Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) hat das
zurücklie- gende Geschäftsjahr 1999/2000 (1. April 1999 -
31. März 2000) erfolgreich abgeschlossen. Mit einem Umsatz von
4,602 Milliarden Euro konnte die Heidelberg Gruppe den Wert des
Vorjahres (3,948 Milliarden Euro) um 16,5 Prozent steigern.
Auch die Auftragseingänge erreichten mit 4,694
Milliarden
Euro und einem Plus von 39,3 Prozent (Geschäftsjahr
1998/99: 3,369 Milliarden. Euro) eine neue Bestmarke. "Das
Ergebnis nach Steuern der Heidelberg Gruppe lag bei 251 Millionen
Euro (1998/99: 256 Millionen Euro), und damit trotz der
Aufwendungen für den Aufbau des Geschäfts mit digitalen
Druckmaschi- nen auf einem sehr hohen Niveau", so der
Vorstandsvorsitzende Bernhard Schreier. Für 1999/2000 wird das
Unternehmen eine Dividende von 1,70 Euro je Aktie ausschütten,
was einer Dividendenrendite von 2,74 Prozent entspricht.
Die Heidelberg Aktie entwickelte sich zwischen dem 1. April
1999 und dem 31. März 2000 sehr positiv und erzielte eine
Kurssteigerung von 49,50 Euro auf 62,00 Euro. Inklusive der
gezahlten Dividende entspricht dies einer Zunahme um 27,7 Prozent.
Der MDAX erhöhte sich im Vergleich dazu um 18,4 Prozent auf
4.468 Punkte. "Wir werden den Free-Float unserer Aktie im
nächsten Geschäftsjahr auf voraussichtlich 30 Prozent
verdoppeln", so Finanzvorstand Dr. Herbert Meyer. Derzeit
würden Gespräche mit den Großaktionären
geführt. Nach der Verschmelzung der Lahmeyer AG auf die
Muttergesellschaft RWE ist die RWE AG seit Ende des Jahres 1999 mit
56 Prozent der Mehrheitsaktionär Heidelbergs.
Die neue Sparte Digital hat mit ihren Leistungen in den
vergangenen Monaten - insbesondere im
Schwarz-Weiß-Digitaldruck - die Erwartungen Heidelbergs weit
übertroffen. "Unsere Zahlen zeigen, dass Heidelberg die
Positionierung als Lösungsanbieter für die gesamte Druck-
und Verlags- industrie optimal gelungen ist. Wir werden unsere
Marktführerschaft konsequent ausbauen - mit dem Digitaldruck
als weiterem Standbein", so Schreier. Die hohe Exportquote des
Unternehmens ist mit 84,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (82,3
Prozent) nochmals leicht gestiegen. Die Gesamtzahl der Heidelberg
Mitarbeiter erhöhte sich im Berichtszeitraum um 2.618 auf
24.177 (31. März 2000).
Erstes Quartal sehr erfolgreich - Bestmarken auf der drupa
Die erfolgreiche Entwicklung des Geschäftsjahres 1999/2000
konnte auch im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres
2000/01 fortgesetzt werden: Auf der drupa 2000, der wichtigsten
Messe für die grafische Industrie, erhielt Heidelberg
Aufträge im Wert von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Mit dieser
Bestmarke konnten die Autragseingänge der drupa 1995
verdreifacht werden. Das Unternehmen präsentierte in
Düsseldorf erstmals auf die jeweiligen Bedürfnisse der
Kunden zugeschnittene Lösungsangebote. Diese umfassten neben
Druckmaschinen vor allem Produkte der Druckvorstufe und
Weiterverarbeitung wie auch Software, Verbrauchsmaterialien und
Dienstleistungen. Zu den Highlights der Messe zählten die
farbige Digitaldruckmaschine NexPress 2100 sowie die neue
Zeitungsdruckmaschine Mainstream 80. Einer der renommiertesten
Zeitungsverlage Europas, die britische Telegraph-Gruppe, hat auf
der drupa sieben Mainstream-Rotationen mit insgesamt 263
Druckwerken bestellt. "Dieser Auftrag zählte zu einem der
größten in der Geschichte dieser Fachmesse", so
Schreier. "Er zeigt, dass wir im Zeitungsgeschäft eine
führende Rolle spielen." Heidelberg hat in den
vergangenen Monaten seine Strategie konsequent umgesetzt und sich
vom Druckmaschinenher- steller zum umfassenden Lösungsanbieter
für die gesamte Druck- und Verlagsindustrie gewandelt.
