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Heidelberger Druckmaschinen AG
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Risiko- und Chancenbericht - sämtliche Faktoren im Blick

  • Innovationen mit messbarem Kundennutzen wirken Preisrisiken entgegen
  • Konjunkturelle Unsicherheit und Finanzmarktkrise bergen Risiken
  • Wechselkursrisiken längerfristig abgesichert
Gesamtaussage zur Gesamtrisiko- und -chancenlage: Schwerpunkte verschoben
Weder im Moment noch auf absehbare Zeit ist ein existenzgefährdendes Risiko für den Heidelberg-Konzern erkennbar. Das gilt sowohl für die Ergebnisse unserer abgeschlossenen wirtschaftlichen Tätigkeit als auch für Aktivitäten, die wir planen oder bereits eingeleitet haben. Die Gesamtrisikolage des Heidelberg-Konzerns ist auf dem Niveau des Vorjahrs geblieben: Mehrere der Risiken, die wir im Vorjahresbericht beschrieben hatten, sind eingetreten und werden daher jetzt in vollem Umfang in unserer Planung berücksichtigt, andere Risiken haben sich hingegen verschärft. So hat sich die Wechselkurssituation deutlich stärker zu Ungunsten europäischer Anbieter entwickelt, als von uns und allgemein befürchtet worden war. Dies hat sich, wie wir prognostiziert hatten, erheblich auf die Wettbewerbssituation im Bogenoffsetbereich ausgewirkt; im Weiterverarbeitungsbereich von Verpackungslösungen konnte unser Hauptwettbewerber Bobst so zudem seine Strategie zur Verteidigung seiner Marktanteile noch aggressiver verfolgen. Auch das im Vorjahr beschriebene Risiko eines wirtschaftlichen Abschwungs in den USA ist eingetreten.

Insgesamt haben sich daher die Risikoschwerpunkte verschoben: Als unser größtes Risiko betrachten wir zurzeit, dass sich die allgemeine wirtschaftliche Situation verschlechtern könnte. Unklar ist, wie lange die Finanzkrise anhalten wird, und wie stark sie sich auf die Gesamtwirtschaft und die Konjunktur unserer Branche auswirken wird.

Nach wie vor besteht zum einen die Gefahr, dass unsere japanischen Wettbewerber aufgrund der Wechselkurssituation Marktanteile hinzugewinnen könnten – zum anderen könnten die Marktpreise weiter unter dem starken Wettbewerb um Marktanteile leiden. Den Anpassungsbedarf unserer Gesamtstrategie und der Strategie der einzelnen Sparten prüfen wir mindestens einmal im Jahr: Unsere strategischen Risiken sind überschaubar. Im Postpress-Bereich sind die Risiken etwas höher als im Bogenoffsetdruck, auch weil unsere Marktstellung in diesem Geschäftsbereich weniger dominant ist, zudem sind hier die Markteintrittsbarrieren niedriger. Risiken im Bereich unserer Absatzfinanzierungen minimieren wir über ein ausgewogenes Risikomanagementsystem: Wir reduzieren die selbst übernommenen Finanzierungen so weit wie möglich, und wir übernehmen Finanzierungen zudem erst, nachdem wir eine umfassende Prüfung vorgenommen haben, die das Geschäftsmodell der Kunden ebenso einbezieht wie ihre Bonität. Als unsere Hauptchancen sehen wir eine über den Erwartungen liegende Konjunkturentwicklung sowie eine mögliche Veränderung der Wechselkursverhältnisse zu unseren Gunsten.

Konjunktur- und Marktrisiken: Länderrisiken in einigen Schwellenländern
 Während die Schwellenländer weiterhin stark wachsen dürften, ist die weitere Entwicklung der Industrieländer von erheblicher Unsicherheit geprägt. Es würde unsere Geschäftsentwicklung stark beeinträchtigen, falls die tatsächliche Konjunkturentwicklung deutlich hinter den verhaltenen Erwartungen zurückbliebe. Mit Nachdruck verfolgen wir daher unser Ziel, die Auswirkungen konjunktureller Schwächeperioden auf das Ergebnis des Heidelberg-Konzerns zu beschränken: Wir haben unsere Strukturkosten gesenkt und setzen weiterhin auf eine hohe regionale Streuung. Zudem forcieren wir unsere relativ konjunkturunabhängigen Geschäftsfelder.

