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Unternehmensführung in eigener Sache

Josef Affentranger, Printex AG: «Die Speedmaster SM 74 ist polyvalent, auch bei schweren Grammaturen bringt sie überzeugende Druckergebnisse.»
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Die Mehrheit der inhabergeführten Druckereiunternehmen in der Schweiz befindet sich in einer ausgezeichneten Verfassung. Was mach den Erfolg auch in einer angespannten wirtschaftlichen Situation aus? Mit zwei Fokus-Veranstaltungen bei der Printex AG in Dagmersellen und der Anderhub Druck-Service AG in Rotkreuz warf die Heidelberg Schweiz AG Licht in diese Fragestellung.

Inhabergeführte Druckereiunternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten und zum Teil ausgeprägten familiären Strukturen machen über 90 Prozent der Schweizer Druckindustrie aus. Sie bilden eine starke Stütze der Volkswirtschaft. Denn die Inhaber dieser Unternehmen pflegen in ihrem ureigenen Interesse einen verantwortungsvollen, auf die langfristige Existenzsicherung ausgerichteten Umgang mit den Ressourcen. Erwirtschafteter Gewinn fliesst zurück in das Unternehmen, für die Finanzierung von Neuanschaffungen sind oft nur sehr wenig bis gar keine Fremdmittel erforderlich. Befreit von finanziellen Verpflichtungen sehen sie sich einem entsprechend geringen Marktdruck ausgesetzt.

Gesagtes gilt für die Printex AG in Dagmersellen (LU) und die Anderhub Druck-Service AG in Rotkreuz (ZG). Diese zwei kerngesunden Familienunternehmen öffneten im September ihre Türen und gewährten einen Blick hinter die Kulissen ihres Schaffens. Ihre Dienstleistungen erbringen sie in den Formaten A3 und A2 auf allen Stufen der Druckerzeugnisherstellung.

Mit einer Speedmaster SM 52-5+L und einer Speedmaster SM 74-5-P+L stehen bei der Printex AG für die Formate A3 und A2 zwei fast identisch konfigurierte Maschinen im Einsatz.
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99 Prozent Heidelberg
In Dagmersellen hat die Printex AG ihr Domizil. 1977 von Josef und Rosmarie Affentranger als Kleinstbetrieb gegründet, ist das Unternehmen zu einem bedeutenden Arbeitgeber in der Region mit 18 Stellen gewachsen. Vier Arbeitsplätze sind permanent für die Berufsausbildung reserviert.

Der Gewerbebau aus dem Jahr 1987 beherbergt heute einen stattlichen Maschinenpark, mit 15 Druck- und Lackierwerken von Heidelberg. Mit einer Speedmaster SM 52-5+L und einer Speedmaster SM 74-5-P+L stehen für die Formate A3 und A2 zwei fast identisch konfigurierte Maschinen im Einsatz. «Dank dieser Zusammensetzung sind wir ausgesprochen flexibel, wir können verschiedene Teile eines Druckauftrags auch parallel über beide Maschinen laufen lassen», erläutert Josef Affentranger. Die prozessübergreifende Kalibration mit dem Print Color Management von Heidelberg schafft dabei die Voraussetzungen, dass beide Maschinen farblich identische Ergebnisse liefern. Die Prozessstabilität findet insofern Unterstützung, als mit dem ausschliesslichen Einsatz von Saphira-Produkten beim Verbrauchsmaterial durchwegs auf bekannte Grössen abgestützt wird, die exakt auf die Produktionstechnik abgestimmt sind. Moderne Leitstandtechnik mit dem Farbregelsystem Prinect Axis Control wird über das Prinect Prepress Interface mit den Farbvoreinstelldaten aus der Vorstufe versorgt. Dort ist die Ausgabe der Platten auf einem Suprasetter 75 sichergestellt.

Ergänzt werden die zwei Fünffarbenmaschinen durch eine Einfarben-GTO und eine Speedmaster SM 52-2. Letztere kommt für die häufigen Perforier- und Nummerierarbeiten zum Einsatz. «Als Arbeitspferd trägt die Speedmaster SM 52-2 einen erheblichen Teil zur Wertschöpfung und zum guten Geschäftsgang unseres Unternehmens bei», sagt Josef Affentranger.

Die Anderhub Druck-Service AG nahm im vergangenen Jahr eine Speedmaster SM 52-4+L und einen Stanz- und Prägeautomaten Kama ProCut 74 (Hintergrund) in Betrieb.
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Weniger ist schneller
Im Brennpunkt des Interesses stand die Speedmaster SM 74-5-P+L. Die Maschine mit Kammerrakellackiertechnik und Wendung nach dem zweiten Druckwerk produziert seit 2009. Damals löste sie eine Fünffarbenmaschine der MO-Baureihe ab. Ein wesentlicher Gewinn offenbart sich für Josef Affentranger im Einrichtprozess: «Gegenüber den vormals rund 600 Einrichtbogen haben wir den Makulaturverbrauch mit durchschnittlich 250 Bogen pro Einrichtvorgang mehr als halbiert. Die Materialeinsparungen gehen einher mit spürbar schnelleren Rüstvorgängen. So halten wir im Markt bis in kleinste Auflagenbereiche mit», hält er zufrieden fest.

Mit der Wendung und dem Lackierwerk lässt die Speedmaster SM 74-5 auch in Bezug auf ihre Flexibilität kaum Wünsche offen. Josef Affentranger präzisiert: «Dank der Wendung produzieren wir Packungsbeilagen unter wirtschaftlich besten Bedingungen, und mit dem Lackierwerk beschleunigen wir den Auftragsdurchlauf deutlich. Die Terminfrage rückt immer mehr ins Zentrum, da ist die Möglichkeit der Inline-Dispolackieren für uns von unschätzbarem Wert», und er fügt hinzu: «Diese Bogenoffsetmaschine ist polyvalent, auch bei schweren Grammaturen bringt sie überzeugende Druckergebnisse.»

