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Heidelberg erwartet mittelfristig ungünstigere
konjunkturelle und strukturelle Marktbedingungen
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Erfolgreiche drupa trägt maßgeblich zum
Auftragseingang in Höhe von vorläufig 1,1 bis 1,15
Milliarden Euro im ersten Quartal bei
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Vorläufige Ergebnisse (Umsatz, Betriebsergebnis und
Free Cash-Flow) im ersten Quartal 2008/2009 deutlich unter
vergleichbaren Vorjahreswerten
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Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der kurz- und
mittelfristigen Umsatz- und Ertragsentwicklung vorgelegt
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Bis 2010/2011 Einsparungen in Höhe von 100 Millionen
Euro geplant, davon 75 Prozent in den nächsten 18
Monaten
Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) geht wie die
meisten Branchenexperten nach der drupa davon aus, dass die
Druckmaschinenbranche vor einer anhaltenden Seitwärtsbewegung
steht. Zwar gibt es weiterhin intakte Wachstumssegmente und
dynamische Teilmärkte - zum Beispiel den Verpackungsdruck -
dennoch überwiegen die nachteilig wirkenden Faktoren. Mit
einem spürbaren Aufschwung der Branche rechnet Heidelberg
vorerst nicht. So ist das aktuelle Marktumfeld von Heidelberg neben
den schwierigen konjunkturellen Parametern und den
Wechselkurseinflüssen unter anderem von rasant steigenden
Rohstoffpreisen - insbesondere bei Stahl und Energie -
gekennzeichnet, die die wirtschaftliche Lage aller Marktteilnehmer
der Branche nachhaltig belasten.
Vorläufige Ergebnisse des ersten Quartals
Die schwierigen Rahmenbedingungen haben sich auch in den
vorläufigen Ergebnissen des ersten Quartals 2008/2009 (1.
April bis 30. Juni 2008) niedergeschlagen. So erzielte Heidelberg
im ersten Quartal einen vorläufigen Umsatz zwischen 640 und
660 Millionen Euro (Vorjahr: 742 Millionen Euro). Die im Vergleich
zum Vorjahr rückläufige Umsatzentwicklung verbunden mit
den zusätzlichen Kostenbelastungen wird für Heidelberg -
wie bereits angekündigt - ein negatives Quartalsergebnis zur
Folge haben. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit wird
nach vorläufigen Berechnungen bei minus 35 bis minus 40
Millionen Euro liegen (Vorjahr: 26 Millionen Euro). Der Free
Cash-Flow wird im ersten Quartal aufgrund der Verbuchung des
Kaufpreises für Hi-Tech Coatings, des drupa Aufwandes und des
rückläufigen Umsatzes mit minus 200 bis minus 220
Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert liegen (Vorjahr
minus 81 Millionen Euro).
drupa Auftragseingänge über den Erwartungen
Erfreulich war der vorläufige Auftragseingang im ersten
Quartal. So konnte Heidelberg Aufträge zwischen 1,1 und 1,15
Milliarden Euro (Vorjahr: 934 Millionen Euro) realisieren. Dies ist
im Zuge der Branchenleitmesse drupa, die im ersten Quartal
maßgeblich zum guten Auftragseingang beigetragen hat,
zufriedenstellend. Die Positionierung von Heidelberg im
Verpackungsdruckmarkt und als Dienstleister auch für
Verbrauchsmaterialien auf der drupa war erfolgreich. Die
Einführung des neuen ganz großen Formats stieß auf
außergewöhnlich großes Interesse. Die auf der Messe
erzielten Abschlüsse werden sich schwerpunktmäßig im
Umsatz des zweiten und dritten Quartals niederschlagen.
Für das zweite und dritte Quartal 2008/2009 rechnet
Heidelberg auf Basis der drupa Aufträge mit einer Steigerung
bei Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorquartal.
Für das Gesamtjahr 2008/2009 geht das Unternehmen davon
aus, bei Umsatz und Betriebsergebnis unter dem Vorjahr zu liegen.
Eine zuverlässige Prognose zu den wesentlichen
Kennzahlen für das gesamte Geschäftsjahr 2008/2009 wird
aufgrund der unsicheren weltweiten Konjunkturentwicklung und des
volatilen Marktumfeldes erst im weiteren Verlauf des Jahres
möglich und spätestens mit den Halbjahresergebnissen
Anfang November veröffentlicht.
Umfassendes Maßnahmenpaket mit vier wesentlichen
Bausteinen
Der Vorstand bekräftigt den eingeschlagenen
Wachstumspfad in Richtung Verpackungsdruck und Dienstleistungen
für die Printmedien-Industrie. Für die nächsten
Monate ist keine Reduzierung der Produktionskapazitäten
vorgesehen, die über die Flexibilitätsvereinbarungen
hinausgeht.
