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Sondermaschinen: (Fast) nichts ist unmöglich

Heidelberger Druckmaschinen AG: Roland Varga (links) und das Customizing-Team
Roland Varga (links) und das Customizing-Team
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Immer mehr Kunden entscheiden sich beim Druckmaschinenkauf für ein Sondermodell - passgenau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt durch die Customizing-Experten von Heidelberg. Und die lassen sich so manches einfallen, damit die bestmögliche Lösung zustande kommt.

Ob kleine Extras oder absolute Neukonfiguration - die Beweggründe für den Wunsch nach einer Sondermaschine ähneln sich: "Unsere Kunden wollen sich vom Wettbewerb abheben. Das erreichen sie, indem sie ihre Performance steigern oder ausgefallene Produkte und Effekte erzeugen", sagt Roland Varga, Produktmanager Customizing 70 x 100. In dieser Formatklasse enthält mittlerweile fast jede fünfte ausgelieferte Maschine kundenspezifische Anpassungen. Auch in anderen Formatklassen geht der Trend zum Sondermodell. Entweder kommen die Drucker mit einem Konfigurationsvorschlag zur Niederlassung von Heidelberg, oder sie bringen ihr Applikationsbeispiel mit und lassen sich von den Customizing-Experten beraten.
Heidelberger Druckmaschinen AG: Speedmaster XL 105 LYY-9+LYYL: Die Konfiguration der Maschine mit insgesamt drei Lackierwerken vor und nach den Druckwerken ermöglicht eine fast unbegrenzte Anzahl von Anwendungen.
Speedmaster XL 105 LYY-9+LYYL: Die Konfiguration der Maschine mit insgesamt drei Lackierwerken vor und nach den Druckwerken ermöglicht eine fast unbegrenzte Anzahl von Anwendungen.
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Einfach anders: Extras aus der Serie
Der modulare Aufbau der Druckmaschinen erlaubt eine breite Palette kundenindividueller Konfigurationen. Die Komponenten stammen so weit wie möglich aus der Serienproduktion. "Das ist nicht nur wirtschaftlich, sondern sichert auch unser hohes Qualitätsniveau wie etwa bei der Speedmaster XL 105 Duo", erläutert Varga. Die Druckmaschine kombiniert Flexo- und Offsetdruckwerke. Dadurch lassen sich in einem Durchgang vielfältige Effekte erzielen, die sonst nur mit teuren Materialien oder mit mehreren Maschinendurchläufen möglich wären. Beispielsweise kann das Lackierwerk vor den Druckwerken einen kompletten Arbeitsgang einsparen. Konfigurationen, die ursprünglich auf Kundenwunsch gebaut wurden, sind mittlerweile sogar wegen der hohen Nachfrage in Serie gegangen. So haben etwa die Speedmaster SM 102 lange Wendemaschinen ihre "Karriere" ebenfalls als Customizing-Modelle begonnen.
Heidelberger Druckmaschinen AG: Speedmaster XL 105-6+L. Die Maschine wurde maximal hochgesetzt und mit  Logistics von Heidelberg für den automatischen Materialtransport ausgestattet, damit der Verpackungsdrucker höchste Produktivität erzielt.
Speedmaster XL 105-6+L. Die Maschine wurde maximal hochgesetzt und mit Logistics von Heidelberg für den automatischen Materialtransport ausgestattet, damit der Verpackungsdrucker höchste Produktivität erzielt.
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Der Weg zur kundenindividuellen Druckmaschine
Ganz gleich, ob es sich um minimale Abweichungen vom Serienmodell oder um absolute Neukonfigurationen handelt, die Customizing-Experten suchen immer nach der bestmöglichen Lösung. Nach dem Kundengespräch wird mit der Entwicklung und der Produktion geklärt, ob eine gewünschte Konfiguration schon einmal gebaut wurde oder ob die Neuentwicklung technologisch machbar und die gewünschte Anwendung realisierbar sind. Anhand von Wirtschaftlichkeits- und Machbarkeitsprüfungen ermitteln die Experten die Idealkonfiguration. Danach erhält die Druckerei ein Angebot. Erteilt er den Auftrag, realisiert das Customizing-Team in enger Abstimmung mit ihm die Sonderlösung.

Das Team umfasst Spezialisten aus dem Produktmanagement, der Produktion und Entwicklung sowie aus dem Service. Ein Installationsbeauftragter fungiert als Schnittstelle zwischen dem Kunden und dem Customizing-Team. An ihn kann sich der Kunde jederzeit mit all seinen Fragen wenden. Der Installationsbeauftragte wiederum kennt den Kundenbetrieb genau. Er klärt auch, ob beispielsweise bauliche oder technische Änderungen notwendig sind, damit die Maschine optimal läuft. Diese wird im Werk Wiesloch-Walldorf ausgiebig getestet. "Erst wenn das Unikat den Kundenanforderungen vollständig entspricht, installieren wir die Maschine", berichtet Varga.

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Kurzinterview mit Roland Varga


Herr Varga, wie kann der Kunde sicher sein, seine individuelle Idealkonfi-guration zu erhalten?

Varga:
Maßgeblich ist immer das Jobportfolio der Druck-erei. In umfangreichen Analysen prüfen wir die Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit der Sonder-konfiguration und leisten damit eine fundierte Inves-titionsberatung. Hierzu stehen uns bewährte Ins-trumente wie "BizModel" zur Verfügung. Diese Simu-lationssoftware zeigt auf der Basis der realen Betriebs- und Produktions-daten des Kunden auf, wie sich die unterschiedlichen Alternativen auf die Pro-duktivität auswirken. Außerdem stellt unser Installationsbeauftragter sicher, dass die Beding-ungen beim Kunden - wie zum Beispiel die Tragkraft des Fundaments oder die Stromzufuhr - für die Sondermaschine passen.

Wie viel teurer ist eine Sonderanfertigung oder eine komplette Neuent-wicklung gegenüber dem vergleichbaren Serienmodell?

Varga: Das hängt davon ab, wie komplex die Änderung ist. Kleine, einfache Ände-rungen einer Serienma-schine fallen prozentual gemessen kaum ins Ge-wicht. Eine Neuentwicklung kann hingegen bis zu zehn Prozent teurer als das Serienmodell sein.

Nennen Sie uns bitte ausgefallene Sonderlösungen.

Varga: Eine japanische Druckerei, die transparente Folien für Leuchtkästen bedruckte, trug hierzu zwei bis drei Schichten Deckweiß auf. Die Strahlung des UV-Trockners wurde durch das Deckweiß so abgeschirmt, dass die unteren Farb-schichten nicht vollständig durchhärten konnten und es zu Haftungsproblemen kam. Deshalb hat der Kunde die Folie gewendet und sie zum Trocknen noch mal durch die Maschine laufen lassen. Wir haben für den Kunden eine pragmatische Lösung gefunden: Zusätzlich zum serienmäßig oberhalb des Bogenlaufs platzierten UV-Trockner bauten wir einen weiteren Trockner in das Bogenlaufblech ein. Der Kunde benötigt heute nur noch einen Durchgang und spart somit Zeit und Geld.

© Heidelberger Druckmaschinen AG 

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