Heidelberg verstärkt sich im Flexodruck
16.09.1999
Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg),
Weltmarktführer für Lösungen in der Printing- und
Publishingindustrie, hat 30 Prozent der Gallus Holding AG (St.
Gallen, Schweiz) erworben.
Die beiden Unternehmen vereinbarten mit der
Vertragsunterzeichnung zudem, in den Bereichen Marketing, Vertrieb
und Technologie eng zu kooperieren. Gallus entwickelt und
produziert Rollendruckmaschinen, die insbesondere auf den Verfahren
Flexodruck sowie Buch- und Siebdruck basieren. Mit ihren Produkten
spricht die Gruppe derzeit vor allem Etikettendrucker an und gilt
in diesem Segment weltweit als Qualitäts- und
Marktführer.
Die Gallus-Gruppe wurde 1923 gegründet; heute wird an
den beiden Hauptstandorten St. Gallen (Gallus Ferdinand Rüesch
AG) und Langgöns-Oberkleen, Deutschland (Arsoma Druckmaschinen
GmbH), entwickelt und produziert. 500 Mitarbeiter erwirtschafteten
im Geschäftsjahr 1998 einen Umsatz von 183 Millionen Schweizer
Franken (rund 114 Millionen Euro).
Gallus-Produkte werden auch künftig weitgehend über
die bestehenden Kanäle vertrieben. Zusätzlich
übernimmt Heidelberg in bestimmten Regionen und Bereichen den
Vertrieb von Gallus-Produkten. Heidelberg ergänzt dadurch sein
bestehendes Produktprogramm und baut sein Angebot im Wachstumsmarkt
Etiketten- und Verpackungsdruck aus.
Gleichzeitig erlangt der Weltmarktführer für
Offset-Druckmaschinen durch die Beteiligung Zugang zu der immer
wichtiger werdenden Technologie des Rollenflexodrucks. Dieser
eignet sich vor allem für den Druck von folienartigen
Materialien wie Selbstklebeetiketten oder Kunststoffverpackungen.
"Die Nachfrage unserer Kunden aus dem Verpackungs- und
Etikettendruck nach Rollenflexo-Druckmaschinen wächst von Jahr
zu Jahr", so der Heidelberg Vorstandsvorsitzende Hartmut
Mehdorn. "Wir schätzen den Weltmarkt für diese
Produkte auf etwa 800 Millionen Euro, rund 250 Millionen Euro davon
entfallen auf die EU."
"Uns überzeugt die Strategie Heidelbergs, Kunden in
sämtlichen Bereichen des Drucks Lösungen aus einer Hand
zu bieten - von der Dateneingabe bis zum fertigen Produkt", so
Ferdinand Rüesch, Präsident des Verwaltungsrates der
Gallus Holding AG. "Wir sehen Heidelberg damit als einen
idealen Partner, sich den Herausforderungen der Globalisierung zu
stellen."
Vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsratsgremien beider
Unternehmen sowie der zuständigen Kartellbehörden wird
die Übernahme der Gallus-Anteile bis Ende des Jahres
abgeschlossen sein. Über die Konditionen der Transaktion wurde
Stillschweigen vereinbart.
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