Frauen und Technik? Na klar!
Technische und handwerkliche Berufe wie
Industriemechaniker oder technischer Zeichner sind noch immer eine
Männerdomäne. Frauen, die an der Werkbank arbeiten oder
eine Druckmaschine bedienen, bilden die Ausnahme. Mit
Veranstaltungen wie dem Girls' Day soll sich das jetzt endlich
ändern.
"Ich konnte mir vorher gar nicht
vorstellen, was man als Industriemechanikerin eigentlich
macht." Alleine hätte ich mich nicht hierher
getraut." So oder ähnlich äußerten sich viele
der 145 Mädchen, die im April 2007 an einem der drei deutschen
Standorte der Heidelberger Druckmaschinen AG in Amstetten,
Brandenburg/Havel und Wiesloch-Walldorf am Girls' Day
teilgenommen haben.
Die zumeist 13 bis 16 Jahre alten
Schülerinnen, darunter viele Töchter von
Betriebsangehörigen, informierten sich in Vorträgen oder
Gesprächen mit Führungskräften und Facharbeiterinnen
über Studien- und Ausbildungsgänge, Berufsbilder sowie
über die beruflichen Perspektiven bei Heidelberg.
Natürlich kam dabei das Praktische nicht zu kurz: An
einer Printmaster GTO, die sie selbst bedienen konnten,
gewannen die Mädchen einen ersten Einblick in die Welt des
Druckens. Aber auch Tätigkeiten aus dem Maschinenbau wie
Bohren und Löten konnten geprobt werden. "Ich hätte
mir das gar nicht zugetraut. Toll, dass ich hier die Gelegenheit
habe, mal ganz andere Fähigkeiten zu testen", meint eine
15-jährige Teilnehmerin, die kurz vor dem Hauptschulabschluss
steht.
Auch Dieter Barth, der für die berufliche Bildung bei
Heidelberg Amstetten verantwortlich ist, zieht ein positives Fazit:
"Mit unserer Veranstaltung "Girls' Day" rennen
wir offene Türen ein. Sowohl in Amstetten als auch in Wiesloch
haben viel mehr Mädchen teilgenommen als in den Jahren zuvor.
Das zeigt, wie wichtig solche Veranstaltungen sind, um die
Berührungsängste der Mädchen vor technischen Berufen
abzubauen und es ihnen zu ermöglichen, sich beruflich zu
orientieren."
Am deutschlandweiten Girls' Day - einer
Initiative von Politik, Wirtschaft, den Gewerkschaften und vielen
anderen Organisationen, die seit 2001 zum fünften Mal
stattfindet - informierten rund 8.000 Unternehmen und
Organisationen mehr als 135.000 Mädchen über
naturwissenschaftliche und technische Berufe. Und schufen damit
auch diesmal wieder Selbstvertrauen, wie die Aussage einer
Teilnehmerin bei Heidelberg zeigt: "Nach dem, was ich heute
gesehen und erlebt habe, kann ich mir schon gut vorstellen, etwas
Technisches zu machen."
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