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Women in Print - Frauen auf dem Vormarsch

Auch wenn immer mehr Frauen in der Druckbranche arbeiten: Bis in den Chefsessel schaffen es nur wenige. "Women in Print" will das ändern.

Ausgerechnet ein Mann war die treibende Kraft hinter "Women in Print". Glenn Plummer, bei Heidelberg Australien und Neuseeland verantwortlich für Produktmanagement und Marketing, rief die Initiative im März 2007 ins Leben.
Heidelberger Druckmaschinen AG: Glenn Plummer
Herr Plummer, was ist "Women in Print"?
Plummer:
"Women in Print" ist ein weltweites Netzwerk, initiiert von der Print Media Academy (PMA) Heidelberg. Es unterstützt vor allem weibliche Führungskräfte und solche, die es werden wollen.

Warum haben Sie diese Initiative ins Rollen gebracht?
Plummer:
In unsere Branche bestimmen meistens Männer, wo es langgeht. Das zeigt sich schon beim Besuch von Messen oder Open Houses, wo kaum Frauen anzutreffen sind. Daher hatten wir die Idee, dass es gut sei, mit "Women in Print" eine Plattform für Frauen aus der Printmedien-Industrie zu schaffen.

Wie unterstützt "Women in Print" Frauen?
Plummer:
Die Initiative fördert Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung innerhalb der Printmedien-Industrie. Sie können auf Veranstaltungen mehr Gleichgesinnte kennenlernen und Netzwerke aufbauen, sich austauschen und neuen Rollenvorbildern oder Karrierewegen begegnen. In diesem Netzwerk haben Geschäftsfrauen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und über ihren persönlichen Weg an die Spitze zu berichten. Außerdem haben Nachwuchskräfte die Chance, eine Mentorin zu finden.

Wer profitiert von der steigenden Anzahl weiblicher Fach- und Führungskräfte?
Plummer:
Zuerst einmal die Frauen, die jetzt selbstbewusster Führungspositionen anstreben. Aber auch für den Arbeitgeber zahlt es sich aus. Frauen besitzen andere Fähigkeiten als Männer. Sie sind oft kommunikativer und bringen eine enorme soziale Kompetenz mit ein. Das klingt nach typischen Klischees, aber es sind keine. Studien zeigen nämlich, dass ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern am Arbeitsplatz ein besseres Betriebsklima schafft und dass gemischte Teams eher in der Lage sind, komplexe Aufgaben zu meistern. Davon sind auch die Sponsoren überzeugt, die "Women in Print" unterstützen und durch ihr Engagement natürlich auch ihr Firmenimage verbessern.
Adriana Nuneva (2. v. l. im Bild), zuständig für das Globale Marketing bei Heidelberg, ist Schirmherrin von "Women in Print".
Sie unterstützt gemeinsam mit der PMA Heidelberg die vielfältigen Aktivitäten des Netzwerks - beispielsweise organisierte sie das erste internationale Treffen von "Women in Print" auf der drupa 2008 in Düsseldorf.

Frau Nuneva, welche Rolle spielt die Print Media Academy?
Nuneva:
Die PMA ist sozusagen der "Stützpunkt" für die Initiative. Die Standorte rund um die Welt stellen nicht nur ihre hervorragende Infrastruktur bereit, sie bringen auch ihr Know-how und die vorhandenen Branchenkontakte ein, mit denen sich solch ein berufsorientiertes Netzwerk erfolgreich auf- und ausbauen lässt.

Warum fördert gerade ein Netzwerk das berufliche Vorankommen?
Nuneva:
Mit Hilfe von Netzwerken ist es viel leichter, Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen, etwa um Erfahrungen auszutauschen, Geschäftsideen und Karrierewege zu diskutieren oder um eine neue Arbeit zu finden. Oftmals profitiert man hierbei von den Kontakten eines bereits bestehenden Kontakts. Eine Person, die ich kenne, kennt wiederum viele andere. So ist es viel einfacher, eine Partnerin für den Erfahrungsaustausch zu finden.

Wie kann ich an "Women in Print" teilnehmen?
Nuneva:
Das geht ganz einfach über die Internetplattform XING. Um die Vernetzung zu forcieren, haben wir "Women in Print" als Gruppe mit einem eigenen Bereich eingetragen. Dort können sich Frauen aus der Printmedien-Industrie beteiligen, die bereits Führungskräfte sind oder diesen nächsten Karriereschritt anstreben. Wer noch nicht Mitglied bei XING ist, muss sich zuerst anmelden, das ist aber kostenfrei.
Hisako Shindo (ganz links im Bild oben), Vorsitzende des japanischen Heidelberg Ladies' Forum, ist Präsidentin der Druckerei Shindo Group in Tokyo.
Damit gehört sie einer speziellen Minderheit an: In der japanischen Druckindustrie schafft es nur eine von hundert Frauen ins Management (Stand: 2007).

Warum sind weibliche Führungskräfte so wichtig für die Zukunft der Branche?
Shindo:
Sie können besser auf die Bedürfnisse der weiblichen Endverbraucher eingehen. Zudem sind Frauen sensibler in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit, weil in der Regel sie es sind, die tagtäglich für die Familien sorgen und sich deshalb öfter Gedanken machen, wie künftige Generationen aufwachsen sollen. Das trifft auch auf mich selbst zu. Wir haben beispielsweise unser Unternehmen komplett umweltfreundlich ausgerichtet und sogar bei der Architektur des Gebäudes darauf geachtet, dass es sich harmonisch in die Umgebung einfügt.

Was muss sich ändern, damit mehr Frauen eine Führungsposition erlangen?
Shindo:
Die meisten Frauen fühlen sich nicht als "Geschäftsfrauen", weil sie nicht auf diese Rolle vorbereitet wurden: Sie haben weder zu führen gelernt, noch sich durchzusetzen. Sie brauchen deshalb die Unterstützung ihrer Arbeitgeber. Hart zu arbeiten reicht nicht immer für den Aufstieg. Dieser gelingt nur in einem Umfeld, das Karrieremöglichkeiten für Frauen bietet und sie fördert, das aber auch dazu ermuntert, an Initiativen wie "Women in Print" teilzunehmen.

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Die Print Media Academy in Heidelberg unterstützt die Druck- und Medienbranche durch ein breitgefächertes Weiterbildungsangebot. Sie dient als Ideen-, Trainings- und Zukunftszentrum unter dem Motto "Lernen vonei-nander und miteinander". Mehr

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