnikern gerne bereit, Beratung anzubieten und Wege
aufzuzeigen, wie der alkoholreduzierte Druck umgesetzt werden
kann", sagte Reinhold Hanske, Geschäftsführer
Produktmanagement bei der HDD, der die Veranstaltung auch
moderierte. Seine Empfehlung lautete, den Alkoholgehalt im
Druckprozess zuerst auf drei Prozent zu reduzieren und danach die
null Prozent umzusetzen.
Bild:
Auf dem druckforum in Stuttgart präsentierte Heidelberg
am 23. Januar 2010 das Thema "Qualität und Produktivität
auch ohne Alkohol". Interessante Berichte aus der Praxis kamen von
Werner Semmler, Speck Print AG, Schweiz (zweiter von rechts),
Gerrit Schneider, Druckerei Bastian, Föhren bei Trier (dritter
von rechts) und Hansjörg Stark, Woge Druck, Karlsbad (vierter
von rechts). Moderiert wurde die Veranstaltung von Reinhold Hanske
von Heidelberg (ganz rechts).
Für weitere Informationen:
Heidelberger Druckmaschinen AG
Corporate Public Relations
Hilde Weisser
Tel.: 06221 92 50 66
Fax: 06221 92 5069
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hilde.weisser@heidelberg.com