Lentikularvorstufenpaket
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Jede Linse zählt
Lentikulardruck fasziniert durch spielerische Effekte. Alles
andere als spielerisch ist jedoch die Umsetzung: Schon kleinste
Ungenauigkeiten machen den gewünschten Effekt zunichte. Ein
spezielles Vorstufenpaket von Heidelberg schafft Abhilfe.
Beim Lentikulardruck steckt der Teufel im Detail, genauer: in
den winzig kleinen Linsen. Hunderte davon reflektieren auf einer
Folie die dahinter liegenden Bilddaten, abhängig vom
Blickwinkel des Betrachters. Dadurch entstehen interessante
Eyecatcher, beispielsweise wenn auf einer Werbeanzeige inmitten
einer vor Hitze flirrenden Wüstenlandschaft plötzlich
eine eisgekühlte Flasche Bier auftaucht - und auf genauso
wundersame Weise wieder verschwindet. Derartige Effekte erfordern
absolut präzise Arbeit in der Vorstufe: Druck- und
Linsenraster müssen harmonieren und die Folien linsengenau
belichtet werden, sonst kommt es zu Fehlern. Beispielsweise bilden
sich Moirés, oder beide Bildmotive sind gleichzeitig sichtbar.
"Das Vorstufenpaket von Heidelberg setzt genau an diesen
beiden Knackpunkten an, nämlich Raster und Belichten",
erklärt Mark Ihlenfeldt, Produktmanager Imaging Systems.
Linsengenaues Raster auf Knopfdruck
Je nach Sujet ist es schon bei herkömmlichen
Druckprodukten ein Kunststück, Moirés zu vermeiden. Beim
Lentikulardruck wird der Vorstufe allerdings noch mehr abverlangt:
"Die Rasterpunkte dürfen sich nicht mit den
stabförmigen Linsen überschneiden", hebt Ihlenfeldts
Kollege Uli Bader hervor. Keine leichte Aufgabe, weil Folien von
Charge zu Charge häufig variieren und sich abhängig von
Temperatur oder Luftfeuchtigkeit im Drucksaal auseinander- oder
zusammenziehen. Dadurch können sich auf einer Folie
beispielsweise statt der angegebenen 75 Linsen nur 74,89 Linsen pro
Inch befinden. Bislang galt für den Drucker daher:
Ausprobieren durch Verschieben der Winkel, bis sie
"passen". Mit dem Prinect Screening Editor hingegen
genügt jetzt die einfache Angabe, welche Folie verwendet wird.
Das Werkzeug erzeugt dann automatisch das zur Folie passende Raster
mit der optimalen Rasterweite und -winkelung.
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Der Prinect Screening Editor misst dazu die Anzahl der Linsen und
ihren Abstand, also den sogenannten Pitch der Folie. "Das
erstellte Rasterschema ist bis auf den Hundertstel Inch genau.
Diese Präzision macht einen Unterschied", betont Bader.
Das menschliche Auge - die Kontrollinstanz beim herkömmlichen
Verfahren, bei dem die Testform gedreht und gewendet wird, bis eine
Zeile total schwarz oder weiß erscheint - kann mit dieser
Technik nicht mithalten. "Der Prinect Screening Editor ist
deutlich zuverlässiger", urteilt der Lentikularexperte.
Automatisch pixelgenau belichten
Auch beim Belichten wirken sich die unterschiedlichen
Abstände zwischen den Linsen negativ aus. Denn dadurch
variiert auch die Anzahl der Laserpunkte unter den einzelnen
Linsen: Befinden sich einmal 34 Pixel unter einer Linse, sind es
bei der nächsten vielleicht nur 33. Ein pixelgenaues
Einstellen der Auflösung ist aber notwendig. Ansonsten treten
unerwünschte "Nebenwirkungen" auf, die sich
über die gesamte Breite der Folie potenzieren. Beispielsweise
kann bei 3-D-Bildern der Tiefeneffekt verschwinden, oder eine Farbe
springt eher um als die anderen. Die Suprasetter
Lentikularlösung Resolution Adjustment (Anpassung der
Lentikularauflösung - nicht angeboten in den Vereinigten
Staaten von Amerika) vergrößert oder verkleinert deshalb
je nach Bedarf die Pixel, damit sich immer die gleiche Anzahl von
Pixeln unter einer Linse befindet. Sollte etwa laut Hersteller eine
Folie 75 Linsen per Inch aufweisen, die Messung aber 75,34 ergeben,
passt der Suprasetter die Auflösung entsprechend an und
speichert sie automatisch für die spätere Verwendung im
Workflow.
Lukrative Nische
"Mithilfe des Prinect Lentikular-Workflows von
Heidelberg gewinnen Druckereien eine hohe
Produktionssicherheit", erklärt Ihlenfeldt. "Unsere
Kunden müssen sich nicht länger mit aufwendigem
Ausprobieren aufhalten, sondern können sich darauf verlassen,
dass die Präzision in der Vorstufe zu einem entsprechend
hochwertigen Endprodukt führt." Davon profitieren sowohl
erfahrene Lentikularspezialisten als auch Einsteiger, die ihren
Kunden Applikationen abseits vom Standard bieten wollen. Gerade bei
Einsteigern gleicht die Lernkurve bislang aber oft einer
Leidenskurve. "Das Prinect Paket schwächt diese
Leidenskurve für Anfänger mit Vorkenntnissen merklich ab.
Wer sich noch nie mit Lentikulardruck beschäftigt hat, braucht
allerdings unbedingt ein Training", erläutert der
Produktmanager. Lentikulardrucker mit umfassender Erfahrung
können mit dem Vorstufenpaket wirtschaftlicher produzieren und
gleichzeitig die Qualität sichern oder gar verbessern.
"Spielraum nach oben ist vorhanden", sind sich die beiden
Experten einig, und: "Lentikulardruck wird weiterhin eine
lukrative Nische bleiben."
Druckversion
Lentikulardruck
Lentikularfolien erzielen spezielle Flip- (Wackel-/ Wechseleffekt),
Motion- (Bewegungseffekt), Morphing- (Verwandlungseffekt) oder
3-D-Effekte. Mehr