Um den insgesamt steigenden Kostenbelastungen
entgegenzutreten, hat der Vorstand von Heidelberg ein umfassendes
Paket zur Kostenverbesserung erarbeitet, das umgehend umgesetzt
wird. Die vier wesentlichen Säulen des Programms sind die
Reduzierung des F&E-Aufwands, die Restrukturierung der
Postpress-Packaging-Aktivitäten, die deutliche Steigerung des
Einkaufsvolumens außerhalb des Euro-Raumes und die
Stärkung der internationalen Produktionsstandorte sowie eine
deutliche Reduzierung der Strukturkosten.
Insgesamt sollen damit Einsparungen in Höhe von rund 100
Millionen Euro bis 2010/2011 realisiert werden. Ein großer
Anteil davon - 75 Millionen Euro - soll innerhalb der nächsten
18 Monate erreicht werden. Zunächst wird das
Maßnahmenpaket im laufenden Geschäftsjahr 2008/2009 zu
weiteren Belastungen in Höhe von rund 70 Millionen Euro auf
der Ergebnisseite führen; weitere Belastungen von 30 Millionen
Euro werden bis 2010/2011 folgen.
Der Vorstandsvorsitzende von Heidelberg, Bernhard Schreier,
betont die Dringlichkeit der Maßnahmen: "Neben der
Branchenmesse drupa, die alles in allem zufriedenstellend
einzuschätzen ist, haben wir parallel intensiv an der
Überprüfung unserer mittel- bis langfristigen Strategie
gearbeitet. Dabei hat sich klar abgezeichnet, dass wir aufgrund der
insgesamt steigenden Kostenbelastungen eine weitere deutliche
Anpassung unserer Kostenstruktur vornehmen müssen. Das
verabschiedete Maßnahmenpaket berücksichtigt alle
wesentlichen Stellschrauben."
Reduzierung des F&E-Aufwands
Heidelberg wird unverzüglich Veränderungen im
Bereich F&E vornehmen. Mittels Effizienzsteigerungen und
Zusammenlegung von Entwicklungsaktivitäten sollen Kosten in
Höhe von mindestens 25 Millionen Euro eingespart werden. Das
ist ein Rückgang gegenüber den heutigen Ausgaben von gut
zehn Prozent. Auch die Konsolidierung von F&E-Standorten wird
dabei zur Kostenreduzierung beitragen. Mittelfristig soll der
F&E-Aufwand auf weniger als fünf Prozent des
Gesamtumsatzes reduziert werden.
Restrukturierung der Postpress-Packaging-Aktivitäten
In den nächsten drei Jahren wird Heidelberg den
Bereich Postpress Packaging restrukturieren. Bis 2010/2011 soll im
gesamten Bereich Postpress das Ergebnis um 20 Millionen Euro
verbessert werden. Dies soll über eine Zusammenlegung von
Produktionskapazitäten, die Verlagerung von Teilbereichen in
die Slowakei sowie die Neustrukturierung von
Entwicklungstätigkeiten innerhalb dieses Produktbereiches
erreicht werden. Das Marktsegment Verpackung - wie auch die
Verstärkung der Aktivitäten im Bereich Services und
Consumables - stellt in einem sich abkühlenden Markt weiterhin
einen Wachstumstreiber dar. Das Erschließen dieses Potenzials
soll die Zyklizität weiter abschwächen und die Umsatz-
und Ergebnisseite stärken.
Ausbau des Einkaufs und der Produktion außerhalb der
Euro-Zone
Auch die Intensivierung der Einkaufsaktivitäten im
Nicht-Euro-Raum und die Verstärkung der ausländischen
Produktion werden positive Effekte haben. Insgesamt soll das
Einkaufsvolumen außerhalb des Euro-Raums von derzeit rund 40
Millionen Euro auf knapp 200 Millionen Euro im Jahr 2010/2011
ausgebaut werden. Daneben wird auch die Produktion im Ausland
weiter forciert. Die Werke in China und der Slowakei sollen
ausgebaut werden. Zudem ist beabsichtigt, die Produktion einer
Druckmaschine im Kleinformat in das US-amerikanische Werk zu
verlagern, da sich dort der größte Absatzmarkt für
dieses Produkt befindet. Insgesamt resultieren aus diesen
Maßnahmen kostenwirksame Effekte von rund 15 Millionen Euro.
Senkung der Strukturkosten
Ergänzend plant Heidelberg Strukturkosten zu senken.
In den nächsten 24 Monaten will das Unternehmen indirekte
Kosten in Höhe von 40 Millionen Euro einsparen. Rund zehn
Millionen Euro davon sollen bereits im laufenden Geschäftsjahr
erreicht werden.
Das gesamte Maßnahmenpaket zur Kostenverbesserung wird
auch Auswirkungen auf die Belegschaftszahl der Heidelberg Gruppe
haben. Unter Beibehaltung des bis 2012 geltenden
Zukunftssicherungsvertrages und vorbehaltlich der Gespräche
mit den Arbeitnehmervertretungen werden im Rahmen
sozialverträglicher Maßnahmen bis Ende des
Geschäftsjahres 2010/2011 weltweit rund 500 Stellen
gestrichen. Zum 31. März 2008 beschäftige die Heidelberg
Gruppe weltweit 19.596 Mitarbeiter.