Über das Vollstufige hinaus
Weitblick, Sicherheit, Herzblut und Kunstfertigkeit; so fasst die Anderhub Druck-Service AG in Rotkreuz ihr unternehmerisches Selbstverständnis zusammen. «Unser Produktionsbetrieb ist vollstufig, wir erbringen Gesamtleistungen, von der Grafik bis zum fertigen Produkt», sagt Peter Anderhub, der das Unternehmen 1986 mit seiner Ehefrau Zita gegründet hat. Im 17-köpfigen Betrieb mit zwei Ausbildungsplätzen arbeiten auch die zwei Töchter mit, Yvonne als gelernte Polygrafin mit Zusatzausbildung zur Typografischen Gestalterin, Isabelle, mit führungsorientierter Skugra-Schulung, in der Kundenberatung.

Die Leistungen der Anderhub Druck-Service AG reichen gar über das hinaus, was gemeinhin als «vollstufig» bezeichnet wird. Seit 2010 ergänzt ein Stanz- und Prägeautomat Kama ProCut 74 die Produktionskapazitäten. Die Möglichkeit, Druckprodukte mit Blind- und Heissfolienprägung zu veredeln oder Hologramme als Sicherheitselemente aufzubringen, ist im Markt auf eine starke Resonanz gestossen und hat der Anderhub Druck-Service AG neue, lukrative Aufträge beschert. «Mit der Kama heben wir uns im Markt ab. Wir bieten unseren Kunden nicht nur Veredelung für das Auge, sondern ebenso Möglichkeiten, ihre Produkte wirksam gegen Fälschungen zu schützen. Das schätzen besonders Firmen aus der Pharmaindustrie», erklärt Peter Anderhub.

Natürlich geht auch hier nichts von alleine. Vor allem das Handwerk rund um die Heissfolien- und die Hologrammprägung wollte gelernt sein, und nur über die aktive Promotion erkannten Kunden den Wert der neuen Veredelungskunst.

«Mit der Kama bieten wir unseren Kunden neben der Veredelung für das Auge ebenso Möglichkeiten für den wirksamen Fälschungsschutz», erklärt Peter Anderhub von der Anderhub Druck-Service AG.
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Drip-Off-Begeisterung
Überhaupt fanden Veredelungsverfahren bei der Anderhub Druck-Service AG immer Gehör. Als im Herbst 2004 in Rotkreuz eine Speedmaster CD 74-5-P+L in Produktion ging, hatte man die zur Drupa im Mai zuvor vorgestellte Drip-Off-Lackiertechnik im Visier. Das vergleichsweise kostengünstige Verfahren mit seinen dezenten Matt-Glanz-Effekten entwickelte sich zu einem Argument, mit dem sich die Anderhub Druck-Service AG im Markt erfolgreich profiliert. «Die Drip-Off-Veredelung passt zu unserer von Zurückhaltung geprägten Unternehmenskultur, wir praktizieren sie mit Engagement und Erfolg», bestätigt Peter Anderhub.

Kompetitiv mit Offsetqualität
Erst ein Jahr alt ist die Speedmaster SM 52-4+L. Dank der Vierfarbenmaschine sichert sich die Anderhub Druck-Service AG die Wettbewerbsfähigkeit mit Bogenoffsetqualität auch im untersten Auflagensegment. Ein breites Spektrum an Standarddruckaufträgen wid abgedeckt, wo die schnelle Abwicklung im Vordergrund steht. Was am Morgen reinkommt, muss oft am Abend ausgeliefert sein. Hier erfüllt das Lackierwerk seine Aufgabe vor allem im Hinblick auf die schnelle Trocknung und eine beschleunigte Weiterverarbeitung. Peter Anderhub kommentiert: «Mit der Speedmaster SM 52 sind wir schnell und flexibel, aus heutiger Sicht würden wir uns wiederum für diese Maschine entscheiden.»

Geschäftsmodelle sind einzigartig
Die zwei Fokus-Veranstaltungen der Heidelberg Schweiz AG haben gezeigt, wie mittelständische Druckereiunternehmen sich im Akzidenzmarkt behaupten und welche Infrastruktur sie für ihr erfolgreiches Wirken nutzen. Wer ein allgemein gültiges Rezept erwartet hatte, wurde allerdings enttäuscht. Geschäftsmodelle sind so individuell wie die Unternehmer und Unternehmerinnen, die sie über die Jahre hinweg entwickelt haben, und sie lassen sich nicht einfach kopieren.

Parallelen sind hingegen in den eingesetzten Werkzeugen zu erkennen. Die Zuverlässigkeit der Produktionstechnik und ein Lieferant, der als Anbieter von Gesamtlösungen und mit Service-Leistungen dahinter steht, sind von den Verantwortlichen als wichtige Faktoren für die prosperierende Entwicklung ihrer Unternehmen geschätzt und anerkannt.

Oktober 2011

 
Willkommen bei Heidelberg Schweiz

Die Heidelberg Schweiz AG ist führender Lieferant der Schweizer Printmedienindustrie. Wir bieten Kunden aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein ganzheitliche Lösungen aus einer Hand. Unsere Produkte- und Dienstleistungspalette reicht von Kalkulations-, Datenmanagement-, Colormanagement- und Workflowlösungen (Prepress) über leistungsfähige Bogendruckmaschinen (Press) bis hin zu Produkten für die Druckveredelung und Druckweiterverarbeitung (Postpress). Heidelberg Schweiz ist auch Ihr Partner für die entsprechenden Verbrauchsmaterialien. Mehr

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