Eurobind 600/600 PUR
11.06.2010
Digitaldruck und Fotobücher gehören zusammen.
Während der Druck von Auflagen zwischen 1 und meist nicht mehr
als 50 problemlos zu bewältigen ist, stellt eine reibungslose
Weiterverarbeitung solcher Klein- und Kleinstauflagen etwas
höhere Anforderungen an die Anbieter. Dass sich Digitaldruck
und die klassische, aus dem Offsetdruck bekannte Weiterverarbeitung
gut ergänzen können, zeigt das Beispiel der Friedmann
Print Data Solutions in Reutlingen. Hier produziert ein Klebebinder
Eurobind 600 PUR der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg)
praktisch ohne Rüstzeiten Fotobücher, die mit einer HP
Indigo 5000 gedruckt werden.
Als Philipp Friedmann seine Firma 2004 als Vorstufen- und
Schulungsunternehmen gründete, hatte der gelernte
Druckformenhersteller das Potenzial von Webt to Print schon fest im
Blick. Zusammen mit einem IT-Dienstleister machte er sich an die
Entwicklung einer Web-Plattform und dem damit verbunden Workflow.
Der Einstieg in den Digitaldruck begann 2005, seit 2007 werden
Fotobücher und andere individuelle Endkundenprodukte gedruckt.
Mit der Web-Marke photographerbook.eu ist das Unternehmen ein
etablierter Anbieter von Fotobüchern, Fotokalendern,
Fotoleinwänden und Grußkarten. Darüber hinaus
produziert Friedmann aber auch Broschüren und Flyer und ist
als Dienstleister für Druckereien aktiv.
Die Kunden gestalten ihre Fotobücher mit der Software,
die vorher per Download von der Internetseite installiert wird. Die
Software speichert das fertige Layout ab und überträgt
die Datei per FTP (File Transfer Protocol) an die Digitaldruckerei.
Dort werden die eingehenden Daten mehr oder weniger vollautomatisch
geprüft, gerippt und für den Druck vorbereitet. Ein
Großteil der Aufträge kommt aus der Region, aber auch aus
Österreich und der Schweiz. Rund 40 Prozent der Jobs sind
mittlerweile Fotobücher, die auch in ungewöhnlichen
Formaten bis 40x30 Zentimeter produziert werden können. "Trotz
der Standardisierung bieten wir ein sehr hohes Maß an
Individualisierung, sei es über das Format oder die Auswahl an
Papiersorten bis hin zur beidseitigen UV-Lackierung", sagt
Friedmann.
Klebebinder ergänzt Digitaldruckproduktion
Bis Mitte 2009 gab Friedmann die Weiterverarbeitung der
Fotoprodukte an Partner außer Haus. "Dabei waren wir immer auf
die Termintreue und die Qualität von Dritten angewiesen, was
sowohl auf unsere Lieferzeiten als auch auf die Marge deutlich
Einfluss hatte", erklärt Friedmann. Vor allem in Sachen
Lieferzeiten wird der Spielraum bei Web to Print aus seiner Sicht
immer kleiner, so dass er sich im letzten Jahr entschloss, in einen
eigenen Klebebinder zu investieren. Friedmann prüfte mehrere
Modelle unterschiedlicher Hersteller. "Ein Vierzangenklebebinder
kam nicht in Frage, weil die Rüstzeiten zu groß sind. Die
meisten Einzangenklebebinder arbeiten mit offenen Leimbecken, so
dass vergleichsweise viel Kleberabfall entsteht und der Leimauftrag
nicht immer ideal erfolgt. Zudem fand ich die
Rückenbearbeitung bei manchen Modellen nicht überzeugend
- die für ein einwandfreies Produkt mindestens so wichtig ist
wie die Leimung." Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten
des Eurobind 600 PUR von Heidelberg.
