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Heidelberg Geschäftsjahr 2003/2004: Weichen für bessere Ertragslage gestellt - Neuausrichtung abgeschlossen

08.06.2004


  • Umsatz betrug 3,661 Milliarden Euro
  • Betriebsergebnis mit 20 Millionen Euro positiv
  • Free Cashflow lag bei 114 Millionen Euro
  • Keine Dividende geplant
  • Bessere Ergebnisse für Geschäftsjahr 2004/2005 erwartet
Der Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) hat auf der heutigen Bilanzpressekonferenz den Geschäftsbericht 2003/2004 vorgestellt und die bereits im Mai dieses Jahres veröffentlichten vorläufigen Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr (1. April 2003 - 31. März 2004) bestätigt und näher erläutert. So lag der Umsatz der Heidelberg Gruppe mit 3,661 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,1 Milliarden Euro) rund 11 Prozent unter dem Vorjahreswert und damit im Rahmen der Erwartungen. Währungsbereinigt ging der Umsatz um sechs Prozent zurück. Die Auftragseingänge im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen rund 3,8 Milliarden Euro (Vorjahr: vier Milliarden Euro). Allein im vierten Quartal lag der Auftragseingang bei einer Milliarde Euro. "Nach drei schwachen Jahren steht die Printmedien-Industrie vor einer spürbaren Belebung", sagte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg. "Die verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die konsequente Ausrichtung auf unser profitables Geschäftsfeld Bogenoffsetdruck werden sich im laufenden Geschäftsjahr deutlich bemerkbar machen." Er gehe davon aus, dass Heidelberg die Talsohle durchschritten habe.

Das betriebliche Ergebnis belief sich im Berichtszeitraum auf 20 Millionen Euro (Vorjahr: 102 Millionen Euro) und lag damit über dem prognostizierten ausgeglichenen Ergebnis. Hierbei wirkten sich vor allem die umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen in Höhe von 240 Millionen Euro aus. Allein im vierten Quartal verbesserte sich das Betriebsergebnis deutlich auf 110 Millionen Euro (Vorjahr: 54 Millionen Euro).

Der Free Cashflow in 2003/2004 war - trotz hoher Einmalauszahlungen für Effizienzsteigerungen und Restrukturierung - dank eines straffen Asset-Managements mit 114 Millionen Euro erfreulich positiv. Das Ergebnis nach Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr lag bei -695 Millionen Euro (Vorjahr: -138 Millionen Euro). Darin enthalten sind Einmalaufwendungen in Höhe von 569 Millionen Euro - vorwiegend Buchwertabschreibungen - für Restrukturierungskosten und Aufwendungen in Verbindung mit den nicht weiterzuführenden Geschäftsaktivitäten der Sparten Digital und Web Systems (Rollenoffsetdruck). "Durch die Abgabe der defizitären Sparten und die nachhaltige Reduzierung der Fixkosten konnten wir unsere Break-even-Schwelle deutlich nach unten senken", sagte Dr. Herber Meyer, Finanzvorstand des Unternehmen. "Damit haben wir die Voraussetzungen geschaffen, mittelfristig zu unserem gewohnt hohen Ergebnisniveau zurückzukehren."

Aufgrund der negativen Ergebnissituation werden Vorstand und Aufsichtsrat der ordentlichen Hauptversammlung am 21. Juli 2004 vorschlagen, für das Berichtsjahr keine Dividende auszuschütten.

Zum 31. März 2004 beschäftigte die Heidelberg-Gruppe weltweit 22.782 Mitarbeiter (Vorjahr: 24.181). Der geplante Stellenabbau von weltweit rund 3.200 Mitarbeitern in den vergangenen zwei Geschäftsjahren wurde erreicht. Weitere 1.000 Stellen sollen wie geplant bis Ende des laufenden Geschäftsjahres abgebaut sein. Bedingt durch die Abgabe der Sparten Digital und Web Systems wird zukünftig die weltweite Belegschaftsstärke von Heidelberg bei rund 18.500 Stellen liegen.