Das Unternehmen hat den Offsetdruck weiter optimiert und sich
im Zeitungs- und im Digitaldruck verstärkt. Zudem wurde mit
der Übernahme von 30 Prozent der Schweizer Gallus-Gruppe im
September 1999 der wichtige Wachstumsbereich Flexodruck ausgebaut.
Digital mit fulminantem Start
Die neue Sparte Digital hat mit einem Umsatz in
Höhe von 659 Millionen Euro die Erwartungen um 25 Prozent
übertroffen. Von Heidelbergs erster digitaler
Schwarz-Weiß-Druckmaschine, der Digimaster 9110, wurden
bereits mehr als 1.000 Maschinen verkauft. Ziel ist es, innerhalb
von fünf Jahren in diesem Produktsegment rund 20 Prozent
Marktanteil zu erreichen. Den Einstieg in den digitalen Farbdruck
hat das Unternehmen mit der Gründung des Heidelberg Kodak
Joint Ventures NexPress bereits vollzogen.
Sheetfed erneut mit Umsatzrekord
Große Erfolge erzielte Heidelberg im
Geschäftsjahr 1999/2000 wiederum in der Sparte Bogenoffset:
Mit 2,850 Milliarden Euro Gesamtumsatz steigerte sie ihre Leistung
gegenüber dem Vorjahr um knapp 8,5 Prozent. Die höchsten
Umsatzzuwächse lagen in Asien, Central Europe und NAFTA.
Web Systems: Erfolge mit der Sunday-Technologie
Mit einem Umsatz von 695 Millionen Euro erreichte die
Sparte Rollenoffset im vergangenen Geschäftsjahr einen Zuwachs
von nominal drei Prozent. Die Konzentration unter großen
Druckereien führte in Nordamerika zu einer
vorübergehenden Kaufzurückhaltung. Die Sparte konnte
jedoch in anderen Schlüsselmärkten wie Europa und Asien
ihren Marktanteil steigern. Im Bereich für die Produktion von
Katalogen, Magazinen und Beilegern ist Heidelberg mit einem Anteil
von über 40 Prozent Weltmarktführer. Bei Web Systems
spielt die innovative Sunday Technologie eine herausragende Rolle:
Sie wurde erstmals auch in die Baureihe der neuen Zeitungsmaschinen
integriert.
Finishing mit großem Umsatzplus
In der Sparte Weiterverarbeitung erreichte das
Unternehmen in 1999/2000 ein Umsatzplus von 71 Prozent auf 398
Millionen Euro. Bereinigt um Erstkon- solidierungseffekte betrug
der Zuwachs 17 Prozent. Mit einem Anteil von über 40 Prozent
bei Falzsystemen und Auslagen schaffte es Heidelberg, seine
Position in einem nahezu stagnierenden Markt weiter auszubauen. Bei
Sammelheftern wurden Umsatz-Zuwächse von knapp 50 Prozent
erreicht und der Weltmarktanteil auf rund 25 Prozent gesteigert.
Schlagkräftiger Vertrieb mit sechs Regionen
Über 240.000 Kunden arbeiten weltweit mit
Heidelberg Produkten. Um sie direkt vor Ort betreuen zu
können, hat Heidelberg in den vergangenen Jahren seine
Vertriebs- und Serviceorganisation konsequent ausgebaut und ist
mittlerweile in über 170 Ländern vertreten. 42 Prozent
des Gruppen-Umsatzes wurden in der Region Central Europe erzielt.