Die Inbetriebnahme des Klebebinders verlief reibungslos, und
schon am selben Tag liefen die ersten Fotobücher über die
Anlage. Die Bedienung ist nach Friedmanns Worten einfach und
intuitiv, so dass auch Aushilfen schnell produktiv arbeiten
können. So erfolgt die Dateneingabe über einen grafischen
Touchscreen. "Alle Parameter für die Blockdicke des zu
klebenden Produkts stellen sich automatisch ein. Die
Düsenverstellung der PUR-Düsen arbeitet sehr genau und
verlässlich, so dass wir praktisch keine Rüstzeiten
haben." Der Workflow ist so konzipiert, dass nach dem Drucken und
Schneiden die Aufträge nach Rückenstärke in
Schritten von einem Millimeter jeweils zusammengefasst und
produziert werden. Bisher wurden mit dem EB 600 rund 10.000
Fotobücher produziert. Das vierköpfige Team arbeitet in
der Regel in einer Schicht, zu Spitzenzeiten wie beispielsweise vor
Weihnachten dreischichtig mit Aushilfen.
Höchste Qualitätsanforderungen bei Auflage 1
Rund die Hälfte der Fotobücher wird mit Auflage
1 produziert, und die Reklamationsrate liegt bei Null. "Web to
Print-Kunden kommen wieder, wenn die Qualität stimmt. Jeder
Kunde sieht nur sein eines Produkt, und das wird genau auf
Qualitätsmängel untersucht. Über die
Druckqualität hinaus ist die Haltbarkeit und Stabilität
der Klebung der entscheidende Faktor", weiß Friedmann. Nach
seinen Erfahrungen liefert die Rückenfräse des Eurobind
600 exakt vorbereitete, staubfreie Rücken, die sich auch bei
schweren Buchblöcken und selbst bei beidseitig UV-lackierten
Seiten einwandfrei kleben lassen. Zudem gab es keinen anderen
Klebebinder in dieser Klasse, mit dem sich Sonderformate wie 40x30
Zentimeter produzieren lassen. "Und gerade solche ausgefallenen
Formate sind ein wichtiges Differenzierungsmerkmal für uns."
Für die nähere Zukunft will Friedmann gezielt
weiter ins Web to Print-Geschäft investieren: "Wir bauen
derzeit ein weiteres Kundenportal auf, mit dem Grußkarten
angeboten werden. Etwas Ähnliches planen wir für
klebegebundene Broschüren, so dass sich die Investition in
den Eurobind 600 für uns mindestens zweifach auszahlen
wird." Und derzeit wächst allein das Fotobuchgeschäft mit
100 Prozent pro Jahr …
Kasten: Die Klebebinder von Heidelberg
Über den Eurobind 600 - ideal als Klebebinder für
kleine und kleinste Auflagen - hinaus bietet die Heidelberger
Druckmaschinen AG zwei weitere Klebebinder für die
industrielle Weiterverarbeitung an. Der Eurobind 1300 richtet sich
an Betriebe mit Auflagenhöhen von 1.000 bis 10.000
Büchern pro Auftrag. Auf der IPEX 2010 wird der Klebebinder
Eurobind Pro verfügbar sein, der auf Basis des Eurobind 4000
entstand. Diese derzeit wirtschaftlichste Klebebindeanlage richtet
sich an Akzidenzdrucker und Weiterverarbeitungsspezialisten mit
durchschnittlichen Auflagenhöhen zwischen 5.000 und 150.000
Klebebindungen pro Auftrag. Die kurzen Rüstzeiten werden nun
kombiniert mit einer maximalen Leistung von 6.000 Takten pro
Stunde. Über den Prinect Postpress Manager ist der Eurobind
Pro in die Produktionsumgebung integrierbar, was zu
größtmöglicher Transparenz der Daten und Kosten
führt. Die Eurobind Familie liefert hochwertigste
Bindeergebnisse bei kurzen Rüstzeiten, hoher
Produktionsgeschwindigkeit, hoher Stabilität und
Zuverlässigkeit und geringem Wartungsaufwand. Bei allen
Klebebindern wurde höchster Wert auf den Umwelt- und
Arbeitsschutz gelegt.
www.photographerbook.eu
Bild 1: Philipp Friedmann und Eurobind 600
Philipp Friedmann am Eurobind 600, mit dem sich selbst
Fotobücher in Sonderformaten rentabel produzieren lassen.
Bild 2: Fotobücher
Fotobücher von photographerbook.eu - individuelle
Produkte trotz Standardisierung.