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Maschinenausfall: Vorsorge tut not

Schon eine kleine Schraube, die ins Druckwerk gerät, kann eine Druckmaschine mehrere Tage lahmlegen und - zusätzlich zum Sachschaden - einen hohen Ertragsausfall verursachen. Deshalb sollte sich eine Druckerei gegen solche Schadensfälle absichern.

Wenn das Unvorhergesehene passiert, ist der Schaden meist groß: Etwa wenn eine lose Schraube oder ein gerissener Riemen zum Maschinenausfall führt. Die entstehenden Umsatzeinbußen und laufenden Fixkosten wie Löhne oder Kredite reißen schnell ein großes Loch ins Budget. Die gute Nachricht dabei: Betriebe können sich gegen Unterbrechungsschäden sowie Mehrkosten aufgrund eines Maschinenbruchs oder -ausfalls versichern. Die schlechte Nachricht: Die wenigsten Druckereien sind gegen solche Schadenssituationen versichert.

Maschinenausfälle häufig nicht versichert
"Druckereien wie auch Versicherungsgesellschaften sind eher auf klassische Gefahren wie Feuer-, Sturm- oder Wasserschäden fixiert und weniger auf Risiken aus dem laufenden Betrieb", erläutert Gerhard Bugla. Der Jurist leitet die Versicherungsabteilung bei Heidelberg und verantwortet unter anderem den Versicherungsschutz des firmeneigenen Maschinenparks. Bugla zufolge sparen Betriebe häufig an der falschen Stelle: "Im Schadensfall laufen rasch hohe Summen auf, ganz abgesehen vom Imageschaden des Unternehmens bei den Kunden. Dabei zahlt mir die Versicherung den Sach- und Folgeschaden, der mit dem Maschinenbetrieb zusammenhängt, sogar dann, wenn ich ihn durch einen Bedienfehler selbst verursacht habe."
Gerhard Bugla, Leiter der Versicherungsabteilung bei Heidelberg.
Gerhard Bugla, Leiter der Versicherungsabteilung bei Heidelberg
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Welche Policen sind empfehlenswert?
Vor allem kleine Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern sind häufig unterversichert und glauben, dass sie sich im Schadensfall schon irgendwie durchwursteln können. Dabei bieten Versicherer Policen für eine "Gebündelte Deckung" an. Diese Policen versichern fast alle betrieblichen Risiken: Sach- und technische Risiken wie das Versagen von Mess- und Regeleinrichtungen, Materialfehler und Überspannung ebenso wie Haftpflichtfälle und die Böswilligkeit Dritter. Ausgenommen sind explizit aufgeführte Ausschlüsse und grobe Fahrlässigkeit. "Solche All-Risk-Policen richten sich speziell an kleinere und mittelgroße Gewerbebetriebe. Sie sind unkompliziert und mit Prämien im Promillebereich der versicherten Werte beziehungsweise Schadenssumme auch relativ preisgünstig", führt Bugla aus.

Wie schätze ich meine Risiken ab?

Damit sich eine Druckerei nicht überversichert, rät der Versicherungsexperte, die Policen der Versicherungen genau zu studieren und die darin aufgeführten Risiken als eine Art Checkliste nutzen: "Betrieb sollten vor einem Beratungsgespräch mit einem Makler die möglichen Folgen von Schadensfällen auflisten und idealerweise nach individuellen Risikokategorien gewichten. Also: Welche Kosten kann das Unternehmen im Schadensfall selbst schultern, und welche Risiken möchte es dem Versicherer in Deckung geben?" Faktoren wie Kapazitätspuffer, Möglichkeit des Ausweichens auf Kooperationspartner oder die Dringlichkeit der Liefertermine spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Zudem sollte man auch auf die Frage nach einer verkraftbaren Selbstbeteiligung eine Antwort parat haben.

Wie finde ich die richtige Versicherung?

Die teils unterschiedlich strukturierten Angebote machen den Markt unübersichtlich. Bugla empfiehlt Druckereien daher, sich an einen erfahrenen Makler zu wenden, der auf Maschinenbruch- und Maschinenausfallversicherungen spezialisiert ist. Allerdings variiert das Angebot: In staatlich kontrollierten Märkten wie Brasilien oder China lassen sich oft deutlich weniger Risiken absichern als in Europa, wo ein liberalisierter Wettbewerb die Versicherungsgesellschaften dazu zwingt, die unterschiedlichsten Policen und Deckungsbausteine anzubieten. "Der Versicherungsschutz beginnt spätestens direkt nach dem Auslaufen der Herstellergarantie, im Idealfall schon nach der ersten Inbetriebnahme", erklärt Bugla. Die Police sollte spätestens alle zwei Jahre geprüft werden. Denn ein vormals günstiger Versicherer kann inzwischen einer der teuersten sein. Zudem ändern sich die betrieblichen Abläufe in immer kürzeren Zeitzyklen.

Erst vorsorgen, dann versichern
Eine Versicherung sollte jedoch immer nur die letzte Stufe der betrieblichen Vorsorge sein. Bauliche oder organisatorische Maßnahmen wie der Einbau eines Brandmelders, eines Sprinklersystems oder Partnerverträge mit Druckereien für Notlagen minimieren die Risiken bereits im Vorfeld. "Betriebe können ihre Ausfallzeiten und Risiken stark reduzieren, indem sie ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen und die vom Hersteller vorgesehenen Wartungsarbeiten fristgemäß durchführen lassen, etwa über Verträge mit dem Heidelberg Systemservice. Das kommt auch beim Versicherer gut an, der in solchen Fällen bei der Prämie durchaus mit sich reden lässt", betont Bugla.

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Global, lokal, nah
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