Entwicklung in den Regionen
Die Umsätze im Geschäftsjahr 2003/2004 in den Regionen Nord- und Lateinamerika sowie Europa und dem Nahen Osten waren insgesamt geprägt durch die schwache Investitionsneigung in der Branche. Erst im vierten Quartal war in diesen Regionen eine leichte Verbesserung der Geschäftslage zu erkennen. Erfreulich entwickelte sich das Geschäft in Osteuropa und Asien/Pazifik. Hier konnten die Umsätze leicht gesteigert bzw. auf einem hohen Niveau gehalten werden.

Hoffnungsvoller Start ins Geschäftsjahr 2004/2005
Aufgrund der weltweit konjunkturellen Erholung und der sich abzeichnenden verbesserten Branchenaussichten sieht das Unternehmen vorsichtig optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr 2004/2005. Auf der Fachmesse drupa im Mai in Düsseldorf konnten endgültig Auftragseingänge im Wert von rund 1 Milliarde Euro erzielt werden.

Mit Wirkung vom 1. Mai 2004 trat der mit Eastman Kodak Co. geschlossene Vertrag zur Veräußerung der Digitaldruck-Sparte in Kraft.

Vertrag mit Goss International unterschriftsreif
Der Vertrag mit Goss International zur Übertragung der Sparte Web Systems ist unterschriftsreif und soll - nach Unterschrift und Zustimmung der einzelnen nationalen Kartellbehörden - in den nächsten Wochen wirksam werden.

Die Transaktion mit Goss umfasst bei Heidelberg die Geschäftsfelder Commercial Web, Zeitungsdruckmaschinen sowie in den USA Weiterverarbeitungsanlagen für Rollendruckmaschinen. Heidelberg wird an Goss International mit 15 Prozent beteiligt sein.

Zu den finanziellen Bedingungen der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

Ergebnis 2004/2005 wird deutlich besser
Insgesamt strebt Heidelberg im laufenden Jahr - auf vergleichbarer Basis - einen Umsatzanstieg von mindestens fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Die Ergebnissituation soll sich deutlich gegenüber dem Vorjahr verbessern. Ziel des Unternehmens ist es, für das laufende Geschäftsjahr ohne die Sparten Digital und Web Systems eine operative Umsatzrendite zwischen vier und fünf Prozent zu erreichen. Allerdings wird das laufende Geschäftsjahr durch die Kosten der drupa und die Kosten der zahlreichen Markteinführungen der Produktinnovationen belastet sein. Insgesamt geht der Vorstand davon aus, einen Jahresüberschuss mindestens im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich zu erzielen.

Streubesitz von Heidelberg von 22 auf 57 Prozent erhöht
Durch die Platzierung des Heidelberg Anteils der RWE AG von 50,02 Prozent Anfang Mai bei internationalen institutionellen Investoren erhöhte sich der Streubesitz (Free Float) von Heidelberg auf rund 57 Prozent. Über die angebotene Umtauschanleihe in Heidelberg-Aktien erhöht er sich bis spätestens 2007 auf 72 Prozent. Bis dahin hält RWE bis zu 15 Prozent an Heidelberg. Weitere Großaktionäre sind unverändert Allianz (12 Prozent), Commerzbank (zehn Prozent) und Münchner Rück (sechs Prozent).

Veränderte Berichterstattung im Geschäftsjahr 2004/2005
Vom ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres an wird Heidelberg über die neu definierten Sparten Press, Postpress und Financial Services berichten. Die Sparten Web Systems und Digital werden bis zur Entkonsolidierung als nicht fortzuführende Aktivitäten oder sogenannten "Discontinuing Operations" bilanziert.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
Heidelberger Druckmaschinen AG
Investor Relations
Dirk Kaliebe
Tel.: +49 (0)6221 92 60 20
Fax: +49 (0)6221 92 60 61
E-Mail: dirk.kaliebe@heidelberg.com

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Unternehmensprofil
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Heidelberg hat sich in der über 150-jährigen Firmen-geschichte vom traditio-nellen Druckmaschinenher-steller zum weltweit größten Anbieter von Lösungen für die Printmedien-Industrie gewandelt. Das Unterneh-men ist dem Wettbewerb mit nahtlos ineinander greifenden Hard- und Softwarelösungen das entscheidende Stück voraus. Heidelberg liefert von der Druckvorstufe über die unterschiedlichsten Druckverfahren bis hin zur Weiterverarbeitung alles aus einer Hand, inklusive der dazugehörigen Ser-vices, Dienstleistungen und Qualifikationen. Mehr

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