Mit Gesamterlösen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro
erreichte Heidelberg hier eine neue Bestmarke. Besonders
erfolgreich konnten sich Heidelberg Deutschland mit dem
Rekord-Umsatz von 676 Millionen Euro und Heidelberg England mit
Umsätzen in Höhe von 342 Millionen Euro positionieren. In
der Region Eastern Europe legten vor allem Heidelberg Russland und
Heidelberg Polen bei den Umsätzen deutlich zu. Kräftiges
Wachstum hat für 1999/2000 die Region NAFTA mit einem
Umsatzplus von 27,6 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro
vorzuweisen. In Mittel- und Südamerika bewegten sich die
Umsätze aufgrund des ungünstigen wirtschaftlichen Umfelds
mit 111 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau. Durch hohe
Verkaufserlöse im Web-Bereich konnte Heidelberg do Brasil die
Umsätze des Vorjahres jedoch übertreffen.
Im asiatischen Raum konnte Heidelberg die wirtschaftliche
Erholung in der Region Asia/Pacific nutzen und seine Marktanteile
weiter erhöhen. So steigerte etwa Heidelberg Japan seine
Umsätze um 13 Prozent und erreichte damit 268 Millionen Euro.
Auch Heidelberg China zeigte erneut hohe Zuwächse. China
ist in Asien der wichtigste Wachstumsmarkt, das Unternehmen baut
dort seine Präsenz gezielt aus. In der Region Middle East and
Africa konnte die Mehrheit der Länder im vergangenen Jahr an
die sehr positive Umsatz- entwicklung von 1998/99 anknüpfen.
Start der Print Media Academy
Heidelberg hat Mitte April zum 150. Geburtstag des
Unternehmens die Print Media Academy eröffnet. "Mit
diesem Wissens- und Trainingszentrum ist es uns möglich, die
gesamte grafische Industrie nicht nur mit Hard- und Software,
sondern auch mit 'Brain Ware' zu versorgen", so
Schreier. Denn auf dem Weg ins Informationszeitalter seien die
neuesten Technologien plus dem entsprechenden Know How gefragt. Ein
Academy-Netz mit Einrichtungen in Atlanta, Kuala Lumpur, Tokio,
Moskau, Sao Paulo, Kairo und Shenzhen (China) sorgt dafür,
dass Heidelberg auch mit seinen Trainings nahe am Kunden und am
Markt agiert.
Ausblick für das Geschäftsjahr 2000/2001: Weiteres
Wachstum
Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert
Heidelberg eine positive Entwicklung. Das Unternehmen erhielt durch
die drupa kräftige Impulse, so dass es bei den
Auftragseingängen eine Zunahme über dem konjunkturel- len
Wachstum erwartet. Der Umsatz der Gruppe wird in 2000/2001
annähernd fünf Milliarden Euro erreichen, der
Jahresüberschuss im Vergleich zum abgeschlossenen
Geschäftsjahr um acht bis zehn Prozent wachsen.
"Erstklassige High-Tech-Produkte, Heidelbergs Kompetenz als
Lösungsanbieter und unser weltweites Servicenetz werden uns
auch in Zukunft den entscheidenden Wettbewerbsvorteil
bringen", so Schreier. Der Printbereich profitiert nach Worten
des Vorstandsvorsitzenden auch weiter von den elektronischen
Medien. "Heidelberg wird durch die Er- schließung neuer
Märkte sowie durch seine absolute Kundenorientierung weiterhin
erfolgreich bleiben."
Für weitere Informationen:
Nina Purtscher
Heidelberger Druckmaschinen AG
Unternehmenskommunikation
Tel.: +49 (0)6221 92 50 64
Fax: + 49 (0)6221 92 50 69
E-Mail:
nina.purtscher@heidelberg.com