Baugruppensimulation bei Heidelberg
Aufgabe und Ziel
Um die Funktion und die Lebensdauer von Heidelberg
Druckmaschinen sicherzustellen werden bereits in der Entwicklung
umfangreiche Berechnungen und Simulationen durchgeführt. Das
Spektrum reicht dabei vom Dauerfestigkeitsnachweis einzelner
Bauteile bis hin zur Funktionsanalyse kompletter Baugruppen.
Vorgehensweise
Der Konstrukteur setzt seine Ideen mit Hilfe eines
3-D-CAD-Systems (CAD = Computer Aided Design) in eine
dreidimensionale virtuelle Abbildung der Geometrie um. Dieses
Modell wird in der Berechnungsabteilung durch Informationen zu den
verwendeten Werkstoffen und ihren mechanischen Eigenschaften
ergänzt. Anschließend werden die Wechselwirkungen
zwischen den einzelnen Bauteilen einer Funktionseinheit definiert.
Dies können z.B. Verschraubungen, lösbare Kontakte,
spielbehaftete Lager oder Reibungseffekte sein. Durch Festlegung
der von außen einwirkenden Lasten in Form von Kräften,
aufgezwungenen Bewegungen oder thermischen Lasten sowie der
Lagerbedingungen werden die Berechnungsgrunddaten
vervollständigt. Alle diese Informationen werden dann mit
Hilfe modernster Simulationssoftware in berechenbare mathematische
Modelle überführt, die von leistungsstarken PCs berechnet
werden können.
Die Berechnungsergebnisse liefern u.a. Aussagen zu
Kräften in den Verbindungsstellen zwischen den Bauteilen einer
Funktionseinheit, auftretenden Verformungen, Schwingungsursachen
und -auswirkungen, Beanspruchung der einzelnen Bauteile usw.
Auch auf dem Gebiet der Strömung von Luft zur
Bogenführung werden mit Hilfe der Simulation vorab Aussagen zu
Drücken oder Geschwindigkeits-feldern erarbeitet.
Vorteile
Die genannten Berechnungen können durchgeführt
werden, bevor ein einziges der Bauteile real gefertigt wird.
Hierdurch können mögliche Schwachstellen einer
Konstruktion frühzeitig erkannt und beseitigt werden. Durch
Variation von Parametern oder Vergleich alternativer
Konstruktionsansätze kann die optimale Lösung für
eine Funktion in der Druckmaschine gefunden werden. Der danach
angefertigte Prototyp erfüllt mit sehr hoher Sicherheit alle
Anforderungen an Funktion und Haltbarkeit. So kann die
Entwicklungsdauer gesenkt und gleichzeitig der hohe
Qualitätsstandard von Heidelberg Produkten sichergestellt
werden.
Druckversion
Finite-Elemente-Berechnung zur Spannungsverteilung in einer
Greiferspitze
Simulation der Luftströmung in der Zuleitung eines
Bogenleitbleches