Die Heidelberger Druckmaschinen AG bekam nach einem guten ersten
Quartal (1. April - 30. Juni) des Geschäftsjahres 2001/2002
(mit einem Umsatzanstieg in Höhe von acht Prozent und einem um
knapp 22 Prozent gestiegenen betrieblichen Ergebnis) im zweiten
Quartal die Auswirkungen der Ereignisse in den USA deutlich zu
spüren. Der Umsatz der Heidelberg Gruppe lag mit 2,3
Milliarden Euro im ersten Halbjahr (1. April - 30. September 2001)
rund 5 Prozent über dem Vorjahreswert (knapp 2,2 Milliarden
Euro). Das betriebliche Ergebnis sank in diesem Zeitraum um 43
Millionen Euro auf 110 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern in
Höhe von 62 Millionen Euro fiel um 20 Millionen Euro niedriger
aus als im ersten Halbjahr des vorigen Geschäftsjahrs.
"Vor allem der Umsatz im Monat September blieb mit rund
100 Millionen Euro hinter den Erwartungen zurück", sagte
Bernhard Schreier, Vorstandvorsitzender des Unternehmens. Besonders
schwach verlief die Umsatzentwicklung in der Sparte Web Systems,
die 29 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Die
Auftragseingänge der Heidelberg Gruppe lagen im ersten
Geschäftshalbjahr bei 2,54 Milliarden Euro (17,4 Prozent unter
dem Wert aus dem drupa Jahr 2000). Im Vergleich zum Vor-drupa Jahr
1999/2000 (rund zwei Milliarden Euro) konnte das Unternehmen seine
Auftragseingänge jedoch um rund 25 Prozent steigern.
Zum 30. September 2001 beschäftigte die Heidelberg
Gruppe weltweit rund 26.000 Mitarbeiter .
Entwicklung in den Sparten
Im Halbjahresvergleich stieg der Umsatz der Sparte
Sheetfed (Bogenoffset) um mehr als 16 Prozent auf 1,57 Milliarden
Euro (Vorjahr: 1,35 Milliarden Euro). Das betriebliche Ergebnis
betrug 263 Millionen Euro (Vorjahr: 212 Millionen Euro) und
übertraf damit den entsprechenden Vorjahreswert um erfreuliche
24 Prozent.
Die Sparte Finishing (Weiterverarbeitung) erzielte einen
Umsatz von 176 Millionen Euro (Vorjahr 173 Millionen Euro). Das
Ergebnis von sieben Millionen Euro (Vorjahr: 11 Millionen Euro)
erreichte nicht ganz den hohen Wert des Halbjahres 2000/01.
Die Umsätze und die operativen Ergebnisse der Sparten
Digital und Web Systems (Rollenoffset) lagen unter den Werten des
Vorjahres. Die Umsätze der Sparte Web Systems betrugen 218
Millionen Euro nach 307 Millionen Euro im Vorjahr. Das negative
operative Ergebnis erhöhte sich auf rund -91 Millionen Euro
(Vorjahr: -24 Millionen Euro).
Die Sparte Digital erzielte einen Umsatz von 333 Millionen
Euro (Vorjahr: 364 Millionen Euro.) Das betriebliche Ergebnis
belief sich auf -69 Millionen Euro (Vorjahr: -46 Millionen Euro).
Sehr erfreulich verlief in diesem Marktsegment der Verkaufsstart
der digitalen Farbdruckmaschine NexPress im September. "Mit
heute schon mehr als 80 verkauften Maschinen werden wir unser
Jahresziel von 100 Systemen deutlich übertreffen", sagte
Schreier. Dies sei ein gutes Zeichen für die künftige
Entwicklung des Unternehmens.
Verlauf in den Regionen recht positiv
Wie stark die gegenwärtige Situation durch die
konjunkturelle Entwicklung in den USA geprägt wird, zeigt sich
bei einem Vergleich der Regionen. Positiv entwickelt haben sich
hier die Umsätze in allen Regionen mit Ausnahme der Region
NAFTA. Dort ging der Umsatz um 137 Millionen Euro oder 18,9 Prozent
gegenüber dem Vorjahr zurück. Zweistellig gestiegen sind
allerdings die Umsätze in den Regionen Asien/Pazifik,
Osteuropa und Lateinamerika. Die wichtige Region Zentraleuropa
wuchs um knapp 9 Prozent.
Kostensenkungsprogramm eingeleitet
"Mit einem umfangreichen Kostensenkungsprogramm
wollen wir den Wachstumskurs des Unternehmens vorantreiben und
unsere Ertragskraft sichern", sagte Dr. Herbert Meyer,
Finanzvorstand bei Heidelberg. Um die Einsparungsziele von rund 100
Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen, werden
unter anderem befristete Arbeitsverträge nicht
verlängert, keine weiteren Mitarbeiter eingestellt, Mehrarbeit
reduziert sowie Kosten im Verwaltungsbereich nachhaltig gesenkt.
Ausblick Geschäftsjahr 2001/2002
In seinen Umsatz- und Ergebnisprognosen für das
Gesamtjahr war das Unternehmen bisher von einer Konjunkturerholung
in den USA im zweiten Halbjahr dieses Geschäftsjahres
ausgegangen. Inzwischen wird mit einem weiteren konjunkturellen
Rückgang in den USA, mit Folgewirkungen für die
Geschäfte in Europa und Asien gerechnet. "Wir gehen
inzwischen davon aus, dass bei weiter zunehmender
Investitionsunsicherheit der Kunden und trotz eingeleiteter
Kostensenkungen das Vorjahresergebnis nicht mehr erreicht
wird", so Dr. Herbert Meyer. Für das zweite Halbjahr
2001/02 erwarte er trotz allem einen Umsatz knapp über dem
ersten Halbjahr. "Das Ergebnis nach Steuern für das
Gesamtgeschäftsjahr wird zwischen 200 und 220 Millionen Euro
(nach 283 Millionen Euro in 2000/01) liegen."
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