
"Die Handwerksbranche war für mich nicht
das Richtige", erklärt Gerd Neblung seinen Weg in die
industrielle Buchbinderei. Er gründete nach der Prüfung
zum Handwerksbuchbindermeister 1971 sein eigenes Unternehmen
mit drei Falzmaschinen und später zusätzlichen
Sammelheftern. Vor 26 Jahren zog er schließlich in den
heutigen Standort des Unternehmens nach Hannover. Seither
wächst die Buchbinderei Neblung kontinuierlich. Inzwischen
arbeiten rund 65 Mitarbeiter auf etwa 5.000 Quadratmetern in den
vier Geschäftsbereichen Handarbeit, Mailing,
Rückenheftung und Klebebindung. Weil für ihn der
Ruhestand nicht mehr weit entfernt liegt, überlässt
Neblung die Verantwortung für den Betrieb zunehmend seinem
Geschäftsführer und Mitgesellschafter Norbert Fahron, der
seit rund zehn Jahren im Betrieb arbeitet. Mit 21 Falzmaschinen,
darunter einem automatisierten Stahlfolder TH 56 sowie einem
Stahlfolder KH 78, in neuester Technologie von Heidelberg, drei
Sammelheftern und einem Klebebinder bearbeitet die Buchbinderei vor
allem kleine und mittlere Auflagenhöhen.
Im letzten Jahr stand die Überholung des vorhandenen
Klebebinders, Baujahr 1991, an. "Hierfür hätten wir
kräftig investieren müssen", so Fahron. "Unsere Kunden
fragen heute auch vermehrt nach PUR-Bindungen. Eine Anforderung,
die der vorhandene Klebebinder nicht hätte erfüllen
können. Das war ein weiterer Grund, warum wir uns
schließlich für eine Neuinvestition entschieden haben."
Den Zuschlag bekam schließlich der Eurobind 4000 von
Heidelberg. "Wir waren im Heidelberg Postpress-Zentrum in Leipzig,
als der Eurobind 4000 vorgestellt wurde. Er bietet genau die
richtige Leistung für unsere kleinen bis mittleren Auflagen.
Und der Preis stimmte." Dort testeten die beiden die Maschine mit
einem Job, der für ihr Auftragsportfolio typisch war. "Die
Qualität der Produkte hat uns am Ende überzeugt. Ein
weiterer Vorteil des Eurobind 4000 ist die automatische
Abspeicherung der Voreinstelldaten, wodurch wir die Rüstzeiten
deutlich senken. Bei uns haben Periodika und Wiederholaufträge
einen relativ hohen Anteil. Da macht es Sinn, die
Maschineneinstellungen abzuspeichern und wieder zu verwenden",
berichtet Fahron. "Die kurzen Rüstzeiten machen uns auch
flexibler: Ein Buchbinder darf bei einer Anfrage nicht lange
überlegen, ob er genug Kapazität hat. Sonst hat der Kunde
den Auftrag schon längst an einen anderen vergeben. Wir
können jetzt die Produktion höherer Auflagen problemlos
unterbrechen und spontan Aufträge dazwischen schieben.
Hinterher rufen wir einfach die Einstelldaten des vorhergehenden
Auftrags wieder ab, rüsten und produzieren innerhalb
kürzester Zeit weiter."
"Innerhalb einer Woche sollte die Maschine stehen", blickt
Fahron zurück auf den Anschaffungsprozess. Und dies war
schließlich auch der Fall. Mitarbeiter von Heidelberg bauten
die in Leipzig getestete Maschine ab und transportierten sie nach
Hannover. Währenddessen musste dort die alte Maschine
demontiert, verkauft und die Produktion umgebaut werden, um Platz
für die rund 35 Meter lange Klebebindestraße zu schaffen.
Bis zum ersten Probelauf dauerte es vier Tage, bis zum Start der
Produktion eine Woche. "Normalerweise dauert die Lieferung und
Installation einer solchen Maschine rund fünf Wochen. Diese
Zeit hatten wir aber nicht. Deshalb war auch klar, dass die
Maschine am Anfang nicht ganz rund laufen würde. Der erste
Auftrag war natürlich nicht perfekt, aber diese
Anfangsprobleme konnten wir mit der Hilfe von Heidelberg schnell
beheben", erzählt Fahron.
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