Branchen- und Wettbewerbsrisiken: Preisrisiko weiter entgegenwirken
Es ist möglich, dass das allgemeine Preisniveau für die Ausrüstung von Druckereien aufgrund des aggressiveren Verhaltens unserer Wettbewerber weiter nachgeben wird. Zudem besteht die Gefahr, dass japanische Wettbewerber ihre Marktanteile ausdehnen: Sie können seit Jahren erhebliche Vorteile aus den Wechselkursverhältnissen für sich nutzen. Darüber hinaus könnten sie diese Wettbewerbsvorteile nutzen, um Marktanteile in Formatklassen zu gewinnen, in denen sie bisher kaum tätig waren. Falls sich die Wettbewerbsstruktur in einem der Bereiche verändern sollte, zum Beispiel, weil Wettbewerber wegfallen oder verschmelzen, könnten sich neben Risiken auch Chancen für uns ergeben, weil wir dann möglicherweise unsere Markposition ausweiten könnten. Positiv auf unsere Geschäftsentwicklung würde es sich auswirken, wenn sich die Wechselkurse zugunsten der Anbieter aus dem Euroraum entwickelten.

Produktrisiken gegenüber dem Vorjahr gesunken
Auf der drupa sind wir mit einem neuen Produktportfolio aufgetreten und haben unseren Kunden wesentliche Neuentwicklungen präsentiert. Risiken bestehen in diesem Bereich allerdings nach wie vor: Da die neuen Produkte kurz vor der Markteinführung stehen ist noch offen, wie sie von unseren Kunden angenommen werden und wie sie sich im Markt bewähren. Es besteht die Chance, dass unsere neue Maschinengeneration Speedmaster XL145 und XL162, die wir auf der drupa vorstellt haben und mit der wir ein neues Kundensegment ansprechen, schneller vom Markt akzeptiert werden wird als in unserer Planung erwartet.

Finanzwirtschaftliche Risiken in Summe unverändert
Wir unterliegen Kreditrisiken, die aus dem Absatzfinanzierungsgeschäft resultieren. Dabei kann es einerseits im Rahmen von Finanzierungsverträgen mit Kunden zu Zahlungsausfällen kommen. Andererseits kann Heidelberg auch im Rahmen von Rückgriffsverpflichtungen für die Finanzierungsverträge unserer Kunden mit Finanzierungsgesellschaften in Anspruch genommen werden. Die Risiken aus der Absatzfinanzierung sind rückläufig: Während wir die weitere Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds kritischer einschätzen, ist der Umfang der Finanzierungen, die wir direkt übernommen haben, deutlich zurückgegangen.

Wir arbeiten daran, unser Fremdwährungs-Exposure und damit die Abhängigkeit von Wechselkursverhältnissen zu reduzieren. Ausgeprägter als in der Vergangenheit haben wir uns für die zukünftig abnehmenden Fremdwährungsvolumina mittelfristig – für bis zu 36 Monate – gegen das Risiko abgesichert, dass die Kurse unserer Hauptfremdwährungen weiterhin zurückgehen. Dennoch bleiben hier Risiken bestehen – bei einer Verbesserung der Währungskurssituation ergeben sich für uns aber auch Chancen.

Leistungswirtschaftliche Risiken unter dem Vorjahresniveau
Zurzeit besteht das Risiko, dass die Anlaufkosten für die Produktion unserer neuen Produkte höher ausfallen könnten, als wir planen. Die anerkannte Qualität unserer Produkte und eine hohe Lieferfähigkeit sind wichtige Voraussetzungen für unseren wirtschaftlichen Erfolg. Umweltrisiken minimieren wir durch ein leistungsfähiges Umweltmanagement sowohl bei der Produktgestaltung als auch bei der Produktion. Das Risiko von Fehlinvestitionen vermindern wir, indem wir alle geplanten Investitionen in unserem weltweit einheitlichen Planungssystem zusammenlaufen lassen; es bildet die Basis für unsere zielgerichtete Steuerung der Mittel. Insgesamt haben die leistungswirtschaftlichen Risiken im Vorjahresvergleich abgenommen - auch weil wir Risiken aus den betrieblichen Funktionsbereichen gezielt minimieren. Im Produktionsbereich haben wir die Chance, durch die Verbesserung von Prozessen klare Kosteneinsparungen zu realisieren. Zudem könnten die Preise für Rohstoffe und Energie wieder fallen und damit auch das Preisniveau in unseren Beschaffungsmärkten sinken.

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Ausführlicher Bericht "Risiko- und Chancenbericht - sämtliche Faktoren im Blick"
Stand: Juli 2008
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Heidelberger Druckmachinen AG: Developement of Risk Groups
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